New Va­lue aus Eng­pass be­freit

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TH

Der Er­halt ei­nes Dar­le­hens über 1 Mio. Fr. vom In­dus­trie­un­ter­neh­men Angst + Pfis­ter hat der Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft New Va­lue zu­sam­men mit dem Ver­kauf von 35 000 Ak­ti­en aus dem Ei­gen­be­stand (et­wa 1% des Ka­pi­tals zu ge­schätzt 200 000 Fr.) die für den Wei­ter­be­trieb nö­ti­gen Geld­mit­tel zu­ge­führt. Die an nicht ko­tier­ten Jung­un­ter­neh­men be­tei­lig­te Ge­sell­schaft mit rund 60 Mio. Fr. Ver­mö­gen war in den Eng­pass ge­ra­ten, weil der in­zwi­schen zu­rück­ge­tre­te­ne Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Rolf Wäg­li rund 10 Mio. Fr. durch ei­ne zu um­fang­rei­che Fi­nan­zie­rungs­trans­ak­ti­on aufs Spiel ge­setzt hat.

Das Un­ter­neh­men hat Straf­an­zei­ge ge­gen Wäg­li er­stat­tet (vgl. FUW Nr. 10 vom 1. Fe­bru­ar). «Es sind Hand­lun­gen pas­siert, die nicht mit den Re­gu­la­ti­ven von New Va­lue kon­form sind», er­klärt Ver­wal­tungs­rats­de­le­gier­ter Paul Sant­ner auf An­fra­ge. Er und die wei­te­ren Ver­wal­tungs­rä­te (Prä­si­dent Tho­mas Kel­ler so­wie Ger­hart Is­ler und Jan Lars­son) hät­ten die Trans­ak­tio­nen ent­deckt. Wäg­li ha­be die Ge­le­gen­heit zur Rück­füh­rung der Gel­der er­hal­ten, was in be­schränk­tem Um­fang auch ge­sche­hen sei. «Wohl je­des Kon­troll­sys­tem kann mit ge­ziel­ten Hand­lun­gen um­gan­gen wer­den», recht­fer­tigt Sant­ner die von aussen

New Va­lue N be­trach­tet spä­te Re­ak­ti­on des Ver­wal­tungs­rats­gre­mi­ums.

Un­be­ein­träch­tigt da­von wer­de die Be­glei­tung der Port­fo­li­oun­ter­neh­men und ih­re ope­ra­ti­ve Ent­wick­lung wei­ter­ge­führt, er­gänz­te Sant­ner. Auf der Be­tei­li­gung am Ener­gie­tech­nik­un­ter­neh­men So­lar In­dus­tries – der mit 11,8 Mio. Fr. Schätz­wert ge­wich­tigs­ten Port­fo­li­o­po­si­ti­on – sei al­ler­dings ei­ne Wert­be­rich­ti­gung in «noch nicht be­kann­tem Aus­mass» un­ver­meid­lich. Zu­dem müs­se das En­ga­ge­ment im Agrar­tech­nik­un­ter­neh­men My­co­sym von zu­letzt 1,7 Mio. Fr. im Um­fang von 1,1 Mio. Fr. ab­ge­schrie­ben wer­den. Der Ver­lust ent­ste­he we­gen ei­ner Re­struk­tu­rie­rung mit Be­triebs­zu­sam­men­le­gung.

Im Wei­te­ren kon­zen­trie­re sich New Va­lue auf die Wei­ter­ent­wick­lung der im Port­fo­lio ver­blie­be­nen er­folg­ver­spre­chen­den Ge­sell­schaf­ten. Im Au­gust ist ei­ne Rea­li­sie­rungs­stra­te­gie be­schlos­sen wor­den, weil die mit der För­de­rung so­ge­nannt nach­hal­ti­ger Jung­un­ter­neh­men an­ge­streb­te Wert­schöp­fung zu ge­ring aus­ge­fal­len ist. Die Ve­räus­se­rung der Fir­men soll in­ter­es­se­wah­rend über ei­nen mehr­jäh­ri­gen Zei­t­raum ge­sche­hen.

Die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft ist noch an zehn pri­va­ten Fir­men der Bran­chen Ge­sund­heit und Cle­an­tech be­tei­ligt. Gröss­ter Er­folg für New Va­lue war der Au­fund Aus­bau des Solar­tech­ni­kers 3S, der 2009 mit ho­hem Ge­winn an die ko­tier­te Mey­er Bur­ger ab­ge­tre­ten wur­de.

Die Ak­ti­en New Va­lue müs­sen als Hoch­ri­si­ko­an­la­ge be­trach­tet wer­den. Der Buch­wert von knapp 18 Fr. je Ak­tie zum Stich­tag En­de Ja­nu­ar kann nur mehr be­dingt ein Richt­mass sein. Die we­gen der un­rühm­li­chen Vor­komm­nis­se mas­si­ve Ab­setz­be­we­gung der In­ves­to­ren hat die Pa­pie­re mög­li­cher­wei­se zu stark ge­drückt. Die Wert­hal­tig­keit des Port­fo­li­os kann in­des we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den, falls New Va­lue zu ei­nem Be­tei­li­gungs­aus­ver­kauf schrei­ten müss­te.

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