Lu­xus­ak­ti­en im An­ge­bot

SCHWEIZ Über­ris­se­ne Er­war­tun­gen an Swatch Group – UBS ent­täuscht im Wealth Ma­nage­ment

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - AR­NO SCHMOCKER

Hel­las hielt die Bör­se zu Wo­chen­be­ginn er­neut in Atem. So­lan­ge die Res­t­ri­si­ken in der Eu­ro­zo­ne nicht ver­schwin­den, wird sich die Kauf­lust der In­ves­to­ren in Gren­zen hal­ten. Der Swiss Mar­ket In­dex schloss mi­nim hö­her auf 6157,6 (6153,3).

Um­so mehr be­ein­flus­sen die Jah­res­be­rich­te das Bör­sen­ge­sche­hen, wie am Di­ens­tag zu be­ob­ach­ten war. UBS ga­ben 3,2% nach. Dass die In­vest­ment­bank im vier­ten Quar­tal ei­nen Ver­lust ver­buch­te, über­rasch­te nach dem Aus­weis der Deut­schen Bank nicht. Mehr zu den­ken gab den Fi­nanz­ana­lys­ten das Re­sul­tat im Wealth Ma­nage­ment, das un­ter den Er­war­tun­gen blieb. Der ge­ne­rel­le Aus­blick auf das ers­te Quar­tal von CEO Ser­gio Er­mot­ti («ei­ne nach­hal­ti­ge und deut­li­che Er­ho­lung der Markt­be­din­gun­gen ist

CS Group N

Ri­che­mont I un­wahr­schein­lich») war eben­falls nicht kurs­för­dernd – wie­wohl rea­lis­tisch. Im Jah­res­ver­lauf wird es in­ter­es­sant sein, zu be­ob­ach­ten, ob UBS mehr als zu «tak­ti­schen Kos­ten­ein­spa­run­gen», wie Er­mot­ti die bis­he­ri­gen Pro­gram­me nann­te, ge­zwun­gen sein wird.

Cre­dit Suis­se Group (–2,8%) ka­men et­was bes­ser da­von. Sie wird die Zah­len 2011 am Don­ners­tag pu­bli­zie­ren. Al­les an­de­re als ein Ver­lust der In­vest­ment­bank im vier­ten Quar­tal wür­de über­ra­schen (vgl. Sei­te 5). Im Un­ter­schied zur UBS wird der Steu­er­streit mit den USA ein grös­se­res Ge­sprächs­the­ma an der Jah­res­kon­fe­renz sein.

Das war auch bei Ju­li­us Bär der Fall, de­ren Ak­ti­en 5,4% ein­büss­ten. Die Bank hat, an­ders als die CS, noch kei­ne Rück­stel­lung für ei­ne Zah­lung nach Über­see ge­bil­det. Die Un­ge­wiss­heit dämpft das Kur­s­po­ten­zi­al der Ak­ti­en.

Bas­ler KB PS

Ei­ne un­ge­wohn­te Baisse ver­zeich­nen Bas­ler Kan­to­nal­bank (–4%). Der wun­de Punkt heisst auch hier Us-steu­er­streit. CEO Hans Ru­dolf Mat­ter ver­such­te in der Pres­se die Kun­den mit dem Hin­weis zu be­ru­hi­gen, die Bank ver­fü­ge in den Rück­stel­lun­gen für all­ge­mei­ne (!) Ban­k­ri­si­ken über ein Pols­ter von 1,8 Mrd. Fr.

Die Meinung Nick Hay­eks über die Bör­sia­ner ist am Di­ens­tag kaum wohl­wol­len­der ge­wor­den. Swatch Group ver­öf­fent­lich­te, wie im­mer un­an­ge­kün­digt, das her­vor­ra­gen­de Re­sul­tat 2011. Doch der Markt er­frech­te sich, die In­ha­ber­ak­ti­en im Ver­gleich zum Frei­tag 4,6% zu­rück­zu­stu­fen. Auch Ri­che­mont (–3%) lit­ten un­ter der Skep­sis der An­le­ger, dass es den Lu­xus­uh­ren­her­stel­lern 2012 ge­lin­ge, ein ho­hes Wachs­tum auf­recht­zu­er­hal­ten.

Däm­me­rung über Mey­er Bur­ger: Die Ak­ti­en des So­lar­spe­zia­lis­ten schwäch­ten sich 2,4% ab. Ab­schrei­bun­gen der deut­schen Toch­ter Roth & Rau be­las­ten die Rech­nung mit 91 Mio. €. Die Bran­che kämpft ge­gen Über­ka­pa­zi­tä­ten und Preis­zer­fall.

Markt­sta­bi­li­sie­rend wirk­ten die de­fen­si­ven No­var­tis (+0,6%), Ro­che (+2,6%) und Nest­lé (+0,8%). Die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters be­leuch­te­te Nest­lés In­ter­es­se an ei­ner Über­nah­me der Ba­by­nah­rung­s­toch­ter von Pfi­zer, die seit Ju­li 2011 zum Ver­kauf steht. An­geb­lich sol­len Nest­lé und Da­no­ne im Bie­ter­pro­zess vorn sein. Nest­lé, be­reits Num­mer eins im Ge­schäft mit Ba­by­nah­rung, wür­de mit der Ak­qui­si­ti­on vor al­lem die Po­si­ti­on in Chi­na er­heb­lich aus­wei­ten. Nest­lé hat bis­her of­fi­zi­ell kei­ne Stel­lung ge­nom­men.

No­bel Bio­ca­re (–4,7%) hat­ten in den Wo­chen zu­vor ei­nen gu­ten Lauf. Seit Ok­to­ber stie­gen die Ti­tel von 8 auf über 13 Fr. Trei­ber wa­ren vor al­lem Über­nah­me­ge­rüch­te. Meh­re­re Pri­va­te-equi­ty­Ge­sell­schaf­ten sind im Ge­spräch. Am Don­ners­tag wird der Zahn­im­plan­tat­her­stel­ler Ge­schäfts­zah­len ver­öf­fent­li­chen. Ana­lys­ten trau­en der Ge­sell­schaft ei­nen Ge­winn von bloss 40 bis 51 Mio. € zu.

Tran­so­ce­an ver­lo­ren 1,1%. Am Di­ens­tag äus­ser­te sich CEO Ste­ven New­man an ei­nem In­ves­to­ren­an­lass zu­ver­sicht­lich über das Markt­um­feld im (Ul­tra-)tief­see­ge­schäft und sprach von ro­bus­ter Nach­fra­ge in West­afri­ka, Aus­tra­li­en und Süd­ost­asi­en. Aus­las­tung und Ta­ges­ra­ten hät­ten sich ver­bes­sert. Al­ler­dings be­ginnt am 27. Fe­bru­ar ein um­fang­rei­cher Pro­zess we­gen der Öl­pest im Golf von Me­xi­ko (vgl. Sei­te 13), der ei­ni­ge Un­si­cher­hei­ten für Tran­so­ce­an bringt.

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