«Der IWF wird uns re­struk­tu­rie­ren»

HOR­A­CE BROCK Der Prä­si­dent des Think Tanks Stra­te­gic Eco­no­mic De­ci­si­ons warnt vor der zer­stö­re­ri­schen Kraft ei­ner ho­hen Ver­schul­dung im Fi­nanz­sys­tem

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT -

Der Öko­nom, Po­lit­phi­lo­soph und Zu­kunfts­for­scher Hor­a­ce «Woo­dy» Brock glaubt nicht, dass Eu­ro­pa und die USA ihr Schul­den­pro­blem selbst lö­sen kön­nen. Der­einst wer­de ih­nen der von den neu­en rei­chen Län­dern do­mi­nier­te Wäh­rungs­fonds IWF Spar­mass­nah­men auf­zwin­gen. Die gröss­te Ge­fahr für das Fi­nanz­sys­tem or­tet Brock in der über­mäs­si­gen Ver­schul­dung der Ban­ken. Ho­her Le­ver­a­ge, kom­bi­niert mit ei­ner im Markt weit­ver­brei­te­ten Feh­l­ein­schät­zung, füh­re zur Ka­ta­stro­phe. Brock weil­te auf Ein­la­dung von Gutz­wil­ler Fonds Ma­nage­ment in Zü­rich. Herr Brock, Sie plä­die­ren für Ka­pi­ta­lis­mus mit ei­nem gut re­gu­lier­ten Fi­nanz­sek­tor. Wie zäh­men Sie die Ban­ken? Die No­ten­bank schützt hoch ver­schul­de­te Fi­nanz­in­sti­tu­te, die in der Bi­lanz ei­nen Le­ver­a­ge auf­wei­sen. Das mag not­wen­dig sein, um in ei­ner Kri­se ei­ne Pa­nik zu ver­hin­dern, hat aber nichts mit rei­nem Ka­pi­ta­lis­mus zu tun, der Schutz ist kein Markt­me­cha­nis­mus. So­mit sind die Ban­ken zu re­gu­lie­ren. Das Wich­tigs­te: Die Dar­le­hen, die ei­ne Bank ge­währt, dür­fen nicht mehr als zehn­mal so gross sein wie das Ei­gen­ka­pi­tal. Sie muss ge­nug Re­ser­ven ha­ben. Das Schimpf­wort heisst Le­ver­a­ge. Ein He­be­lef­fekt von zehn ist im­mer noch hoch. Soll­te nicht auch die Grös­se der Bank­bi­lanz li­mi­tiert wer­den? Die Ban­ken in Aus­tra­li­en und Ka­na­da wa­ren gross – too big to fail – und ha­ben die Kri­se den­noch gut über­stan­den, weil sie über ge­nug Re­ser­ven ver­füg­ten. Vor vier Jah­ren wur­den die Fi­nanz­märk­te durch ei­nen Le­ver­a­ge von 50 an den Ab­grund ge­stos­sen. Trifft die Un­ter­neh­mens­lei­tung

Hor­a­ce «Woo­dy» Brock: «Das Schimpf­wort heisst Le­ver­a­ge.»

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