ETF im Ja­nu­ar kräf­tig ge­sucht

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Ko­tier­te Fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) sind der­zeit in al­ler Mun­de: Zum ei­nen hat die eu­ro­päi­sche Fi­nanz­markt­auf­sicht Es­ma sie ins Re­gu­la­ti­ons­vi­sier ge­nom­men (vgl. FUW Nr. 9 vom 1. Fe­bru­ar). Zum an­de­ren er­freu­en sie sich un­ter den An­le­gern im­mer grös­se­rer Be­liebt­heit. Im Ja­nu­ar wur­den nach An­ga­ben des USVer­mö­gens­ver­wal­ters Blackrock welt­weit 35,8 Mrd. $ in ETF in­ves­tiert. Der Lö­wen­an­teil der In­ves­ti­tio­nen floss in Ak­ti­en­ETF. Be­son­ders ge­fragt wa­ren In­stru­men­te auf ame­ri­ka­ni­sche und glo­ba­le In­di­zes.

ETF bil­den üb­li­cher­wei­se den Ver­lauf von Fi­nanz­markt­in­di­zes ab. Sie sind bör­sen­täg­lich han­del­bar, trans­pa­rent und wei­sen ge­rin­ge Ver­wal­tungs­kos­ten auf. Im ver­gan­ge­nen Jahr ver­zeich­ne­ten ko­tier­te Fonds ge­mäss Blackrock ei­nen Neu­geld­zu­fluss in der Hö­he von 148,2 Mrd. $.

We­nig ak­tiv ver­wal­te­te ETF

Nur ein Bruch­teil die­ses In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­mens ent­fällt bis­her auf ak­tiv ver­wal­te­te ETF. Vor al­lem in Eu­ro­pa gibt es kaum ent­spre­chen­de An­ge­bo­te, wäh­rend in den USA ein klei­ner Markt vor­han­den ist, der sich nach An­sicht ei­ni­ger Ex­per­ten in nächs­ter Zeit deut­lich ver­grös­sern dürf­te.

Ak­tiv ver­wal­te­te ETF kom­bi­nie­ren die Vor­tei­le von ETF und her­kömm­li­chen ak­tiv ge­ma­nag­ten An­la­ge­fonds: Sie sind bör­sen­täg­lich han­del­bar, und der Port­fo­li­o­be­stand wird täg­lich ver­öf­fent­licht. Über­dies kön­nen die Etf-an­tei­le nicht nur von den Fonds­ge­sell­schaf­ten emit­tiert oder zu­rück­ge­nom­men wer­den, son­dern auch von an­de­ren Han­dels­part­nern, so­ge­nann­ten Aut­ho­ri­zed Par­ti­ci­pants.

Die ak­tiv ver­wal­te­ten ETF ver­su­chen un­ab­hän­gig von Bör­sen­ba­ro­me­tern, über die ge­ziel­te Um­schich­tung der Ti­tel im In­dex, die Markt­per­for­mance zu über­tref­fen – eben­so wie die her­kömm­li­chen In­vest­ment­fonds, die ih­re Net­to­in­ven­tar­wer­te nur am En­de des Han­dels­ta­ges er­mit­teln und ih­re Port­fo­li­os le­dig­lich mo­nat­lich oder quar­tals­wei­se of­fen­le­gen.

Fi­nanz­häu­ser wer­den tä­tig

Sta­te Street kün­dig­te En­de Ja­nu­ar an, in das Ge­schäft mit ak­tiv ver­wal­te­ten ETF ein­stei­gen zu wol­len. Die Us-fi­nanz­ge­sell­schaft will die ers­ten drei Pro­duk­te bis März im Us-markt emit­tie­ren. Sie sol­len wie ein Dach­fonds (Fund of Funds) in ein­zel­ne ETF in­ves­tie­ren. Ein Ve­hi­kel soll Roh­stof­fe, das zwei­te Ak­ti­en und An­lei­hen und das drit­te sämt­li­che An­la­ge­klas­sen ab­bil­den. Ver­gan­ge­ne Wo­che wur­de zu­dem be­kannt, dass auch die Deut­sche Bank bei der Us-fi­nanz­auf­sicht SEC ei­nen An­trag ein­ge­reicht hat, um ak­tiv ver­wal­te­te ETF an­bie­ten zu kön­nen. Das un­ter der Mar­ke db X-tra­ckers be­kann­te An­ge­bot soll rei­ne Ak­ti­en- und Ob­li­ga­tio­nen­ETF, aber auch Misch­for­men und Lon­gShort-stra­te­gi­en um­fas­sen. Al­ler­dings dürf­te es noch meh­re­re Mo­na­te dau­ern, bis die be­an­trag­ten In­stru­men­te ko­tiert wer­den. Denn das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren der SEC kann sich teil­wei­se über ein Jahr hin­zie­hen.

Der Bran­chen­füh­rer Blackrock hat­te En­de No­vem­ber 2011 die Zu­las­sung für ak­tiv ver­wal­te­te ETF be­an­tragt. Bis­her ha­ben Van­guard, Inve­s­co Po­wers­ha­res und Ad­vi­sor­sha­res ent­spre­chen­de Pro­duk­te im An­ge­bot. Die Fonds­rie­sen Pim­co, Legg Ma­son und Fi­de­li­ty In­vest­ments wol­len eben­falls im Be­reich ak­tiv ge­ma­nag­ter ETF tä­tig wer­den. Ob das ste­tig zu­neh­men­de An­ge­bot den ETF-BOOM wei­ter an­heizt, wird sich wei­sen.

Mo­nat­li­cher Neu­geld­zu­fluss ETF

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