MAN er­war­tet Rück­gang

DEUTSCH­LAND Um­satz und Er­geb­nis leicht un­ter Vor­jahr ge­se­hen

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - CHRIS­TI­AN BRAUN

Blu­men oder Scho­ko­la­de hat MAN am Va­len­tins­tag nicht be­kom­men, ein klei­nes Zei­chen der Wert­schät­zung gab es aber den­noch – in Form ei­nes Kurs­ge­winns an der Bör­se. Sich selbst hat der Mün­che­ner Nutz­fahr­zeug- und Ma­schi­nen­bau­kon­zern nicht lum­pen las­sen: Er «be­schenk­te» die Markt­teil­neh­mer mit ei­nem wie er­war­tet an­sehn­li­chen Jah­res­ab­schluss (vgl. Ta­bel­len) und ei­nem den Um­stän­den ent­spre­chend so­li­den Aus­blick. Bis am frü­hen Di­ens­tag­nach­mit­tag zo­gen die Ak­ti­en 1,2% an (Dax: +0,4).

Im lau­fen­den Jahr wird die Ent­wick­lung der Grup­pe vor al­lem da­durch ge­bremst, dass sie mit ih­ren Nutz­fahr­zeu­gen nicht in Nord­ame­ri­ka ver­tre­ten ist, ei­nem Markt, für den auch 2012 Wachs­tum er­war­tet wird. Die Ak­ti­vi­tä­ten des Ge­schäfts­felds Com­mer­ci­al Ve­hi­cles (MAN Truck & Bus und MAN La­tin Ame­ri­ca) sind in­ter­na­tio­nal zwar breit ab­ge­stützt, ha­ben aber Eu­ro­pa und Bra­si­li­en als Kern­ge­bie­te. Und da ist 2012 nicht viel zu er­war­ten.

In Eu­ro­pa rech­ne er mit ei­nem Nfz-ge­schäft in et­wa auf Vor­jah­res­ni­veau, wäh­rend der Ab­satz in Bra­si­li­en rück­läu­fig sein wer­de, lässt sich Fi­nanz­chef Frank Lutz in der Pres­se­mel­dung zi­tie­ren. Der Um­satz von Com­mer­ci­al Ve­hi­cles wer­de da­her 2012 vor­aus­sicht­lich um bis zu 5% sin­ken. Bes­ser sieht es da­ge­gen für das Ge­schäfts­feld Po­wer En­gi­nee­ring (MAN Die­sel & Tur­bo und Renk) aus, für das ein Zu­wachs um et­wa 5% er­war­tet wird.

Das reicht aber nicht, um auf Kon­zern­ebe­ne das Re­kord­ni­veau von 2011 zu hal­ten. Der leicht rück­läu­fi­ge Ge­samt­um­satz wer­de auch ein leicht nied­ri­ge­res ope­ra­ti­ves Er­geb­nis nach sich zie­hen, führt Fi­nanz­chef Lutz wei­ter aus. Er rech­net mit ei­ner ope­ra­ti­ven Mar­ge, die un­ge­fähr dem über den Zy­klus an­ge­streb­ten Mit­tel­wert von 8,5% ent­spricht. Zu­grun­de ge­legt wird da­bei ein Sze­na­rio, in dem es ge­lingt, die Fi­nanz­märk­te zu be­ru­hi­gen und da­mit ein gra­vie­ren­des Über­grei­fen der Un­si­cher- heit auf die Re­al­wirt­schaft zu ver­hin­dern.

Der Jah­res­be­richt 2011 zeigt ins­ge­samt we­nig Auf­fäl­lig­kei­ten, sieht man von der Ein­mal­be­las­tung im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­kauf von Fer­ro­staal und der von 34 auf 30% ge­sun­ke­nen Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te ab. Dass die Net­to­ver­schul­dung auf 2,21 (i. V. 1,78) Mrd. € ge­stie­gen ist, liegt an den Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen; die Re­fi­nan­zie­rung des Vo­lu­men­wachs­tums ist auch der Grund für den ne­ga­ti­ven frei­en Cash­flow auf Kon­zern­ebe­ne. Das in­dus­tri­el­le Ge­schäft ist im Ge­gen­satz da­zu nach wie vor schul­den­frei und hat auch 2011 ei­nen Zuf­luss frei­er Mit­tel be­wirkt.

An der Ein­schät­zung der Ak­ti­en von MAN hat sich mit den In­for­ma­tio­nen von der Jah­res­pres­se­kon­fe­renz am Di­ens­tag nichts ge­än­dert: Lang­fris­tig liegt mehr drin, doch auf ab­seh­ba­re Zeit sind der Fan­ta­sie Gren­zen ge­setzt.

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