Tran­so­ce­an strebt mit BP und den USA Ver­gleich an

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Statt zu ei­nem Pro­zess dürf­te es zu ei­nem Ver­gleich kom­men: Das er­war­ten In­si­der vom Ver­fah­ren ge­gen BP und an­de­re an der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko be­tei­lig­te Un­ter­neh­men. Am Ver­gleich soll auch der Schwei­zer Tief­see­boh­rer Tran­so­ce­an mit­ma­chen. Rund 600 Zi­vil­ver­fah­ren war­ten ab dem 27. Fe­bru­ar in den USA auf Be­hand­lung. Haupt­an­ge­klag­ter ist der bri­ti­sche Mul­ti BP, der Be­trei­ber des Bohr­pro­jekts im Golf. Ein wei­te­rer An­ge­klag­ter ist Tran­so­ce­an, dem die ha­va­rier­te Bohr­in­sel Deep­wa­ter Ho­ri­zon ge­hör­te.

Tran­so­ce­an muss in die­sem Mons­ter­pro­zess mit Scha­den­er­satz und Bus­sen für die Ver­schmut­zung von Meer und Strän­den in Mil­li­ar­den­hö­he rech­nen. Nicht mehr be­langt wer­den kann die Bohr­ge­sell­schaft für die Ver­dienst­aus­fäl­le, die Fi­sche­rei- und Tou­ris­mus­be­trie­be durch die Öl­pest er­lit­ten. Das hat ein Ge­richt im Ja­nu­ar ent­schie­den. Da­für muss BP als Pro­jekt­be­trei­ber al­lein auf­kom­men.

BP und die üb­ri­gen Be­tei­lig­ten kön­nen für die Ver­schmut­zung von Meer und Strän­den mit Bus­sen von 1100 bis 4300 $ pro Fass aus­ge­lau­fe­nes Öl be­legt wer­den. Bei 4,1 Mio. Fass ver­lo­re­nem Öl wür­de das – je nach­dem ob leich­te oder gro­be Fahr­läs­sig­keit fest­ge­stellt wird – ei­nen Ge­samt­be­trag von 4,5 bis 17,6 Mrd. $ er­ge­ben.

BP, Tran­so­ce­an und Co. ver­han­deln nun mit der Us-re­gie­rung über die Hö­he die­ser Sum­me. Zu­gleich ver­han­delt BP mit den üb­ri­gen Pro­jekt­be­tei­lig­ten, wer wel­chen An­teil die­ses Be­trags über­nimmt. «Je­der spricht mit je­dem», er­klärt ein In­si­der. Ziel sei es, ei­nen mo­na­te-, ja jah­re­lan­gen Pro­zess zu ver­mei­den, bei dem ge­gen­sei­tig schmut­zi­ge Wä­sche ge­wa­schen wür­de und der je­den Be­tei­lig­ten mehr kos­ten könn­te als ein Ver­gleich.

Für Tran­so­ce­an wä­re ein Ver­gleich wich­tig. Die mit der Öl­ka­ta­stro­phe ver­bun­de­nen fi­nan­zi­el­len Ri­si­ken, die seit Mo­na­ten auf den Ak­ti­en las­ten, wür­den ver­schwin­den. Das Un­ter­neh­men könn­te sich wie­der voll der Ver­bes­se­rung sei­ner in den ver­gan­ge­nen Quar­ta­len ent­täu­schen­den Be­triebs­er­geb­nis­se wid­men. Die An­kün­di­gung ei­nes Ver­gleichs wür­de die Tran­so­ce­an-ti­tel be­flü­geln.

Ver­eint wür­den Glencore und Xstra­ta nicht nur den Roh­stoff­han­del do­mi­nie­ren. Im Au­ge ha­ben sie die gan­ze Wert­schöp­fungs­ket­te.

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