Vol­cker ver­tei­digt sein Ge­setz

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - CG

Das Ver­bot des Ei­gen­han­dels für Gross­ban­ken zählt – wie stren­ge­re Ka­pi­tal­auf­la­gen und re­gel­mäs­si­ge Stress­tests – zu den Kern­ele­men­ten der Us-fi­nanz­markt­re­form Dodd-frank. Die Vol­cker-re­gel, be­nannt nach dem frü­he­ren Us-no­ten­bank­prä­si­den­ten Paul Vol­cker, soll ver­hin­dern, dass sys­tem­re­le­van­te Fi­nanz­in­sti­tu­te ihr ei­ge­nes Ka­pi­tal aufs Spiel set­zen. Das stösst bei den Us-ban­ken auf Wi­der­stand und hat in­ter­na­tio­nal Kri­tik aus­ge­löst. Am Mon­tag ist die Frist für Ein­ga­ben zur Um­set­zung des Ge­set­zes ab­ge­lau­fen. Auch Vol­cker per­sön­lich hat sich zu Wort ge­mel­det.

«Der Ei­gen­han­del ist in sei­nem We­sen grund­sätz­lich spe­ku­la­tiv und dient pri­mär dem Pro­fit ei­ner klei­nen Grup­pe von hoch be­zahl­ten An­ge­stell­ten so­wie Ak­tio­nä­ren», schreibt Vol­cker in ei­nem fünf­sei­ti­gen Kommentar. «Sub­ven­tio­nen der Steu­er­zah­ler durch den rou­ti­ne­mäs­si­gen Zu­gang zu Kre­di­ten der Zen­tral­bank, durch die staat­li­che Ein­la­ge­ver­si­che­rung und durch So­fort­hil­fe bei Not­fäl­len sind in die­sem Ge­schäft da­her nicht ge­recht­fer­tigt.» Wei­ter hält er fest, dass in­ter­ne Ri­si­ko­kon­trol­len er­wie­se­ner­mas­sen schwie­rig um­zu­set­zen sind und gros­se Han­dels­po­si­tio­nen in sys­tem­kri­ti­schen Fi­nanz­in­sti­tu­tio­nen zur Kre­dit­kri­se bei­ge­tra­gen ha­ben.

Be­son­ders kri­ti­siert wird, dass die Vol­cker-re­gel die Li­qui­di­tät in den Fi­nanz­märk­ten ver­rin­gern wer­de. Ge­ra­de im Be­reich von An­lei­hen er­hö­he das die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten von Un­ter­neh­men und Staa­ten. Vol­cker er­wi­dert dar­auf, dass über­mäs­si­ge Li­qui­di­tät auch spe­ku­la­ti­ves Tra­ding er­mu­ti­ge, was nicht im öf­fent­li­chen In­ter­es­se sei. Zu­dem be­zwei­felt der 84-Jäh­ri­ge, dass den Us-ban­ken ein Wett­be­werbs­nach­teil ge­gen­über der aus­län­di­schen Kon­kur­renz ent­ste­he. Denn für den Er­folg im klas­si­schen Bank­ge­schäft brau­che es kei­nen Ei­gen­han­del.

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