Viel Ar­beit für Mon­ta­na

SCHWEIZ Ak­qui­si­tio­nen in Kroa­ti­en be­din­gen Kno­chen­ar­beit

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - ANDRE­AS MEI­ER

«Alu Men­zi­ken soll zu ei­nem mitt­le­ren Spie­ler im Alu-ge­schäft in Eu­ro­pa wer­den.» So be­grün­det Micha­el To­j­ner, Mehr­heits­ak­tio­när und CEO von Mon­ta­na Tech, zu der Alu Men­zi­ken ge­hört, ge­gen­über FUW den Kauf von zwei Alu­mi­ni­um­wer­ken in Kroa­ti­en. Letz­te Wo­che gab Mon­ta­na den Kauf des Alu-ver­pa­ckungs­un­ter­neh­mens AluF­lexpack und des Walz­werks TLM-TVP be­kannt. Ver­käu­fe­rin ist die in Nö­ten ste­cken­de Bank Hy­po­al­pea­dria.

In der Tat scheint die Er­gän­zung von Alu Men­zi­ken, die hoch­wer­ti­ge Alu­mi­ni­um­pro­duk­te her­stellt, um ei­nen Her­stel­ler ein­fa­che­rer Pro­duk­te und um ein Walz­werk an ei­nem Tief­kos­ten-stand­ort stra­te­gisch sinn­voll zu sein. Doch dürf­te we­ni­ger die Stra­te­gie als viel­mehr ih­re Um­set­zung ein Knack­punkt für Mon­ta­na wer­den. Die bei­den Wer­ke mit ei­nem Jah­res­um­satz von 250 Mio. € wer­fen ei­ne Ebitda-mar­ge von et­wa 5% ab (zum Ver­gleich: Mon­ta­na Tech er­zielt 400 Mio. € Um­satz und ei­ne Ebitda- Mar­ge von 13%). Weil auf den bei­den Un­ter­neh­men noch Schul­den las­ten, dürf­ten un­ter dem Strich Ver­lus­te re­sul­tie­ren. Dar­auf deu­tet auch der Kauf­preis hin, den Mon­ta­na Tech nicht nennt, der aber wohl den 70 Mio. € ent­spricht, mit de­nen die Wer­ke ge­mäss dem ös­ter­rei­chi­schen «Stan­dard» zu­letzt in den Bü­chern der Bank ge­stan­den ha­ben.

Ge­mäss Bran­chen­ken­nern sind die Wer­ke in ei­nem recht gu­ten Zu­stand. Das Walz­werk sei vor we­ni­gen Jah­ren auf­ge­rüs­tet wor­den, doch sei es seit Lan­gem chro­nisch un­ter­aus­ge­las­tet. Auch ha­be es häu­fig Ma­na­ger­wech­sel ge­ge­ben. Aluf­lexpack pro­du­ziert für Fer­re­ro und Nest­lé, was auf Qua­li­täts­pro­duk­te schlies­sen lässt. Ge­mäss To­j­ner hat­te Hy­po­al­pea­dria In­ves­ti­tio­nen von rund 30 Mio. € vor­ge­nom­men; «aber es sind wei­te­re 30 Mio. € nö­tig, um al­les op­ti­mal aus­zu­stat­ten», er­gänzt er. Fi­nan­ziert wer­den sol­len sie un­ter an­de­rem durch Kre­di­te der Eu­ro­päi­schen Bank für Wie­der­auf­bau und Ent­wick­lung (EBRD), die ge­mäss To­j­ner dem Pro­jekt ge­gen­über «po­si­tiv ein­ge­stellt» sei.

Mon­ta­na Tech muss die zu­ge­kauf­ten Wer­ke auf Vor­der­mann brin­gen – To­j­ner sieht «viel Re­struk­tu­rie­rungs­be­darf» – und die Aus­las­tung des Walz­werks er­hö­hen, wo­bei hier Alu Men­zi­ken als po­ten­zi­el­ler Ab­neh­mer hel­fen könn­te. Ob al­ler­dings die In­te­gra­ti­on ei­nes Walz­werks in den Alu-men­zi­ken-ver­bund letzt­lich fi­nan­zi­ell in­ter­es­sant ist – im Alu­mi­nium­markt herr­schen chro­nisch Über­ka­pa­zi­tä­ten, Zu­käu­fer von Alu­mi­ni­um sind da am län­ge­ren He­bel –, muss Mon­ta­na erst be­wei­sen. Die aus­ser­börs­lich ge­han­del­ten Ak­ti­en ha­ben, auch we­gen der ma­ge­ren In­for­ma­ti­ons­po­li­tik, kei­ne An­la­ge­qua­li­tät.

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