Bet­ten­court tritt ab

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GA

Li­lia­ne Bet­ten­court, seit Ok­to­ber nach ei­nem Streit mit ih­rer Toch­ter un­ter Vor­mund­schaft ge­stellt, ver­lässt den L’oréalVer­wal­tungs­rat. Die 89-jäh­ri­ge Gran­de Da­me des Kos­me­tik­kon­zerns und Er­bin des Un­ter­neh­mens­grün­ders gilt als reichs­te Frau Frank­reichs. CEO Je­an-paul Agon dank­te Bet­ten­court für ihr lang­jäh­ri­ges En­ga­ge­ment. Ih­ren Pos­ten wird ihr En­kel Je­an-vic­tor Mey­ers über­neh­men. Der 25-jäh­ri­ge Ju­rist ist zu­gleich Vor­mund von Bet­ten­court, de­ren Fa­mi­lie gut 30% des L’oréal-ka­pi­tals hält.

Agon wer­tet den Wech­sel als Ga­ran­tie für die Sta­bi­li­tät in Ver­wal­tungs­rat und Ak­tio­na­ri­at. We­der an der Zu­sam­men­ar­beit in dem Gre­mi­um noch am Ver­hält­nis zu Gross­ak­tio­när Nest­lé (29,6%) wer­de sich et­was än­dern. Der Kon­zern und Bet­ten­court sind bis 2014 ver­trag­lich mit­ein­an­der ver­bun­den. Bis dann darf Nest­lé zu Bet­ten­courts Leb­zei­ten und bis sechs Mo­na­te nach ih­rem Tod den An­teil nicht er­hö­hen. Bei­de Ver­trags­par­tei­en kön­nen ih­re Be­tei­li­gung auch nicht ver­kau­fen, oh­ne sie vor­her dem Part­ner an­ge­bo­ten zu ha­ben. Die lang­jäh­ri­ge Re­ge­lung wur­de 2009 letzt­mals ver­län­gert. Bei­de Sei­ten ha­ben seit­her kei­ne An­stal­ten ge­macht, an dem Ver­hält­nis et­was zu än­dern.

L'oréal wer­tung (vgl. Ta­bel­le) nicht über­trie­ben und die gu­te Stel­lung in den Wachs­tums­re­gio­nen aus­bau­fä­hig ist (ins­ge­samt 42% Um­satz­an­teil in auf­stre­ben­den Märk­ten). Doch war­ten die An­le­ger of­fen­bar den Aus­blick für 2012 ab. Bei­ers­dorf hat­ten zu­letzt ei­nen gu­ten Lauf (nach den pro­vi­so­ri­schen Zah­len), das Ge­lin­gen des Um­baus ist dar­in be­reits vor­ge­zeich­net. Die Kon­ti­nui­tät in Um­satz- und Er­geb­nis­ent­wick­lung cha­rak­te­ri­siert L’oréal. Die Ba­sis für ein er­neut so­li­des Vor­wärts­kom­men die­ses Jahr ist vor­han­den, doch sind Kurs­sprün­ge nicht das Mar­ken­zei­chen des Bran­chen­lea­ders (und aus Be­wer­tungs­grün­den auch nicht zu er­war­ten). Die Initia­ti­ven fern­ab von Eu­ro­pa dürf­ten sich aber aus­zah­len.

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