Vor­sor­ge muss sich bes­sern

SCHWEIZ

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Ge­gen 700 Mrd. Fr. be­tra­gen die Ren­ten­ver­pflich­tun­gen der Trä­ger der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge. Be­wer­tung und Bi­lan­zie­rung der lau­fen­den wie auch der künf­ti­gen Zah­lungs­pflich­ten ist zwar Sa­che der Füh­rungs­gre­mi­en von Pen­si­ons­kas­sen und Sam­mel­stif­tun­gen. Die­se müs­sen aber ge­mäss schwei­ze­ri­scher Mi­liz­re­ge­lung ver­pflich­tend die be­ra­ten­den Di­ens­te ei­nes di­plo­mier­ten und amt­lich zu­ge­las­se­nen Pen­si­ons­ver­si­che­rungs­ex­per­ten in An­spruch neh­men.

Die­se Pen­si­ons­ak­tua­re ha­ben zur Fest­le­gung der tech­ni­schen Aspek­te auf Stu­fe je­der Pen­si­ons­kas­se ei­ni­gen Spiel­raum. Von ih­nen, die im Auf­trags­ver­hält­nis ge­gen Be­zah­lung für die Kas­sen ar­bei­ten, wird den­noch ver­langt, all­fäl­li­ge Miss­stän­de di­rekt den Auf­sichts­be­hör­den zu mel­den. Über die pre­kä­re Dop­pel­rol­le der Gut­ach­ter ist an ei­ner Vor­sor­ge-are­na in Bern kon­tro­vers dis­ku­tiert wor­den.

Auf­sicht leicht un­ter­lau­fen

Die Be­wer­tungs­emp­feh­lun­gen der Pen­si­ons­ver­si­che­rungs­ex­per­ten wer­den von den Kas­sen in der Re­gel über­nom­men und um­ge­setzt. Im Fal­le ernst­haf­ter Kon­flik­te ent­schlös­sen sich Pen­si­ons­kas­sen je­doch oft zur Kün­di­gung des Auf­trags und zu ei­nem Wech­sel des Gut­ach­ters oder gar zu ei­nem An­schluss an ei­ne Sam­mel­stif­tung, wie Ver­tre­ter der rund 150 Mit­glie­der zäh­len­den Be­rufs­kam­mer der Pen­si­ons­kas­sen­ak­tua­re fest­hiel­ten. Ver­hin­dert wer­de da­mit oft ei­ne ei­gent­lich fäl­li­ge Mel­dung an die Auf­sichts­stel­len.

Seit Jah­res­be­ginn ist den kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den die eid­ge­nös­si­sche Bvg-ober­auf­sichts­kom­mis­si­on vor­an­ge­stellt. Sie wird zu­neh­mend die Be­auf­sich­ti­gungs­stan­dards ver­fei­nern, aber im We­sent­li­chen auf eta­blier­ten Ele­men­ten auf­bau­en, wie ihr Prä­si­dent Pier­re Tri­po­nez an der Ver­an­stal­tung dar­leg­te. Glei­ches gel­te auch für die Über­ar­bei­tung der Be­din­gun­gen, die für die Zu­las­sung von Pen­si­ons­ver­si­che­rungs­ex­per­ten – es sind dies ins­be­son­de­re Fach­kennt­nis, Er­fah­rung und Un­be­schol­ten­heit – auf­ge­stellt sind.

Bild der La­ge zu op­ti­mis­tisch

Die hie­si­gen Auf­sichts­nor­men für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge wer­den je­doch im­mer stär­ker durch strik­ter ge­fass­te aus­län­di­sche Bi­lan­zie­rungs­prak­ti­ken be­drängt. Un­ter­neh­men, die ih­re Bü­cher ge­mäss der Ifrs-rech­nungs­le­gung füh­ren, ha­ben Ren­ten­ver­pflich­tun­gen viel um­fäng­li­cher zu bi­lan­zie­ren, als es die schwei­ze­ri­sche Pra­xis vor­sieht – und dies be­trifft auch die ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Ver­pflich­tung, ein all­fäl­li­ges Man­ko der Pen­si­ons­kas­se hie­si­ger Prä­gung an­tei­lig aus­zu­fi­nan­zie­ren.

Die Dif­fe­renz be­steht in der Be­stim­mung des Dis­kont­sat­zes (tech­ni­scher Zins), der für die Stich­tag­be­wer­tung künf­ti­ger Ver­pflich­tun­gen an­ge­wen­det wird. Ge­mäss der Ifrs-sicht­wei­se bi­lan­zie­ren die Pen­si­ons­kas­sen die Ver­pflich­tun­gen ten­den­zi­ell zu ge­ring, wo­durch sie ein zu op­ti­mis­ti­sches De­ckungs­bild zeig­ten.

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