Saat geht auf

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - TH

In­sti­tu­tio­nel­le Gross­an­le­ger wie Ver­si­che­run­gen und Pen­si­ons­fonds ent­wi­ckeln neu­es In­ter­es­se an den so­ge­nann­ten Al­ter­na­tiv­an­la­gen, wo­zu auch Be­tei­li­gun­gen an nicht­ko­tier­ten Un­ter­neh­men (Pri­va­te Equi­ty) ge­hö­ren. Das Mo­tiv liegt in der ver­zö­ger­ten Wer­ter­mitt­lung sol­cher il­li­qui­der In­vest­ments, die sich in ei­ner ge­glät­te­ten Ent­wick­lungs­li­nie ab­bil­det. Das wie­der­um kann vor­teil­haft sein, wenn da­mit auf Ebe­ne ei­nes Ge­samt­port­fo­li­os der Schwan­kungs­in­ten­si­tät ko­tier­ter In­vest­ments ( Vo­la­ti­li­tät) ent­ge­gen­ge­wirkt wird.

Plus 5,5% im Kri­sen­jahr

Die Lan­cie­rung bör­sen­no­tier­ter Pri­va­teEqui­ty-an­la­ge­ge­sell­schaf­ten Mitte der Neun­zi­ger­jah­re hat den In­ves­to­ren al­ler­dings ein Zwit­ter­ding be­schert. Das, was in Pri­va­te Equi­ty Hol­ding und wei­te­ren An­la­ge­ge­sell­schaf­ten des Gen­res drin ist, hat den ein­gangs be­schrie­be­nen il­li­qui­den, preis­sta­bi­len Cha­rak­ter; ih­re ei­ge­nen Ak­ti­en und der dar­auf ent­ste­hen­de Bör­sen­han­del je­doch sind dem Spiel von Hof­fen und Ban­gen, von Nach­fra­ge und An­ge­bot – kurz von Vo­la­ti­li­tät – aus­ge­setzt.

Pri­va­te Equi­ty Hol­ding (SIX: PEHN, 39.95 Fr. am Di­ens­tag, 144 Mio. Fr. Bör­sen­wert) hat das 200 Mio. € um­fas­sen­de Ver­mö­gen in Fonds welt­be­kann­ter Pri­va­te-equi­ty-an­bie­ter so­wie se­lek­tiv in Co-fi­nan­zie­run­gen in­ves­tiert. Die Saat ist ge­mäss dem Zwi­schen­be­richt für den Zei­t­raum April bis De­zem­ber auf­ge­gan­gen. Der in Eu­ro ge­führ­te Schätz­wert des Port­fo­li­os stieg nach Ver­bu­chung der Be­triebs­kos­ten al­ler In­vest­ment­stu­fen und un­ter Ein­rech­nung der Aus­schüt­tung 5,5%, wo­mit der Ver­gleichs­mass­stab klar über­trof­fen wur­de. Die In­di­zes ko­tier­ter Ak­ti­en ha­ben von April bis De­zem­ber deut­lich nach­ge­ge­ben.

Den­noch no­tie­ren Pri­va­te Equi­ty Hol­ding und gleich­falls die Va­lo­ren wei­te­rer ähn­li­cher An­la­ge­ge­sell­schaf­ten er­heb­lich un­ter dem an­tei­li­gen Buch­wert – zu­letzt zu ei­nem Dis­count von rund 40% (vgl. Sei­te 1). Be­fürch­ten An­le­ger, dass die pu­bli­zier­ten Schätz­wer­te Lug und Trug sind?

Recht­zei­tig um­ge­schwenkt

Dass Bank­fi­nan­zie­run­gen für Port­fo­li­oun­ter­neh­men teu­rer oder knap­per wür­den, hät­ten die An­la­ge­ma­na­ger vor­weg­ge­nom­men, schil­dert Pe­ter Wol­fers von Al­pha As­so­cia­tes, Ge­schäfts­füh­rer von Pri­va­te Equi­ty Hol­ding: «Schon seit ei­ni­gen Jah­ren sind in al­len Trans­ak­tio­nen hö­he­re Ei­gen­ka­pi­tal­an­tei­le bzw. ge­rin­ge­re Kre­dit­di­men­sio­nen zu be­ob­ach­ten.»

Die Vo­la­ti­li­tät an den Fi­nanz­märk­ten ha­be den Aus­stieg aus En­ga­ge­ments über die Bör­se (Exit) zwar er­schwert. Den­noch hät­ten sich im­mer wie­der Fens­ter ge­öff­net, über die qua­li­ta­tiv hoch­ste­hen­de Un­ter­neh­men dem Pu­bli­kum ge­öff­net wur­den oder über die Port­fo­li­oun­ter­neh­men zu at­trak­ti­ven Kon­di­tio­nen ver­kauft wer­den konn­ten, so­wohl an stra­te­gi­sche wie auch an­de­re Fi­nanz­in­ves­to­ren.

