Die Lei­den der Ac­te­li­on

SCHWEIZ War­ten auf den nächs­ten Block­bus­ter – Das Ma­nage­ment be­rei­tet sich auf ei­ne Durst­stre­cke vor – Ak­ti­en un­at­trak­tiv

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

Gi­lead-kun­den nicht mehr mo­nat­lich zu ei­nem Funk­ti­ons­test für ih­re Le­ber.

Ver­ständ­lich, dass vie­le Lun­gen­kran­ke in den Staa­ten lie­ber das Pro­dukt von Gi­lead ein­neh­men. Wäh­rend der Tra­cleerMarkt­an­teil in den USA sinkt, ist der Um­satz von Gi­lead mit Le­tairis im ver­gan­ge­nen Jahr um 22% ge­stie­gen. Al­ler­dings lag der Le­tairis-er­lös zu­letzt auch un­ter den Er­war­tun­gen. «Es scheint im­mer schwie­ri­ger zu wer­den, neue Pa­ti­en­ten in den USA zu fin­den», kom­men­tiert And­rew Weiss, Phar­ma-ana­lyst bei Von­to­bel.

Bei Ac­te­li­on wird für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr mit ge­rin­ge­ren Pro­duk­tum­sät­zen ge­rech­net. Die Hoff­nung liegt auf den Me­di­ka­men­ten in der Ent­wick­lung, die dem Block­bus­ter fol­gen könn­ten. Für das zwei­te Quar­tal er­war­tet das Ma­nage­ment der Bio­tech-ge­sell­schaft die Ergebnisse aus der Pha­se-iii-stu­die des Prä­pa­rats Ma­ci­ten­tan. Be­wei­sen die kli­ni­schen Un­ter­su­chun­gen an 740 Pa­ti­en­ten die Wirk­sam­keit des mög­li­chen Tra­cleerNach­fol­gers, wol­len die All­schwi­ler in die­sem Jahr die Zu­las­sung bei den Ge­sund­heits­be­hör­den be­an­tra­gen. Frü­hes­tens 2013 könn­te das Pro­dukt er­hält­lich sein. Nicht ganz so weit ist Se­lexi­pag.

Ak­tu­ell wer­den Pa­ti­en­ten für den kli­ni­schen Test die­ses Me­di­ka­ments re­kru­tiert, das eben­falls Lun­gen­pa­ti­en­ten hel­fen soll. «Bis wir Ma­ci­ten­tan und Se­lexi­pag auf dem Markt ha­ben, wird es sehr schwie­rig für uns, zu wach­sen», sag­te Un­ter­neh­mens­grün­der und CEO Je­anPaul Clo­zel am Di­ens­tag. Um Kräf­te zu bün­deln, hat er an­ge­kün­digt, dass Ac­te­li­on für Me­di­ka­men­te, die nicht in ers­ter Li­nie auf Lun­gen­kran­ke zie­len, Part­ner su­chen wer­de.

Aus­sen­stän­de in Sü­d­eu­ro­pa

Zu den Pro­ble­men in der Me­di­ka­men­tenPi­pe­line kommt ein schwie­ri­ges Wirt­schafts­kli­ma. We­gen der Eu­ro­kri­se kön­nen Spi­tä­ler in Grie­chen­land, Spa­ni­en und Ita­li­en of­fe­ne Rech­nun­gen nicht be­glei­chen. Da­zu kom­men Rück­stel­lun­gen für ei­nen Li­zenz­streit mit dem Wett­be­wer­ber Asahi Kasei. Per sal­do re­sul­tier­te im ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr ein Fehl­be­trag von 146,3 Mio. Fr. – mehr als er­war­tet. «Für 2012 hat sich das Un­ter­neh­men zum Ziel ge­setzt, den Kern­ge­winn auf dem Ni­veau von 2011 in lo­ka­len Wäh­run­gen zu hal­ten», sag­te Fi­nanz­chef Oak­ley. Als Kern­ge­winn de­fi­niert er Pro­duk­te­um­satz mi­nus In­ves­ti­tio­nen. Ei­ne un­ver­än­der­te Di­vi­den­de von 0.80 Fr. ist ge­plant.

Die Ak­ti­en ha­ben sich seit An­fang Jahr schlech­ter ent­wi­ckelt als der Schwei­zer Ge­samt­markt und auch als ver­gleich­ba­re Ti­tel der Bran­che. Am Di­ens­tag ga­ben die Ti­tel we­gen miss­ver­ständ­li­cher Aus­sa­gen des Ma­nage­ments zur Ma­ci­ten­tan-stu­die wäh­rend ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz in der Spit­ze um 10% nach. Im Ver­lauf er­hol­ten sich die Pa­pie­re wie­der und schlos­sen mit ei­nem Mi­nus von 6%. Die Ak­ti­en sind auch auf dem ak­tu­el­len Ni­veau kein Kauf. Erst müs­sen Ergebnisse für die neu­en Me­di­ka­men­te er­zielt wer­den.

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