Ro­che GS sind ro­bust

SCHWEIZ Bank­ak­ti­en zie­hen Ge­samt­markt zum Wo­chen­schluss nach un­ten – No­bel Bio­ca­re ver­lie­ren ein Vier­tel

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - ADRI­AN BLUM

Nachrichten hei­mi­scher Un­ter­neh­men fan­den in den ver­gan­ge­nen Ta­gen durch­aus Be­ach­tung. Gleich­wohl mach­te pri­mär das Hin und Her um die Grie­chen­land­hil­fen die Kur­se. Im Fi­nanz­seg­ment wur­de die ge­ne­rel­le Er­nüch­te­rung noch durch ent­täu­schen­de Quar­tals­zah­len der Cre­dit Suis­se for­ciert. Im Wo­chen­ver­gleich er­gab sich für den Swiss Mar­ket In­dex ein Mi­nus von 0,4% auf 6130,68.

Die CS Group (Ak­ti­en im Wo­chen­ver­gleich –8,1%) ver­graul­te die An­le­ger mit ih­ren am Don­ners­tag vor­ge­leg­ten Er­geb­nis­sen zum vier­ten Quar­tal. Schon im Pri­va­te Ban­king über­zeug­te die Bank nicht be­son­ders. Ir­ri­tiert hat den Markt aber vor al­lem der im In­vest­ment Ban­king er­lit­te­ne Quar­tals­ver­lust vor Steu­ern von 1,3 Mrd. Fr. Ge­ra­de im Bran­chen-

CS Group N

Ro­che GS ver­gleich macht sich das nicht gut (vgl. Sei­ten 14 und 15). Dass der Ab­bau der ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ak­ti­ven ge­mäss CEO Bra­dy Dou­gan schnel­ler als ge­plant ab­lau­fen soll, half we­nig. Die Va­lo­ren der UBS, die in der ers­ten Wo­chen­hälf­te ih­re Zah­len prä­sen­tier­te, ver­lo­ren 5,4%. Bes­ser hiel­ten sich – oh­ne spe­zi­el­le Nachrichten – die Ver­si­che­rungs­ak­ti­en. Zu­rich Fi­nan­ci­al – der Ver­si­che­rer will am Don­ners­tag die Bi­lanz prä­sen­tie­ren – ten­dier­ten seit­wärts (+0,7%), Swiss Re ver­lo­ren 1,1%.

Ei­ne bit­te­re Wo­che durch­leb­ten die Ak­tio­nä­re von No­bel Bio­ca­re (Ak­ti­en –24,3%). Das Un­ter­neh­men sieht an­ge­sichts des schwie­ri­gen kon­junk­tu­rel­len Um­felds ein schwa­ches Markt­wachs­tum und für 2012 ei­nen sta­gnie­ren­den Ge­winn (vgl. In­ter­view mit CEO Richard Lau­be Sei­te 5).

Ro­che (GS +3,3%) er­hol­ten sich er­freu­li­cher­wei­se et­was von ih­rem

No­bel Bio­ca­re N jüngs­ten Schwä­che­an­fall. Der Kurs­ge­winn über­rascht ein we­nig an­ge­sichts der Tat­sa­che, dass der Bas­ler Phar­ma­rie­se mit sei­nem Plan, Il­lu­mi­na zu über­neh­men, nicht so gut vor­an­kommt wie wohl er­hofft: Das Ma­nage­ment der USDia­gnos­tik­spe­zia­lis­tin hat das An­ge­bot of­fi­zi­ell zu­rück­ge­wie­sen. Der ge­bo­te­ne Preis von 44.50 $ je Ak­tie (5,7 Mrd. $) sei zu nied­rig. Der Il­lu­mi­na-ak­ti­en­kurs von fast 53 $ am Frei­tag spricht Bän­de: Mög­li­cher­wei­se wird Ro­che rund 20% mehr (1,1 Mrd. $) auf den Tisch le­gen müs­sen.

Zy­kli­ker hiel­ten sich ge­mes­sen am Auf­le­ben kon­junk­tu­rel­ler Sor­gen recht gut, so et­wa ABB (–1,9%) und Hol­cim (–0,2%). Bes­ser als der Markt ent­wi­ckel­ten sich Ems-che­mie (+1%), auch dank der am Frei­tag vor­ge­leg­ten Jah­res­zah­len und dem Aus­blick (vgl. Sei­te 9).

Die Uh­ren­wer­te er­hol­ten sich in der zwei­ten Wo­chen­hälf­te nur teil­wei­se von ih­rem Rück­schlag nach den Jah­res­zah­len von Swatch Group. Die In­ha­ber­ak­ti­en ver­lo­ren im Wo­chen­ver­gleich 4,9%, Ri­che­mont ga­ben 4,6% nach. Die gu­ten Um­satz­an­ga­ben des fran­zö­si­schen Wett­be­wer­bers Her­mès hat­ten we­nig Ein­fluss.

Die freund­li­che­re Kon­s­um­stim­mung ge­mäss dem vom Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft er- rech­ne­ten In­di­ka­tor wirk­te sich un­ter­schied­lich auf die De­tail­han­dels­ak­ti­en aus. Va­lo­ra ge­wan­nen 2,7%, da­ge­gen ver­zeich­ne­ten Mo­bi­le­zo­ne (–1%) leich­te Ein­bus­sen, Charles Vö­ge­le (+4,3%) rück­ten deut­li­cher. In die­sem Fall dürf­te aber vor al­lem die Mel­dung, wo­nach Best­in­ver sei­nen An­teil auf 2,55% hal­biert hat, stein­al­te Re­fle­xe in Sa­chen Mi­gros und Über­nah­me­theo­rie ge­weckt ha­ben.

Gut ge­hal­ten zeig­ten sich Nest­lé (+0,9%). Der Nah­rungs­mit­tel­kon­zern wird am Don­ners­tag den Jah­res­be­richt 2011 vor­le­gen. Er­war­tet wird ein or­ga­ni­sches Um­satz­wachs­tum von gut 6%. Eu­ro- und Dol­lar­schwä­che be­las­ten je­doch. 2012 soll­te die­ser Ef­fekt ge­rin­ger sein, und im Ein­kauf von Rohwaren, der 2011 Zu­satz­kos­ten von ge­gen 3 Mrd. Fr. ver­ur­sach­te, soll­te ei­ne Ent­span­nung re­sul­tie­ren.

Lindt & Sprüng­li (PS +1,6%) rück­ten am Frei­tag vor, als Zah­len zur Markt­ent­wick­lung be­kannt wur­den: Der Scho­ko­la­de­kon­sum in der Schweiz ging 2011 um ei­ne Ta­fel auf 11,9 kg pro Kopf zu­rück, die Ex­port­vo­lu­men nah­men 0,4% zu. Lindt & Sprüng­li hat­te da­ge­gen Mitte Ja­nu­ar 6% or­ga­ni­sches Wachs­tum ge­mel­det, was sich nun als sehr an­spre­chen­des Re­sul­tat er­weist. Bar­ry Cal­le­baut (+0,6%) re­agier­ten kaum.

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