Bobst vor­sich­tig für 2012

SCHWEIZ Tur­naround auf Kurs – Kurs­schwä­chen für Käu­fe nut­zen

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - AM

Der welt­gröss­te Her­stel­ler von Ver­pa­ckungs­ma­schi­nen Bobst mel­det für 2011 ei­nen Um­satz­rück­gang um 10 Mio. auf 1270 Mio. Fr. Da­hin­ter ver­steckt sich al­ler­dings ein Vo­lu­men­wachs­tum von im­mer­hin 5,9% – wer­den die Un­ter­neh­mens­zu­käu­fe ad­diert, re­sul­tiert gar ein Zu­wachs von 8,5%. Doch der har­te Fran­ken be­wirk­te ei­ne Um­satz­min­de­rung von 9,3%, was per sal­do zu dem 10-Mio.-fr.-rück­gang führ­te.

Bobst steckt mit­ten in ei­ner gros­sen Re­struk­tu­rie­rung, die den Pro­duk­ti­ons­pro­zess schlan­ker gestal­ten und den Break-even-punkt sen­ken soll (vgl. In­ter­view mit CEO Je­an-pas­cal Bobst in der «FUW» Nr. 8 vom 28. Ja­nu­ar). Ers­te Aus­wir­kun­gen da­von zei­gen sich 2011: Trotz des Fran­ken­drucks konn­te vor Re­struk­tu­rie­rungs­kos­ten ein Rein­ge­winn er­zielt wer­den, teil­te Bobst am Di­ens­tag mit (2010: –2 Mio. Fr.). Nach Ab­zug die­ser Kos­ten (et­wa 12 Mio. Fr.) wer­de ein klei­ner Ver­lust

Bobst Group N re­sul­tie­ren. Dar­aus lässt sich ab­lei­ten, dass der ef­fek­ti­ve Ge­winn 2011 et­wa 10 Mio. Fr. be­tra­gen hat. Ge­naue Zah­len wer­den am 28. März pu­bli­ziert.

Die jetzt vor­ge­leg­ten ers­ten Eck­wer­te sind et­was bes­ser als die Pro­gno­sen, die das Un­ter­neh­men noch im De­zem­ber an­läss­lich ei­ner Ana­lys­ten­prä­sen­ta­ti­on ab­ge­ge­ben hat­te. Da­mals war von ei­nem Um­satz von 1230 bis 1260 Mio. Fr. die Re­de. Grund für das bes­se­re Re­sul­tat sind ro­bus­te Ge­schäf­te im De­zem­ber.

Ins neue Jahr star­te­te Bobst mit ei­nem wäh­rungs­be­dingt 5% nied­ri­ge­ren Be­stel­lungs­be­stand als vor Jah­res­frist. Für das ge­sam­te Jahr wird, wie schon im De­zem­ber kom­mu­ni­ziert, mit ei­nem Um­satz von 1130 bis 1230 Mio. Fr. ge­rech­net.

Trotz des ge­rin­ge­ren Um­sat­zes soll 2012 aber pro­fi­ta­bel ab­ge­schlos­sen wer­den. Mög­lich ist dies dank wei­te­rer Spar­ef­fek­te aus dem Re­struk­tu­rie­rungs­pro­gramm, das im letz­ten Herbst un­ter dem Ein­druck des har­ten Fran­kens noch um zu­sätz­li­che Mass­nah­men er­gänzt wur­de. Den­noch mu­tet die Um­satz­pro­gno­se von Bobst kon­ser­va­tiv an. Von der im Mai statt­fin­den­den Bran­chen­mes­se Dru­pa – sie wird nur al­le vier Jah­re ab­ge­hal­ten – kön­nen durch­aus zu­sätz­li­che Im­pul­se aus­ge­hen, auch wenn Bobst er­klärt, der Ein­fluss der Mes­se sei ge­ring, weil man Neue­run­gen je­weils un­ab­hän­gig von der Mes­se dem Markt prä­sen­tie­re.

Mit­tel­fris­tig will Bobst wie­der Um­sät­ze von 1,3 bis 1,4 Mrd. Fr. und ei­ne EbitMar­ge von 7% er­zie­len. Doch das dürf­te frü­hes­tens 2014 mög­lich sein. Die Ak­ti­en wer­den da­her bei vie­len An­le­gern nicht zu­vor­derst auf der Kauf­lis­te ste­hen. Das macht die Ti­tel an­fäl­lig für Kurs­kor­rek­tu­ren, die für Käu­fe ge­nutzt wer­den soll­ten. Denn der Tur­naround von Bobst ist auf gu­tem Weg.

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