UBS zahlt im Steu­er­streit nicht an Glo­bal­lö­sung

SCHWEIZ Schweiz prüft Än­de­run­gen an Fatca und Ab­sichts­er­klä­rung von eu­ro­päi­schen Län­dern

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - THO­MAS WYSS

Die Ab­sichts­er­klä­rung in Sa­chen Fatca, die die wich­ti­ge­ren EUStaa­ten mit den USA un­ter­zeich­net ha­ben, wird in Bern ge­prüft. Nicht, dass ein glei­ches Ab­kom­men für die Schweiz ei­ne Op­ti­on wä­re. Aber ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Re­ge­lung der Zu­kunft ist ein Ziel der Schweiz. Was die Ver­gan­gen­heit und den Steu­er­streit mit den USA be­trifft, ist ent­schei­dend, ob die UBS wie­der auf ir­gend­ei­ne Art und Wei­se mit ein­be­zo­gen wird.

Hoch­po­li­ti­sche Fra­ge

Die Us-steu­er­ver­wal­tung IRS hat Draft Ru­les ver­öf­fent­licht, die dar­auf hin­aus­lau­fen, dass die neu­en Be­stim­mun­gen spä­ter ein­ge­führt wer­den und in ein­zel­nen Punk­ten et­was we­ni­ger strikt aus­fal­len als bis­lang ge­dacht. Zu­dem ha­ben die USA mit meh­re­ren Eu-staa­ten in die­ser Sa­che ei­ne Ab­sichts­er­klä­rung un­ter­zeich­net.

Ein bi­la­te­ra­les Ab­kom­men, wie in der Ab­sichts­er­klä­rung an­ge­kün­digt, wür­de auch die Schweiz ger­ne un­ter­zeich­nen – al­ler­dings et­was an­de­ren In­halts. Die nun ver­öf­fent­lich­te Ab­sichts­er­klä­rung be­ruht auf ei­nem ge­gen­sei­ti­gen au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch. Auch die USA ge­ben den Län­dern, die Teil die­ser Ver­ein­ba­rung sind, au­to­ma­ti­sche In­for­ma­tio­nen über von Steu­er­pflich­ti­gen in den USA ge­hal­te­ne Kon­ti.

Das wä­re für die Schweiz ein ge­wal­ti­ger Schritt in Rich­tung au­to­ma­ti­scher In­for­ma­ti­ons­aus­tausch. Es ist ei­ne hoch­po­li­ti­sche Fra­ge, ob die Schwei­zer von den USA tat­säch­lich au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch er­hal­ten, aber der EU ge­gen­über kei­nen sol­chen ge­wäh­ren wol­len.

In Sa­chen Steu­er­streit gab es in die­sen Ta­gen kei­ne wirk­lich neu­en Ent­wick­lun­gen. Spe­ku­la­tio­nen, ob und in wel­cher Form die UBS und/oder die Fi­nanz­markt­auf­sichts­be­hör­de Fin­ma da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben, dass die USA nun wis­sen, zu wel­chen Schwei­zer Ban­ken US- Steu­er­hin­ter­zie­her ihr Geld nach der UBS brach­ten, wirft die Fra­ge auf, ob die UBS in den Steu­er­streit mit ein­be­zo­gen wird. Das kann aus­ge­schlos­sen wer­den, ha­ben die UBS doch ge­mäss ei­ge­nen An­ga­ben nur das ge­macht, was von der Fin­ma ver­fügt oder mit den USA ab­ge­macht war.

Frei­wil­li­ge Zah­lun­gen?

Für die UBS ist die Sa­che er­le­digt, auch was die von der Schweiz ge­wünsch­te Glo­bal­lö­sung be­trifft. Die UBS wird nicht ge­be­ten, an ei­ner sol­chen Glo­bal­lö­sung fi­nan­zi­ell zu par­ti­zi­pie­ren.

Was die elf Ban­ken be­trifft, die sich im Fo­kus der ame­ri­ka­ni­schen Be­hör­den be­fin­den, so kön­nen die­se all­fäl­li­ge Bus­sen und Ab­ga­ben an die USA von ih­rem theo­re­tisch er­rech­ne­ten Bei­trag an die Glo­bal­lö­sung in Ab­zug brin­gen. Der Be­trag soll sich an den Kon­to­be­zie­hun­gen der Jah­re 2008 und 2009 ori­en­tie­ren. Ge­wis­se Ban­ken wür­den lie­bend ger­ne par­ti­zi­pie­ren, an­de­re Ban­ken mit völ­lig re­gu­lä­rem oder oh­ne ame­ri­ka­ni­sches Ge­schäft wür­den nicht be­zah­len wol­len.

Für die Be­zah­lung be­ste­hen ver­schie­de­ne Mo­del­le. Ei­nes geht da­von aus, dass die Par­ti­zi­pa­ti­on an der Glo­bal­lö­sung frei­wil­lig ist. Aber nur Ban­ken, die mit­be­zah­len, wer­den von ei­nem all­fäl­li­gen Sün­den­er­lass pro­fi­tie­ren.

Das al­les ist bis jetzt nur Theo­rie. Bis­lang hiess es aus Ban­ken­krei­sen im­mer wie­der, die USA woll­ten ei­ne sol­che Glo­bal­lö­sung nicht. Sie ha­ben es viel­mehr dar­auf an­ge­legt, al­le ih­re ei­ge­nen Steu­er­sün­der rund um den Glo­bus auf­zu­spü­ren. Ein Ablass­han­del wür­de die­sen Be­stre­bun­gen zu­wi­der­lau­fen.

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