Ri­si­ko­ap­pe­tit war rasch wie­der ge­stillt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

Recht­zei­tig vor ih­rem nächs­ten län­ger­fris­ti­gen Re­fi­nan­zie­rungs­ten­der (LTRO) En­de Fe­bru­ar hat die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) die Kri­te­ri­en, wel­che Schuld­ti­tel hin­ter­legt wer­den kön­nen, aus­ge­wei­tet bzw. auf­ge­weicht. Sie bie­tet da­mit mehr Ban­ken die Mög­lich­keit, sich zu be­tei­li­gen und fau­le Pa­pie­re aus ih­ren Bü­chern zu ent­fer­nen. Die na­tio­na­len Eu­ro-no­ten­ban­ken stel­len un­ter­schied­li­che An­for­de­run­gen. Es gilt je­doch wei­ter die Re­gel, dass es ge­nügt, wenn nur ei­ne No­ten­bank der Eu­ro­zo­ne die je­wei­li­ge Si­cher­heit ak­zep­tiert, um sie für die Ezb-re­pos zu­zu­las­sen (vgl. Sei­te 24).

Deutsch­land hat am Mitt­woch knapp 3,3 Mrd. € an fünf­jäh­ri­gen Bun­des­ob­li­ga­tio­nen zu ei­nem Durch­schnitts­kurs von 99,23% ver­stei­gert. Die Durch­schnitts­ren­di­te stell­te sich auf 0,91% nach zu­vor 0,9%. Die Auk­ti­on war nach An­ga­ben der Deut­schen Bun­des­bank nur 1,8-fach über­zeich­net, im Ja­nu­ar hat­te die Quo­te noch 2,8 be­tra­gen. Der wie­der er­wach­te Ri­si­ko­ap­pe­tit der An­le­ger, der zur Wo­chen­mit­te die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger Bun­des­an­lei­hen und Us-tre­a­su­ries über die wich­ti­ge 2%-Mar­ke trieb, hielt nicht lan­ge. Als sich am Frei­tag die Be­fürch­tun­gen mehr­ten, die Sa­nie­rungs­be­mü­hun­gen um Grie­chen­land könn­ten doch noch schei­tern, be­ka­men die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen deut­schen und USBonds wie­der die Eins vor dem Kom­ma.

Spa­ni­sche Ban­ken und auch Te­le­fo­ni­ca ha­ben er­folg­reich in grös­se­rem Stil Ka­pi­tal auf­ge­nom­men (vgl. Ta­bel­le rechts). Of­fen­bar wir­ken die neu­en Re­form­mass­nah­men im ibe­ri­schen Ban­ken­sek­tor ver­trau­ens­bil­dend, kom­men­tier­ten Händ­ler. Stan­dard & Poor’s wer­tet die ge­plan­te Fu­si­on des Roh­stoff­kon­zerns Glencore mit dem Berg­bau­kon­zern Xstra­ta po­si­tiv und stellt dem neu­en Ge­bil­de – falls es zu­stan­de kommt – ei­ne Ver­bes­se­rung von BBB auf BBB+ in Aus­sicht. Das Deut­sche Ak­ti­en­in­sti­tut, der Bun­des­ver­band der Deut­schen In­dus­trie und der Ver­band deut­scher Tre­a­su­rer leh­nen den Vor­schlag der Eu-kom­mis­si­on ei­ner er­wei­ter­ten Re­gu­lie­rung von Ra­ting­agen­tu­ren ab. S&P, Moo­dy’s und Fitch lie­fer­ten grund­sätz­lich gu­te Un­ter­neh­mens­ra­tings. Wei­te­re Re­gu­lie­run­gen scha­de­ten nur der Qua­li­tät, heisst es in ei­ner Mit­tei­lung der Ver­bän­de.

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