Au­to­ma­tis­mus als Ziel

USA/EU Be­kennt­nis zu Bank­kun­den-in­for­ma­ti­ons­aus­tausch

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - DIETEGEN MÜL­LER

Fünf Eu-län­der und die USA wol­len den grenz­über­schrei­ten­den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch in Steu­er­fra­gen in­ten­si­vie­ren. Wie er­war­tet, ha­ben ei­ni­ge Eu-län­der – Deutsch­land, Frank­reich, Gross­bri­tan­ni­en, Ita­li­en und Spa­ni­en – mit den USA am Mitt­woch ei­ne Ab­sichts­er­klä­rung vor­ge­legt (vgl. FUW Nr. 9 vom 1. Fe­bru­ar). Da­mit soll die Zu­sam­men­ar­beit bei der Be­kämp­fung der Steu­er­hin­ter­zie­hung im grenz­über­schrei­ten­den Be­reich ge­stärkt wer­den. Im­puls­ge­ber für die Ver­hand­lun­gen war da­bei die Eu-kom­mis­si­on, die auch ei­nen Eu-wei­ten au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch an­strebt.

Vor­ge­se­hen ist ge­mäss der Er­klä­rung ein ge­gen­sei­ti­ger In­for­ma­ti­ons­aus­tausch: Nicht nur lie­fern die ge­nann­ten EU-LÄN­der In­for­ma­tio­nen über Kon­ten von USBür­gern in ih­rem Ho­heits­ge­biet an die USA. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind im Ge­gen­zug auch da­zu be­reit, In­for­ma­tio­nen über Kon­ten von Eu-bür­gern bei USFi­nanz­in­sti­tu­ten zu er­he­ben und «au­to­ma­tisch aus­zu­tau­schen».

Ein Sys­tem fehl­te bis­her

Un­mit­tel­ba­rer An­lass ist die Um­set­zung des von den USA be­schlos­se­nen For­eign Ac­count Tax Com­p­li­an­ce Act (Fatca), der ab 2014 in Kraft tre­ten soll. Jo­han­nes Blan­ken­heim, Spre­cher des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums (BMF), er­klär­te auf An­fra­ge von «Fi­nanz und Wirt­schaft», Fatca sei «nur vor dem Hin­ter­grund ver­ständ­lich, dass ein staa­ten­über­grei­fen­des Sys­tem der Be­kämp­fung der Steu­er­hin­ter­zie­hung im grenz­über­schrei­ten­den Be­reich fehlt».

An­ge­strebt wird von den Be­tei­lig­ten ei­ne lang­fris­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit zur Aus­ar­bei­tung stan­dar­di­sier­ter Mel­de- und Sorg­falts­pflich­ten. Ein ge­mein­sa­mes Vor­ge­hen soll auf Grund­la­ge «be­ste­hen­der bi­la­te­ra­ler Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men» ge­prüft wer­den.

Für be­trof­fe­ne Fi­nanz­in­sti­tu­te re­du­ziert sich der Auf­wand zur Fatca-um­set­zung ge­mäss Blan­ken­heim «er­heb­lich». Es wä­ren kei­ne Ein­zel­ver­ein­ba­run­gen mit dem Us-fis­kus so­wie da­mit ver­bun­de­ne Pflich­ten, et­wa den Steu­er­ein­be­halt auf «durch­ge­lei­te­te Zah­lun­gen», nö­tig. In deut­schen Ban­ken­krei­sen wird das Vor­ha­ben be­grüsst. Ei­ne ge­naue Abgrenzung der be­trof­fe­nen In­sti­tu­te sei aber noch aus­zu­ar­bei­ten, so das BMF. Die Ab­sichts­er­klä­rung soll «zeit­nah» in ei­ne pa­ra­phier­ba­re Form ge­gos­sen wer­den. Das BMF er­war­tet, dass sich auch an­de­re Eu-staa­ten dem «vor­ge­zeich­ne­ten Weg an­schlies­sen». Eu-in­tern ist der au­to­ma­ti­sche In­for­ma­ti­ons­aus­tausch nicht un­um­strit­ten.

Kein Wi­der­spruchs­recht

Zur tech­ni­schen Um­set­zung ver­weist das BMF auf Stan­dar­di­sie­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Eu-zins­richt­li­nie, die den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch er­leich­tern. Für den Da­ten­trans­fer auf deut­scher Sei­te ist das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern zu­stän­dig. Soll­te es ein rechts­kräf­ti­ges Ab­kom­men ge­ben, wer­den deut­sche Bank­kun­den dem In­for­ma­ti­ons­aus­tausch nicht wi­der­spre­chen kön­nen.

Die fünf Eu-län­der ha­ben sich auch ver­pflich­tet, «mit an­de­ren Fatca-part­nern, der OECD und ge­ge­be­nen­falls der EU» zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, um Fatca «mit­tel­fris­tig zu ei­nem all­ge­mei­nen Mo­dell für den au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zu ma­chen, ein­schliess­lich der Aus­ar­bei­tung stan­dar­di­sier­ter Mel­de- und Sorg­falts­pflich­ten».

Das ste­he nicht im Ge­gen­satz zu Lö­sun­gen, «die ge­gen­wär­tig mit der Schweiz ver­ein­bart wor­den sind», er­klär­te das BMF. Die Ra­ti­fi­zie­rung des deutsch-schwei­ze­ri­schen Ab­gel­tungs­steu­er­ab­kom­mens steht der­zeit we­gen ei­ner wohl feh­len­den Mehr­heit in der Län­der­kam­mer auf der Kip­pe. Es sieht bis­her kei­nen au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch vor.

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