Bleibt die Fra­ge, wie es wei­ter­geht? «Der Mix aus sehr rei­fen Be­tei­li­gun­gen frü­he­rer An­la­ge­jah­re und hoch­qua­li­ta­ti­ven neue­ren In­vest­ments er­gibt für Pri­va­te Equi­ty Hol­ding ein at­trak­ti­ves Port­fo­li­o­pro­fil», re­sü­miert Wol­fers. Wer ei­ne ge­hal­te­ne bis leicht op­ti­mis­ti­sche Er­war­tung an die Fi­nanz­märk­te hegt, darf auch von ei­ner ei­ge­nen In­ves­ti­ti­on in Pri­va­te Equi­ty Hol­ding ei­ni­ges er­hof­fen.

Pri­va­te Equi­ty Hol­ding N

Die Zei­chen ste­hen auf Sturm bei Ac­te­li­on. Im Zu­ge der Eu­ro­kri­se schrump­fen auch die Bud­gets für Ge­sund­heit. Da­her sin­ken die Prei­se für Me­di­ka­men­te des eu­ro­pa­weit gröss­ten Bio­tech-un­ter­neh­mens. Schlim­mer noch: Nach­fol­ger für ihr er­folg­rei­ches Lun­gen­prä­pa­rat er­war­tet die Ge­sell­schaft aus All­schwil bei Ba­sel erst in ein bis zwei Jah­ren. Da­bei gibt es jetzt schon star­ke Kon­kur­renz für den Ac­te­li­on-best­sel­ler Tra­cleer. Ho­he Rück­stel­lun­gen drü­cken zu­dem auf das Er­geb­nis. Für die na­he Zu­kunft sieht das Ma­nage­ment des Un­ter­neh­mens düs­ter: «Die schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen be­stim­men auch un­se­re Pro­gno­sen für 2012», er­klär­te Fi­nanz­chef And­rew Oak­ley laut Me­dien­com­mu­ni­qué zum Jah­res­ab­schluss.

Ac­te­li­on war ei­ne der we­ni­gen Er­folgs­ge­schich­ten un­ter den Schwei­zer Bio­techUn­ter­neh­men. Wäh­rend vie­le an­de­re Ge­sell­schaf­ten dar­ben, er­wirt­schaf­te­te die erst 1998 ge­grün­de­te Ge­sell­schaft im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr ei­nen Um­satz von 1,8 Mrd. Fr. – mehr als vier Fünf­tel ba­sie­ren auf Tra­cleer. Das Mit­tel be­kämpft Blut­hoch­druck im Lun­gen­kreis­lauf. Es wur­de schon vor zehn Jah­ren zu­ge­las­sen und ver­liert 2015 den Pa­tent­schutz.

Die Macht der Wor­te

Im ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr ist der Um­satz mit Tra­cleer in lo­ka­len Wäh­run­gen nur noch um 5% ge­stie­gen. Schuld ist ne­ben dem Preis­druck bei Me­di­ka­men­ten

Kurz no­tiert Schweiz Em­mi sucht neu­en Fi­nanz­chef: Re­to Con­rad, der CFO des Milch­ver­ar­bei­ters, ver­lässt auf En­de Mai das Un­ter­neh­men. Er wech­selt zu Co­op und wird dort Lei­ter Fi­nan­zen/ser­vices und Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung. Con­rad stieg 2005 bei Em­mi ein und über­nahm ein Jahr spä­ter das Amt des Fi­nanz­chefs. Ei­nen Nach­fol­ger will Em­mi «zu ge­ge­be­ner Zeit» be­kannt­ge­ben. Con­rad wer­de sei­ne Auf­ga­ben bis En­de Mai voll­um­fäng­lich wahr­neh­men. Aar­gau­er Kan­to­nal­bank stei­gert Ge­winn: Die AKB hat 2011 den Kon­zern­ge­winn um 6,5% auf 99,1 Mio. Fr. ge­stei­gert. Der Brut­to­ge­winn stieg 1,8% auf 209,3 Mio. Fr. Der wich­tigs­te Er­trags­pfei­ler, das Zins­ge­schäft, leg­te um 3% auf 274,7 Mio. Fr. zu. Der Er­trag im Kom­mis­si­ons- und Di­enst­leis­tungs­ge­schäft ging um 2,2% auf 72 Mio. Fr. zu­rück. Der Ge­winn im Han­dels­ge­schäft stieg um 26,6% auf 38,5 Mio. Fr. Die Bank konn­te im ver­gan­ge­nen Jahr 1,4 Mrd. Fr. Net­to­neu­gel­der ak­qui­rie­ren. Wea­ther­ford un­schul­dig: Das in der Schweiz an­säs­si­ge und ko­tier­te Us-öl­ser­vice­un­ter­neh­men Wea­ther­ford hat sich sämt­li­cher zi­vi­ler fi­nan­zi­el­ler For­de­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko ent­le­di­gen kön­nen. Ein Ge­richt in Loui­sia­na wies al­le ge­gen den Kon­zern er­ho­be­nen An­schul­di­gun­gen ab. Es lä­gen kei­ne Be­wei­se vor, dass die von Wea­ther­ford ver­wen­de­ten Bau­tei­le schad­haft ge­we­sen sein. Das Un­ter­neh­men ha­be auch kor­rekt ge­han­delt. Ge­winn­rück­gang für Co­op: In ei­nem schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Um­feld wuss­te sich der De­tail­han­dels­rie­se Co­op zu be­haup­ten. Der Um­satz nahm im Kern­ge­schäft De­tail­han­del mit 3,2% Mi­nu­steue­rung um 0,9% auf 18,4 Mrd. Fr. ab. Durch die In­te­gra­ti­on von Trans­gour­met (Gross­han­del) stieg der Grup­pen­um­satz um 7,7 auf 26,6 Mrd. Fr. Der Ge­winn sank von 470 auf 432 Mio. Fr. bzw. von 2,5 auf 1,6% des Um­sat­zes. Die ope­ra­ti­ve Ren­di­te fiel auch we­gen Trans­gour­met auf 2,7%.

