Co­ca-co­la und Pep­si­co trim­men sich fit

USA Die Ge­trän­ke­rie­sen sind auf Wachs­tums­kurs – Ge­winn­ent­wick­lung im Rah­men der Er­war­tun­gen – Wei­te­re Kos­ten­sen­kun­gen an­ge­kün­digt

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - OLI­VER PFA­DEN­HAU­ER

Die ame­ri­ka­ni­schen Ge­trän­ke­gi­gan­ten Co­ca-co­la und Pep­si­co ha­ben ih­re de­fen­si­ven Qua­li­tä­ten mit ei­ner so­li­den Ge­schäfts­ent­wick­lung im ver­gan­ge­nen Jahr ein­mal mehr un­ter Be­weis ge­stellt. Bei­de Ge­sell­schaf­ten stei­ger­ten den Ab­satz und mach­ten die ge­stie­ge­nen Roh­stoff­kos­ten durch Preis­er­hö­hun­gen und Kos­ten­sen­kun­gen mehr als wett. Für das lau­fen­de Jahr wur­den wei­te­re Mass­nah­men zur Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung an­ge­kün­digt. Zu­dem wer­den die Mar­ke­ting­an­stren­gun­gen ver­stärkt.

Ge­for­dert ist vor al­lem Pep­si­co. Die Ge­trän­ke­spar­te ver­liert an Schwung. Im vier­ten Quar­tal sank der Di­vi­si­ons­um­satz von Pep­si­co Ame­ri­cas Be­ver­a­ges (PAB, 31% des Kon­zern­um­sat­zes) auf ver­gleich­ba­rer Ba­sis und zu kon­stan­ten Wech­sel­kur­sen 4% und der Be­triebs­ge­winn 6%. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, wer­den die Wer­be­aus­ga­ben für das lau­fen­de Jahr um 500 bis 600 Mio. $ er­höht.

Über­gangs­jahr für Pep­si­co

Im Zen­trum steht da­bei das Nord­ame­ri­ka­ge­schäft. Dort soll der Gross­teil der Mehr­aus­ga­ben für die Ver­kaufs­för­de­rung in­ves­tiert wer­den. Im Wei­te­ren kün­dig­te CEO In­dra Nooyi ein drei­jäh­ri­ges Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rungs­pro­gramm an. Durch Op­ti­mie­rung der Be­triebs­ab­läu­fe und der Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur sol­len zu­sätz­lich zu den be­reits lau­fen­den Mass­nah­men, die bis En­de 2014 Kos­ten­sen­kun­gen von 1,5 Mrd. $ vor­se­hen, wei­te­re 1,5 Mrd. $ ein- ge­spart wer­den. Rund 8700 Stel­len be­zie­hungs­wei­se 3% der Ar­beits­plät­ze wer­den vor­aus­sicht­lich ab­ge­baut.

Das Ma­nage­ment spricht denn auch von ei­nem Über­gangs­jahr. We­gen der er­höh­ten Mar­ke­ting­aus­ga­ben und des er­war­te­ten wei­te­ren An­stiegs der Roh­stoff­kos­ten rech­net das Un­ter­neh­men für 2012 mit ei­nem Rück­gang des Kern­ge­winns pro Ak­tie in der Grös­sen­ord­nung von 5%. Im ver­gan­ge­nen Jahr be­trug der Kern­ge­winn pro Ak­tie 4.40 $.

An der Bör­se wur­de der Ab­schluss mit ge­misch­ten Ge­füh­len auf­ge­nom­men. Ei­ner­seits er­füll­te der Ge­trän­ke- und Snack­kon­zern mit ei­ner Ver­bes­se­rung des Ge­winns pro Ak­tie im vier­ten Quar­tal von

Kco­ca-co­la sind vor­aus

Un­ter­neh­mens­zah­len 5% auf 0.89 $ die Markt­er­war­tun­gen und kün­dig­te ei­ne Er­hö­hung der Quar­tals­di­vi­den­de (0,515 $) von 4% ab Ju­ni so­wie ei­ne Er­wei­te­rung des lau­fen­den Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramms um min­des­tens 3 Mrd. $ an. Doch der Aus­blick auf ei­nen kurz­fris­ti­gen Ge­winn­rück­gang ver­darb vie­len An­le­gern die Lau­ne. Pep­si­co fie­len nach der Pu­bli­ka­ti­on der Jah­res­er­geb­nis­se am Don­ners­tag 3,7% auf 64.27 $.

