Gu­te und schlech­te Nachrichten für Rep­sol

SPA­NI­EN Stei­ge­rung der Re­ser­ven – Ver­staat­li­chung an­ge­droht

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE - AN­GE­LI­KA ENG­LER,

Das Wech­sel­bad von gu­ten und schlech­ten Nachrichten hält für den spa­ni­schen Öl­kon­zern Rep­sol YPF an. Ku­rio­ser­wei­se ist der Schau­platz ein und der­sel­be: In Ar­gen­ti­ni­en kann das der­zeit an der Bör­se mit 26 Mrd. € be­wer­te­te Un­ter­neh­men nach ei­nem Gut­ach­ten der USBe­ra­tungs­ge­sell­schaft Ry­der Scott mit we­sent­lich hö­he­rem Re­ser­ven­po­ten­zi­al rech­nen als bis­her ver­mu­tet.

In dem Ge­biet Va­ca Mu­er­ta na­he Neu­quén er­war­tet Ry­der Scott auf ei­ner Flä­che von 30 000 Qua­drat­ki­lo­me­tern Öl- und Gas­vor­kom­men in Gestein und dich­tem Sand von bis zu 23 Mrd. Fass. Knapp 14 Mrd. Fass da­von ent­fal­len ge­mäss ih­rer Be­tei­li­gung an dem För­der­pro­jekt auf Rep­sol. Die nicht-kon­ven­tio­nel­len Ölund Gas­de­pots wur­den erst im ver­gan­ge­nen No­vem­ber ent­deckt. Nach den Gross­fun­den vor Bra­si­li­ens Küs­ten ver­bes­sern sich da­mit noch ein­mal schlag­ar­tig die Per­spek­ti­ven des Kon­zerns, denn bis­her sum­mier­ten sich sei­ne welt­wei­ten Re­ser­ven le­dig­lich auf 2 Mrd. Fass.

Kräf­te­mes­sen mit Kirch­ner

Zur sel­ben Zeit hält das Kräf­te­mes­sen mit der ar­gen­ti­ni­schen Re­gie­rung von Cris­ti­na Fernán­dez de Kirch­ner an. Die von ihr an­ge­droh­te Ver­staat­li­chung des ar­gen­ti­ni­schen Öl­för­de­rers YPF, an dem Rep­sol nach di­ver­sen Teil­ver­käu­fen nun noch zu 57% be­tei­ligt ist, hal­ten die Spa­nier al­ler­dings für re­la­tiv un­wahr­schein­lich: «Ar- gen­ti­ni­en hat gar kein Geld, um das För­der­po­ten­zi­al zu er­schlies­sen», hiess es in der Kon­zern­zen­tra­le. Al­lein zur kom­mer­zi­el­len Nut­zung der 1,5 Mrd. Fass, die Ry­der Scott nach Pro­be­boh­run­gen in Va­ca Mu­er­ta fest­ge­stellt hat­te, braucht YPF In­ves­ti­tio­nen von 25 Mrd. $.

Dro­hun­gen aus Bu­e­nos Ai­res, Di­vi­den­den von YPF zu kon­fis­zie­ren, sind aber noch nicht vom Tisch. Der Vor­wurf: Rep­sol in­ves­tie­re nicht ge­nü­gend in YPF. Da­bei leg­te der Kon­zern jetzt Zah­len vor, de­nen zu­fol­ge YPF 2011 mit 2,3 Mrd. € 50% mehr In­ves­ti­tio­nen er­hielt als noch im Vor­jahr.

At­trak­tivs­te Ölak­ti­en

Seit Aus­bruch der schwe­ren Wirt­schafts­kri­se En­de 2001 müs­sen spa­ni­sche und auch an­de­re in­ter­na­tio­na­le In­ves­to­ren im­mer wie­der mit po­pu­lis­tisch an­ge­hauch­ten Feld­zü­gen der ar­gen­ti­ni­schen Po­li­ti­ker rech­nen. Dass die jüngs­te Kri­tik zeit­lich mit dem po­si­ti­ven Gut­ach­ten zu­sam­men­fällt, sei kein Zu­fall, heisst es in der Zen­tra­le von Rep­sol. «Die Re­gie­rung wuss­te, dass et­was Gros­ses kom­men wer­de, und hat es für sich nut­zen wol­len», sag­te ein Spre­cher.

Nach Meinung di­ver­ser Ana­lys­ten hat der Markt das schlimms­te Sze­na­rio in Ar­gen­ti­ni­en mit dem Kurs­ver­lust von 11,6% seit Jah­res­be­ginn be­reits ein­ge­preist. Das Gut­ach­ten von Ry­der Scott be­en­de­te da­bei am Don­ners­tag den Ne­ga­tiv­trend und er­laub­te den Ti­teln ein Kurs­plus von 2,1% auf 21.13 €. Ge­ra­de die er­folg­rei­che Öl­su­che der ver­gan­ge­nen Jah­re ha­be Rep­sol in den Au­gen von Ban­ken wie Ci­ti­group zu den der­zeit at­trak­tivs­ten Ölak­ti­en Eu­ro­pas wer­den las­sen. Der Markt­kon­sens schätzt das Kurs­ziel auf 26.50 €. Da­mit ha­ben die Ti­tel ein Auf­wärts­po­ten­zi­al von 25%.

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