Kurz no­tiert Aus­land Irak schliesst Exxon­mo­bil aus: Der ame­ri­ka­ni­sche Ener­gi­e­mul­ti darf an der nächs­ten An­ge­bots­run­de für Öl- und Gas­ex­plo­ra­ti­ons­li­zen­zen im Irak nicht mit­ma­chen. Das hat die Re­gie­rung in Bag­dad be­schlos­sen. Sie re­agiert da­mit auf Exxon­mo­bils Un­ter­zeich­nung ei­nes Ex­plo­ra­ti­ons­ver­trags mit der Re­gie­rung der halb-au­to­no­men Pro­vinz Kur­dis­tan. Die­se und die Zen­tral­re­gie­rung in Bag­dad strei­ten seit Jah­ren dar­über, wer für die Öl- und Gas­vor­kom­men in Kur­dis­tan zu­stän­dig ist. Ab­satz von VW sta­gniert: Die Haupt­mar­ke des Volks­wa­gen-kon­zerns hat ih­re PwAus­lie­fe­run­gen im Ja­nu­ar nur noch mar­gi­nal auf 419 200 Ein­hei­ten im Vor­jah­res­ver­gleich er­hö­hen kön­nen. Die ein­zel­nen Märk­te ent­wi­ckel­ten sich da­bei sehr un­ter­schied­lich. Nord- und Süd­ame­ri­ka so­wie Eu­ro­pa ex­pan­dier­ten (+30, +3 und +1%); Asi­en/pa­zi­fik da­ge­gen schrumpf­te (–7%), wo­bei be­son­ders Chi­na – wo 38% al­ler Vw-per­so­nen­wa­gen aus­ge­lie­fert wur­den – merk­lich nach­gab (–9%). BHP Bil­li­ton plant Gros­ses: Zu­sam­men mit dem Kon­kur­ren­ten Rio Tin­to will der bri­tisch-aus­tra­li­sche Mi­nen­kon­zern die Es­con­di­da-mi­ne in Chi­le aus­bau­en. Die Ex­pan­si­on der welt­weit gröss­ten Kup­fer­mi­ne dürf­te 4,5 Mrd. $ kos­ten. Läuft al­les nach Plan, sol­len in Es­con­di­da ab Mitte 2015 jähr­lich 1,3 Mio. Ton­nen Kup­fer ge­för­dert wer­den. BHP Bil­li­ton plant zu­dem, die Kup­fer­pro­duk­ti­on in der vor drei Jah­ren still­ge­leg­ten Pin­to-val­ley-mi­ne in Ari­zo­na wie­der­auf­zu­neh­men. Ham­burg will Ha­pag-lloyd: Es ha­be ei­ne Ver­stän­di­gung ge­ge­ben, sag­te Ham­burgs Fi­nanz­se­na­tor Tschent­scher am Di­ens­tag. An­geb­lich will die Stadt Ham­burg nun für rund 400 Mio. € wei­te­re Ak­ti­en der Con­tai­ner­schiff­fahrt­grup­pe er­wer­ben und wird so künf­tig 37% (statt 24%) hal­ten. Auch Lo­gis­tik­un­ter­neh­mer Klaus-micha­el Küh­ne (Küh­ne + Na­gel) will sei­nen An­teil auf­sto­cken. Der­zeit hält die Tou­ris­tik­hol­ding TUI noch 38,4% an Ha­pag-lloyd, will sich aber lang­fris­tig ganz zu­rück­zie­hen

Ein Ac­te­li­on-mit­ar­bei­ter in All­schwil: Noch ist das Lun­gen­prä­pa­rat Tra­cleer ein Best­sel­ler. Aber der Pa­tent­schutz läuft 2015 ab.

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