Al­so-ac­te­bis trimmt sich fit

SCHWEIZ Der It-gross­händ­ler kämpft mit schwie­ri­gem Um­feld – Sy­ner­gi­en ent­fal­ten ers­te Wir­kung – Ak­ti­en sind we­nig at­trak­tiv

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - FRANK HEINIGER

Ge­nau ein Jahr ist seit dem Zu­sam­men­schluss der Schind­ler-toch­ter Al­so und dem deut­schen Wett­be­wer­ber Ac­te­bis ver­gan­gen. Da­bei ent­pupp­te sich 2011 nicht ge­ra­de als ein­fa­cher Start für den It-gross­händ­ler. Die Stim­mung in Eu­ro­pa trüb­te sich ein, und vor al­lem die pri­va­te Nach­fra­ge ge­riet ins Sto­cken. An­ge­sichts des har­zi­gen Um­felds muss man aber kon­sta­tie­ren: Al­so-ac­te­bis hat sich wa­cker ge­schla­gen. Markt­an­tei­le wur­den ver­tei­digt, und Sy­ner­gi­en so­wie Ef­fi­zi­enz­ver­bes­se­run­gen ent­fal­te­ten ers­te Wir­kung.

Leich­te Stei­ge­rung der Mar­ge

Im ab­ge­lau­fe­nen Jahr er­ziel­te Al­so-ac­te­bis ei­nen Um­satz von 6,2 Mrd. €, was ge­gen­über den ad­jus­tier­ten Vor­jah­res­wer­ten ei­nem Mi­nus von 4,9% ent­spricht (vgl. Ta­bel­le). Der Be­triebs­ge­winn auf Ebitda-ba­sis konn­te bei­na­he sta­bil ge­hal­ten wer­den – wenn man die Son­der­kos­ten aus dem Zu­sam­men­schluss aus­klam­mert. So be­rei­nigt klet­ter­te die Ebit-mar­ge von 1,3 auf 1,4%. Mit dem fi­na­len Re­sul­tat wur­de auch die Zwi­schen­pro­gno­se über­trof­fen.

Al­ler­dings bleibt das lau­fen­de Jahr her­aus­for­dernd – was nicht nur am ma­kro­öko­no­mi­schen Um­feld liegt. Wie CEO Klaus Hell­mich an­läss­lich der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz er­klär­te, ha­ben sich auch die Nach­fra­ge­mus­ter ver­än­dert. So sei spe­zi­ell im nied­rig­prei­si­gen Pc-seg­ment ein Sub­sti­tu­ti­ons­ef­fekt zu­guns­ten von Ta­blets und Smart­pho­nes zu er­ken­nen. Zu­dem set­ze sich die Kon­su­me­ri­sie­rung fort: Das be­deu­tet, dass bei Pri­va­ten po­pu­lä­re Mo­del­le auch im ge­schäft­li­chen All­tag Ein­zug hal­ten. Des­sen sei man sich be­wusst. Man ver­su­che, al­le nam­haf­ten Ta­blet-an­bie­ter als Part­ner zu ge­win­nen.

Wie schwie­rig die Markt­si­tua­ti­on ist, kam ver­gan­ge­ne Wo­che auch in den Aus­sa­gen von Us-wett­be­wer­ber In­gram Mi­cro zum Aus­druck. CEO Alain Mo­nié er­klär­te, sich spe­zi­ell für den eu­ro­päi­schen Ab­satz­markt ei­ne «bes­se­re Kris­tall­ku­gel» zu wün­schen. Ne­ben der ge­ne­rel­len Nach­fra­ge­schwä­che sei es zu­neh­mend vor­ge­kom­men, dass der Zwi­schen­han­del über­sprun­gen wor­den sei. Es blei­be des­halb nichts an­de­res üb­rig, als die Struk­tu­ren zu straf­fen und die Ef­fi­zi­enz zu er­hö­hen.

Die­ses Ziel hat sich auch Al­so-ac­te­bis ge­setzt, die für 2012 noch­mals mit sin­ken­dem Um­satz rech­net. Dank des Stra­te­gie­pro­gramms «Mo­re» soll der Über­schuss gleich­wohl er­höht wer­den kön­nen. Ak­qui­si­tio­nen sei­en eben­falls mög­lich. In Fra­ge kä­men vor al­lem klei­ne­re Über­nah­men, die aus den lau­fen­den Cash­flows fi­nan­ziert wer­den könn­ten und das Ser­vice­an­ge­bot ver­stär­ken wür­den.

Ge­rin­ge Li­qui­di­tät hemmt

Der Ver­wal­tungs­rat hat vor­ge­schla­gen, für 2011 pro Ak­tie 0.70 Fr. aus der Ka­pi­tal­ein­la­ge­re­ser­ve aus­zu­schüt­ten. Für An­le­ger blei­ben Al­so-ac­te­bis trotz ei­nes güns­ti­gen Kurs-ge­winn-ver­hält­nis­ses von 11 (Schät­zung 2012) we­nig at­trak­tiv. Das liegt ne­ben dem schwie­ri­gen Um­feld vor al­lem am ge­rin­gen Free Float und den tie­fen Han­dels­vo­lu­men: Fast 90% des Ak­ti­en­ka­pi­tals wer­den von der In­vest­ment­grup­pe Droege, Schind­ler so­wie zwei Fonds ge­hal­ten.

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