Te­me­nos und Mi­sys ei­ni­gen sich

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE - PF

Noch ist die Fu­si­on von Te­me­nos und Mi­sys nicht in tro­cke­nen Tü­chern. Auf die Rah­men­be­din­gun­gen aber ha­ben sich die bei­den Her­stel­ler von Ban­ken­soft­ware ver­stän­digt. Und die dürf­ten den meis­ten Ak­tio­nä­ren von Te­me­nos nicht ge­fal­len. Nur 4,1 Ak­ti­en von Mi­sys er­hal­ten sie für ei­ne Ak­tie von Te­me­nos. Das Tausch­ver­hält­nis ent­spricht da­mit un­ge­fähr dem Markt­wert der bei­den Un­ter­neh­men am Di­ens­tag­abend nach Bör­sen­schluss, als die bei­den Un­ter­neh­men die Öf­fent­lich­keit über die Ei­ni­gung in­for­mier­ten.

So­mit pro­fi­tie­ren we­der die Ei­g­ner von Te­me­nos noch je­ne von Mi­sys von ei­ner Über­nah­me­prä­mie. Das schmerzt vor al­lem die Ak­tio­nä­re des Gen­fer Soft­ware­hau­ses. Für sie kommt die Fu­si­on zur Un­zeit, no­tier­ten die Pa­pie­re vor Jah­res­frist doch noch über 35 Fr. Nun müs­sen sie mit ei­nem fai­ren Wert von rund 19.40 Fr. pro Ak­tie vor­lieb­neh­men. Ent­spre­chend ne­ga­tiv re­agier­te der Markt am Mitt­woch. Te­me­nos ver­lo­ren fast 8% und ha­ben sich auch in den Ta­gen da­nach nicht er­holt.

Trotz ver­ständ­li­cher Ent­täu­schung der Ei­g­ner von Te­me­nos: Der öko­no­mi­schen Lo­gik der Trans­ak­ti­on ist kaum zu wi­der­spre­chen. Mit der Fu­si­on ent­stün­de ein glo­bal füh­ren­der Her­stel­ler von Ban­ken­soft­ware mit ei­ner brei­ten Kun­den­ba­sis und gu­ten Wachs­tums­aus­sich­ten. Ge­mäss Te­me­nos-ceo Guy Du­bo­is, der auch die Lei­tung der neu­en Ge­sell­schaft über­neh-

Te­me­nos N men soll, wür­de das An­ge­bot von Te­me­nos durch die Pro­duk­te von Mi­sys kom­ple­men­tiert und si­gni­fi­kant ver­brei­tert. Zu­dem lo­cken Sy­ner­gi­en in Mil­lio­nen­hö­he. Die Ana­lys­ten der Zürcher Kan­to­nal­bank bei­spiels­wei­se schät­zen das Sy­ner­gie­po­ten­zi­al nach Re­struk­tu­rie­rungs­kos­ten auf 365 Mio. $.

Das Aus­tausch­ver­hält­nis ist zwar ei­ne bit­te­re Pil­le für die Te­me­nos-ak­tio­nä­re, aber auf län­ge­re Sicht könn­te sich der Zu­sam­men­schluss für sie loh­nen. Denn die mit­tel­fris­ti­gen Aus­sich­ten sind für das neue Un­ter­neh­men at­trak­tiv. Be­son­ders die brei­te Kun­den­ba­sis könn­te sich als Er­folgs­fak­tor er­wei­sen. Zu­sam­men zäh­len Te­me­nos und Mi­sys über 1000 Ban­ken und Fi­nanz­dienst­leis­ter zu ih­ren Kun­den. Das er­öff­net gros­ses Um­satz­po­ten­zi­al. So könn­te künf­tig die Pro­duk­te­pa­let­te von Mi­sys im Be­reich Ca­pi­tal Mar­kets auch an die be­ste­hen­den Te­me­nos-kun­den ver­kauft wer­den. Die Grös­se ist auch von Vor­teil, um in neue Märk­te vor­zu­stos­sen. Bis­her zähl­ten vor al­lem klei­ne­re Ban­ken zum Kun­den­stamm. Mit der Fu­si­on ver­bes­sern sich die Chan­cen, ver­mehrt grös­se­re Nach­fra­ger zu ge­win­nen.

Nicht ab­schre­cken las­sen soll­ten sich Schwei­zer Ak­tio­nä­re da­von, dass die neue Ge­sell­schaft an der Lon­do­ner Bör­se ge­lis­tet wer­den soll. Im­mer­hin bleibt der Haupt­sitz in der Schweiz und ei­ne Zweit­no­tiz an der Schwei­zer Bör­se wird nicht aus­ge­schlos­sen.

Auch wenn die Trans­ak­ti­on noch nicht un­ter Dach und Fach ist, die Wahr­schein­lich­keit ist gross, dass sie über die Büh­ne ge­hen wird. Da­für spricht bei­spiels­wei­se die Zu­stim­mung des Mi­sys-gross­ak­tio­närs Va­lue­act Ca­pi­tal, der rund 21% der Stimm­rech­te der bri­ti­schen Ge­sell­schaft kon­trol­liert. Ein wei­te­res In­diz ist der Ab­gang des bis­he­ri­gen Mi­sys-ceo Mi­ke La­wrie. Er hat be­reits beim It-di­enst­leis­ter CSC als Prä­si­dent und CEO an­ge­heu­ert. Zwar könn­te ein Kauf­in­ter­es­sent noch ein An­ge­bot für Mi­sys oder Te­me­nos auf den Tisch le­gen. Aber die Chan­cen da­für er­schei­nen der­zeit nicht all­zu gross. Es emp­fiehlt sich aber so oder so, an der neu­en Ge­sell­schaft zu par­ti­zi­pie­ren.

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