Bar­clays gleicht Schwä­che der In­vest­ment­bank aus

GROSS­BRI­TAN­NI­EN

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - CP,

Die bri­ti­sche Uni­ver­sal­bank Bar­clays hat ein er­staun­lich sta­bi­les Er­geb­nis für das Ge­schäfts­jahr 2011 vor­ge­legt, ob­wohl der Vor­steu­er­ge­winn im do­mi­nan­ten In­vest­ment Ban­king um ein Drit­tel auf 3 Mrd. £ (4,3 Mrd. Fr.) zu­rück­ging. Die Spar­te – ge­nannt Bar­clays Ca­pi­tal – spür­te die Kri­se in der Eu­ro­zo­ne, die in ge­rin­ge­re Han­dels­vo­lu­men mün­de­te, am meis­ten. Am Frei­tag ge­wan­nen die Ak­ti­en von Bar­clays an der Bör­se zu­nächst 5%, ehe der Kurs zu­rück zum Vor­ta­ges­schluss sank.

Die Leis­tung von Bar­clays Ca­pi­tal ist mit der Kon­kur­renz auf dem eu­ro­päi­schen Fest­land ver­gleich­bar. Der Net­to­er­trag der Spar­te sank im Jah­res­ver­gleich 19% und da­mit we­ni­ger als bei UBS und Cre­dit Suis­se, aber et­was mehr als bei der Deut­schen Bank. Das liegt dar­an, dass Deut­sche Bank im do­mi­nan­ten Zins­pa­pier­und Wäh­rungs­ge­schäft (FICC) we­ni­ger Er­trag ein­büss­te als Bar­clays. Das be­ka­men die In­vest­ment­ban­ker zu spü­ren, in­dem ihr Bo­nustopf ge­gen­über dem Vor­jahr um ein Drit­tel auf 1,5 Mrd. £ ab­nahm. Um­ge­rech­net auf An­zahl Mit­ar­bei­ter er­hielt je­der der 24 000 In­vest­ment­ban­ker ge­mäss Jah­res­be­richt ei­nen Bo­nus von 64 000 £ im Durch­schnitt.

Bob Dia­mond, CEO von Bar­clays, sag­te an der Prä­sen­ta­ti­on des Er­geb­nis­ses, es zei­ge die Vor­zü­ge der Uni­ver­sal­bank. Der Ge­winn vor Steu­ern ging nur 2% zu­rück. Das schwä­che­re Er­geb­nis der In­vest­ment­bank wur­de von der Ein­heit Re­tail and Bu­si­ness Ban­king auf­ge­fan­gen und da wie­der­um durch hö­he­re Ge­win­ne im bri­ti­schen Pri­vat­kun­den­ge­schäft so­wie in der Kre­dit­kar­ten­spar­te Bar­clay­card. Bei­de Ein­hei­ten ha­ben, be­son­de­re Ab­schrei­bun­gen nicht ge­rech­net, von ei­nem Rück­gang der Kre­dit­ver­lus­te pro­fi­tiert.

Trotz des sta­bi­len Er­geb­nis­ses sank die Ren­di­te des Ei­gen­ka­pi­tals auf 5,8%, weit ent­fernt von den 13%, die vor gut ei­nem Jahr als Ziel an­ge­kün­digt wur­den. Dia­mond gab sich je­doch über­zeugt, dass 13% das rich­ti­ge Ziel sei, auch wenn es noch nicht im kom­men­den Jahr er­reicht wer­de. Kei­ne ein­zi­ge Spar­te er­ziel­te ei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te von 13%, des­halb wur­de das Kos­ten­spar­pro­gramm kur­zer­hand auf 2 Mrd. £ ver­dop­pelt.

In Sa­chen re­gu­la­to­ri­sches Ka­pi­tal hat Bar­clays den Über­gang zur stren­ge­ren Eu-ka­pi­tal­vor­schrift CRD 3 (Ba­sel 2,5) mü­he­los ge­meis­tert; die ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ak­ti­ven san­ken gar 2%, die Kern­ka­pi­tal­quo­te stieg auf 11%. Mit dem Über­gang zu Ba­sel III, der 2012 statt­fin­det, bleibt der Fo­kus auf der Ka­pi­tal­quo­te.

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