Co­ca-co­la be­vor­zu­gen

Bes­ser hiel­ten sich Co­ca-co­la. Die Ak­ti­en des welt­gröss­ten Li­mo­na­den­her­stel­lers, der am Di­ens­tag sei­nen Leis­tungs­aus­weis 2011 prä­sen­tier­te, be­haup­te­ten sich die­se Wo­che bis am Don­ners­tag auf rund 68 $. Das Un­ter­neh­men über­zeug­te mit ei­nem Wachs­tum des Ab­satz­vo­lu­mens im ver­gan­ge­nen Jahr von 5%. Im vier­ten Quar­tal be­trug die Zu­nah­me 3%, was der lang­fris­ti­gen Ziel­vor­ga­be ent­spricht.

Al­le Re­gio­nen tru­gen zum Wachs­tum bei. Die stärks­ten Im­pul­se ka­men aus den gros­sen Schwel­len­län­dern Chi­na und In­di­en, wo der Ab­satz zwei­stel­lig zu­nahm. Aber auch in Nord­ame­ri­ka und Eu­ro­pa ver­kauf­te Co­ca-co­la 2011 mehr Ge­trän­ke als im Jahr zu­vor.

Der Kon­zern­um­satz stieg im vier­ten Quar­tal 5% auf 11 Mrd. $ und das Be­triebs­er­geb­nis 68% (wäh­rungs­be­rei­nigt und auf ver­gleich­ba­rer Ba­sis 14%) auf 1,95 Mrd. $. Un­ter dem Strich sank al­ler­dings der Ge­winn 71% auf 1,65 Mrd. $. Doch das hängt mit Son­der­ein­nah­men im Zu­sam­men­hang mit der Über­nah­me des nord­ame­ri­ka­ni­schen Ab­fül­lers Co­ca- Co­la En­ter­pri­ses (CEE) En­de 2010 zu­sam­men, die den Ver­gleichs­wert auf­bläh­ten. Auf ver­gleich­ba­rer Ba­sis stieg der Ge­winn pro Ak­tie im vier­ten Quar­tal und im Ge­samt­jahr ge­mäss Co­ca-co­la je 10%. Die In­te­gra­ti­on von CEE er­klärt auch den Um­satz­sprung 2011 von rund 33% (vgl. Ta­bel­le).

Der Bran­chen­pri­mus kün­dig­te eben­falls wei­te­re Kos­ten­sen­kun­gen an. Nach dem er­folg­rei­chen Ab­schluss ei­nes vier­jäh­ri­gen Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rungs­pro­gramms, mit dem Ein­spa­run­gen von über 500 Mio. $ er­reicht wur­den, lan­ciert Co­caCo­la ein neu­es: Es sieht bis En­de 2015 ei­ne wei­te­re Kos­ten­re­duk­ti­on von 550 bis 650 Mio. $ auf Jah­res­ba­sis vor. Die frei­wer­den­den Mit­tel sol­len un­ter an­de­rem in Mar­ken­ent­wick­lungs­in­itia­ti­ven re­inves­tiert wer­den. Im ver­gan­ge­nen Jahr kauf­te Co­ca-co­la für 2,9 Mrd. $ ei­ge­ne Ak­ti­en zu­rück. Für 2012 sind wei­te­re Rück­käu­fe für 2,5 bis 3 Mrd. $ vor­ge­se­hen. Die Di­vi­den­de wur­de noch nicht fest­ge­setzt. An der Bör­se wird ei­ne An­he­bung der Quar­tals­aus­schüt­tung um 0.05 auf 0.52 $ er­war­tet.

Für lang­fris­tig dis­po­nie­ren­de An­le­ger, die sich nicht täg­lich um ih­re An­la­gen küm­mern wol­len, sind Co­ca-co­la ers­te Wahl. Das Un­ter­neh­men be­sitzt ei­ne der wert­volls­ten Mar­ken und ist her­vor­ra­gend auf­ge­stellt, um das Wachs­tum fort­zu­set­zen. Das hoch an­mu­ten­de Kurs-ge­winn-ver­hält­nis 2012 von 17 ist vor die­sem Hin­ter­grund ge­recht­fer­tigt. Pep­si­co sind zwar güns­ti­ger (KGV 2012 von 15), er­for­dern aber viel Ge­duld. Das Ma­nage­ment steht un­ter enor­men Druck, mit der

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