Mey­er Bur­ger lei­det un­ter Roth & Rau

SCHWEIZ Kon­so­li­die­rung von Roth & Rau be­las­tet – Wei­te­re Re­struk­tu­rie­rung – Ak­ti­en aus­ge­reizt

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - BEAT D. HEBEISEN

Der So­lar­zu­lie­fe­rer Mey­er Bur­ger hat im letz­ten Jahr ei­nen Um­satz von 1,2 Mrd. Fr. er­wirt­schaf­tet. Mit der im letz­ten Jahr zu­ge­kauf­ten Roth & Rau ein­ge­rech­net, sind es 1,3 Mrd. Fr. Die in Deutsch­land ko­tier­te Roth & Rau (R&R) be­las­tet das kon­so­li­dier­te Er­geb­nis deut­lich. R&R ver­öf­fent­lich­te am Mon­tag ers­te, un­ge­prüf­te Zah­len. Dem­nach er­litt die Ge­sell­schaft ei­nen ope­ra­ti­ven Ver­lust von 107 Mio. €. Dar­in sind Son­der­ef­fek­te von 93 Mio. € ent­hal­ten. Auf den Ebitda (Be­triebs­er­geb­nis vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen) von Mey­er Bur­ger ha­ben die­se Ver­lus­te in der kon­so­li­dier­ten Rech­nung nur ei­nen ge­ring­fü­gi­gen Ein­fluss.

Das Un­ter­neh­men rech­net mit ei­nem Ebitda von 275 (im Vor­jahr 188) Mio. Fr. Auf Stu­fe Ebit er­war­tet Mey­er Bur­ger als Kon­so­li­die­rungs­ef­fekt ein Mi­nus von 110 Mio. Fr. Da­von sind 74 Mio. Fr. auf An­pas­sun­gen der Good­will­po­si­ti­on von Roth & Rau zu­rück­zu­füh­ren. Die Schwei­zer Ge­sell­schaft er­war­tet auch ei­nen deut­lich tie­fe­ren Ge­winn als im Vor­jahr (97,9 Mio. Fr.). De­tails wer­den an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz vom 22. März 2012 pu­bli­ziert.

Der Zu­stand von Roth & Rau ist un­klar. Jetzt wer­den die Struk­tu­ren der ver­än­der­ten Markt­la­ge an­ge­passt, um schnell ei­ne nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung der Er­trags- und Fi­nanz­kraft si­cher­zu­stel­len. Ge­plant sind die Zu­sam­men­le­gung von Stand­or­ten mit Ver­triebs- und Ser­vice­ge­sell­schaf­ten von Mey­er Bur­ger so­wie ein Per­so­nal­ab­bau am Haupt­sitz der deut­schen Ge­sell­schaft. Die ent­spre­chen­den Re­struk­tu­rie­rungs­kos­ten wer­den noch nicht aus­ge­führt.

Durch die Über­nah­me der Ka­pi­tal­mehr­heit stand Mey­er Bur­ger auch für ei­ne Kon­sor­ti­al­kre­dit­ver­ein­ba­rung von Roth & Rau über 75 Mio. € in der Pflicht. Die­se wur­den ge­kün­digt. Seit dem 23. De­zem­ber 2011 ver­fügt die Roth & Rau über Kre­dit­li­ni­en von 42 Mio. €, wel­che durch Mey­er Bur­ger über deut­sche Ban­ken zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Dar­über hin­aus hat die Schwei­zer Mut­ter­ge­sell­schaft mit Wir­kung per 10. Ja­nu­ar 2012 ei­ne Pa­tro­nats­er­klä­rung zu­guns­ten von R&R bis zu ei­nem Höchst­be­trag von 50 Mio. € un­ter­zeich­net.

«Fi­nanz und Wirt­schaft» kor­ri­giert die Ge­winn­schät­zung 2011 von 50 auf 30 Mio. Fr. und be­lässt die Wer­te für das lau­fen­de Jahr auf 50 Mio. re­spek­ti­ve 120 Mio. Fr. für 2013. Mit Blick auf den deut­li­chen Ge­winn­rück­gang wird das Fuw-ra­ting «Wachs­tum» von A– auf B re­du­ziert. An­de­rer­seits drängt sich ei­ne Er­hö­hung der «Trans­pa­renz» von B auf B+ auf. Das Ma­nage­ment ist auf An­fra­ge sehr gut er­reich- bar und gibt je­weils of­fen Aus­kunft. Die Ak­ti­en sind in den letz­ten sechs Wo­chen 40% ge­stie­gen. Die­ser Trend ist durch die Be­kannt­ga­be der Zah­len wohl ge­stoppt. Jetzt braucht es er­freu­li­che Neu­ig­kei­ten, um die Ti­tel zu sti­mu­lie­ren. Sol­che sind der­zeit nicht ab­seh­bar.

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