Ba­si­lea läuft den Ri­va­len da­von

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - TR

Ant­ho­ny Man, Chef von Ba­si­lea, sieht das Bas­ler Bio­techUn­ter­neh­men gut ge­rüs­tet. Die Ge­sell­schaft ver­buch­te im ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr mehr Um­satz als er­war­tet für das ein­zi­ge Pro­dukt im Ver­kauf, sie weist ei­nen ge­rin­ge­ren Ver­lust aus als ge­dacht – und rech­net mit dem Zu­las­sungs­an­trag für zwei wei­te­re Prä­pa­ra­te. «Ba­si­lea hat sich auf die Haupt­wachs­tums­trei­ber kon­zen­triert», sag­te Man am Don­ners­tag an­läss­lich der Bi­lanz zum ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr.

Ba­si­lea ent­stand im Jahr 2000 durch Ab­spal­tung des Be­reichs In­fek­ti­ons­krank­hei­ten von Ro­che. Ne­ben Ac­te­li­on gilt die Ge­sell­schaft im Mo­ment als er­folg­reichs­te ko­tier­te Bör­sen­ge­sell­schaft aus der Schweiz im Bio­tech­no­lo­gie­sek­tor.

Das Un­ter­neh­men konn­te Bran­chen­be­ob­ach­ter vor al­lem mit dem ho­hen Um­satz für Toc­ti­no über­zeu­gen. Das Haut­me­di­ka­ment sorg­te für ei­nen Jah­res­um­satz von 31 Mio. Fr., ein Plus von 24%, wäh­rungs­be­rei­nigt al­ler­dings von nur 6%. «Toc­ti­no ist das ein­zi­ge Me­di­ka­ment, das für die Be­hand­lung des schwe­ren chro­ni­schen Han­dek­zems zu­ge­las­sen ist», er­klär­te Ro­nald Scott, im Ba­si­lea-vor­stand ver­ant­wort­lich für das ope­ra­ti­ve Ge­schäft. Sein Vor­stands­kol­le­ge Hans Chris­ti­an Roh­de rech­net für Toc­ti­no mit «neu­en Part­nern in neu­en Märk­ten und mehr Um­satz in be­ste­hen­den». Ein Zu­las­sungs­an­trag in den USA wird vor­be­rei­tet.

Bio­tech-ti­tel sind in der Re­gel aber nicht we­gen be­ste­hen­der Me­di­ka­men­te ge­fragt. Es zählt die Hoff­nung auf neue Prä­pa­ra­te – und Fan­ta­sie auf ei­ne Über­nah­me. Bei Ba­si­lea gibt es der­zeit bei­des.

In Ent­wick­lung be­fin­den sich zwei für das Un­ter­neh­men wich­ti­ge Me­di­ka­men­te: Cef­to­bi­prol ge­gen im Spi­tal er­wor­be­ne Lun­gen­ent­zün­dun­gen und Iso­vu­co­na­zol, ein An­ti-pilz-mit­tel. Ho­he In­ves­ti­tio­nen in die Ar­beit vor al­lem an die­sen bei­den Prä­pa­ra­ten sorg­ten 2011 für ei­nen An­stieg des For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­wands um 25% auf 70 Mio. Fr. Für Cef­to­bi­prol ist Ba­si­lea auf Part­ner­su­che.

Als mög­li­cher Part­ner wird im­mer wie­der Astel­las ins Spiel ge­bracht. Die Ja­pa­ner ar­bei­ten mit den Bas­lern schon beim Pil­zPrä­pa­rat zu­sam­men. Wenn Astel­las auch für das neue Me­di­ka­ment ge­won­nen wird, könn­te Ba­si­lea für den grös­se­ren Kon­zern so­gar für ei­ne Über­nah­me in Fra­ge kom­men, er­war­tet et­wa Olav Zi­li­an, Ana­lyst bei Hel­vea (vgl. FUW vom Mitt­woch).

Aus der Part­ner­schaft mit Astel­las hat Ba­si­lea im ver­gan­ge­nen Jahr 21,3 Mio. Fr. er­hal­ten. Ins­ge­samt la­gen die Er­lö­se aus Ver­trä­gen bei 35,2 Mio. Fr. Un­ter dem Strich stand ein Ver­lust von 57,6 Mio. Fr. Das war we­ni­ger als er­war­tet, vor al­lem weil der Ver­triebs-, Ver­wal­tungs- und all­ge­mei­ne Auf­wand 2011 um ein Drit­tel auf 51,7 Mio. Fr. ge­sun­ken ist. Die Ge­sell­schaft macht ge­rin­ge­re Rechts­kos­ten gel­tend nach dem Ab­schluss des Schieds­ge­richts­ver­fah­rens mit John­son & John­son.

Neue Prä­pa­ra­te und Über­nah­me­fan­ta­sie ha­ben Ba­si­lea zu­letzt zum mit Ab­stand bes­ten Bio­tech-ti­tel in der Schweiz ge­macht. Der Kurs stieg seit An­fang Jahr um 37%. An­le­ger soll­ten auf dem ak­tu­el­len Ni­veau auf neue Nachrichten war­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.