Noch mehr An­lei­hen­käu­fe

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CP

Der bri­ti­schen Wirt­schaft ist nur schwer zu hel­fen. Nach An­sicht der Bank of En­g­land rei­chen die üb­li­chen Mit­tel der Geld­po­li­tik als Sti­mu­lus nicht mehr. Das geld­po­li­ti­sche Gre­mi­um der Zen­tral­bank hat des­halb am Don­ners­tag ent­schie­den, noch­mals 50 Mrd. £ zu dru­cken um Staats­an­lei­hen zu kau­fen, was von der Mehr­heit der Öko­no­men er­war­tet wur­de. Der Be­trag wird über die kom­men­den drei Mo­na­te in­ves­tiert. Ins­ge­samt steigt der Be­trag, den Bank of En­g­land für Staats­an­lei­hen (engl: Gilts) aus­gibt, auf 325 Mrd. £.

Sie be­sitzt da­mit rund ein Drit­tel des Gilt-markts. Azad Zan­ga­na, Eu­ro­pa­öko­nom des Fond­hau­ses Schro­ders, be­zwei­felt in ei­ner Stel­lung­nah­me, dass das fri­sche Geld – der Be­trag ent­spricht gut 3% des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) – die Re­al­wirt­schaft er­rei­chen wird. Denn die Ban­ken kür­zen mo­men­tan ih­re Bi­lan­zen. Die Er­hö­hung des Kauf­pro­gramms «re­du­ziert das Ri­si­ko ei­ner bal­di­gen noch­ma­li­gen Re­zes­si­on kaum», schrieb Zan­ga­na. Im letz­ten Quar­tal des ver­gan­ge­nen Jah­res ist die bri­ti­sche Wirt­schaft nach ers­ten Schät­zun­gen um 0,2% ge­schrumpft.

Die BOE er­war­tet im lau­fen­den Jahr ei­ne kon­stan­te Ver­bes­se­rung des BIP un­ter­stützt durch ei­ne leich­te Er­hö­hung der rea­len Haus­halts­ein­kom­men dank sin­ken­der In­fla­ti­on. Si­mon Ward, Öko­nom des As­set Ma­na­gers Hen­der­son, zwei­felt je­doch an die­ser Aus­sicht und hält die An­lei­hen­käu­fe für ei­nen «wei­te­ren geld­po­li­ti­schen Feh­ler», wie er in sei­nem Blog schreibt. Denn die In­fla­ti­ons­schät­zun­gen der Zen­tral­bank sei­en seit 2005 um dur­schnitt­lich 1 Pro­zent­punkt da­ne­ben­ge­le­gen. Bei ei­nem In­fla­ti­ons­ziel von 2% sei dies ei­ne be­deu­ten­de Ab­wei­chung.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.