Lo­ka­le Mar­ken sind im Vor­teil

Finanz und Wirtschaft - - SERIE ASIEN - AT

Der Fort­schritt der in­do­ne­si­schen Wirt­schaft ist be­ein­dru­ckend. Das Wachs­tum von über 6% hat den Ak­ti­en­markt im ver­gan­ge­nen Jahr nach oben ge­trie­ben. Die sta­bi­le Ent­wick­lung des Lan­des seit den ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen der Asi­en­kri­se be­ru­higt die In­ves­to­ren. Die Ra­ting­agen­tu­ren Fitch und Moo­dy’s be­schei­ni­gen An­lei­hen der in­do­ne­si­schen Re­gie­rung wie­der An­la­ge­qua­li­tät. Fitch spricht von ei­nem star­ken und be­last­ba­ren Wachs­tum. Doch ha­ben die Ak­ti­en noch Auf­wärts­po­ten­zi­al?

Für Vin­cent Lagger, Fonds­ma­na­ger des Ju­li­us Bär Chin­do­ne­sia Fund, blei­ben die Rah­men­be­din­gun­gen gut – auch wenn In­do­ne­si­en nicht mehr durch tie­fe Be­wer­tun­gen her­vor­sticht: «Die Prä­mie zu an­de­ren asia­ti­schen Märk­ten be­trägt 50 bis 60%», er­klärt Lagger. Aber von ei­ner spe­ku­la­ti­ven Bla­se kön­ne kei­ne Re­de sein, denn «die Pro­fi­ta­bi­li­tät der Un­ter­neh­men ist da». Ge­fah­ren durch die Po­li­tik sieht der Fonds­ma­na­ger als ge­ring an: «In­do­ne­si­en ist ei­ne sta­bi­le De­mo­kra­tie. Po­li­tisch macht uns Thai­land mehr Sor­gen.»

Nicht ex­port­ab­hän­gig

Im Ge­gen­satz zu an­de­ren asia­ti­schen Län­dern ist die in­do­ne­si­sche Wirt­schaft zu ei­nem re­la­tiv ge­rin­gen An­teil von Ex­por­ten ab­hän­gig. Da­für ist der Bin­nen­kon­sum aus­ge­prägt. Doch an­ders als im letz­ten Jahr be­trach­tet Lagger Kon­sum­va­lo­ren nicht mehr so po­si­tiv: «Die Ein­kom­men der Kon­su­men­ten stei­gen zwar wei­ter, doch der Sek­tor ist schon hoch be­wer­tet.» Lie­ber sucht er sich Ein­zel­ti­tel, die sich ei­ne star­ke Markt­po­si­ti­on er­ar­bei­tet ha­ben. Als ei­nen sei­ner Lieb­lin­ge nennt Lagger den Re­tailer ACE Hard­ware, der im Zu­ge der Asi­en­kri­se von sei­ner da­ma­li­gen Us-mut­ter­ge­sell­schaft ab­ge­stos­sen wur­de – «ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Mi­schung aus Ikea und Me­di­amarkt».

Noch sei­en lo­ka­le Mar­ken durch ih­re Nä­he zum Kun­den im Vor­teil ge­gen­über mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­nen. «Ein Bei­spiel ist Mayo­ra, die mit ih­ren Snack- und Kaf­fee­pro­duk­ten sehr ver­brei­tet ist.» Klei­ne­re Un­ter­neh­men zur Aus­wahl ge­be es im Ak­ti­en­markt ge­nug, «der in­do­ne­si­sche Markt ist sehr tief» – der Jakarta Stock In­dex um­fasst knapp 450 Ti­tel.

Vom Tele­com­sek­tor rät Lagger ab: «Die Haus­hal­te ha­ben be­reits ein fort­ge­schrit­te­nes Kon­sum­pro­fil, da­her wer­den die Tele­com­ge­sell­schaf­ten nicht mehr stark wach­sen.» Der Wett­be­werb sei stark und die Markt­pe­ne­tra­ti­on schon sehr hoch. «In­do­ne­si­en ist das Land mit den meis­ten Face­book-nut­zern nach den USA», il­lus­triert er die Ver­brei­tung des In­ter­nets.

Im­mo­bi­li­en be­vor­zugt

Be­vor­zugt wer­den von Lagger mo­men­tan Im­mo­bi­li­en­ent­wick­ler. «Durch die Ur­ba­ni­sie­rung des Lan­des und den wach­sen­den Hy­po­the­ken­markt gibt es gros­se Chan­cen.» Das Kre­dit­wachs­tum lässt auch die Fi­nanz­in­sti­tu­te gut ver­die­nen. «In­do­ne­si­sche Ban­ken sind wohl die pro­fi­ta­bels­ten al­ler Schwel­len­län­der und sehr ge­sund», doch die Ak­ti­en der Geld­häu­ser sei­en be­reits hoch be­wer­tet.

Von der Nä­he zu In­di­en und Chi­na pro­fi­tiert der Ex­port­sek­tor. Ne­ben Koh­le und Me­tal­len wie Ni­ckel und Kup­fer wer­den Kaut­schuk, Palm­öl so­wie Reis ex­por­tiert. «Wir hal­ten di­ver­si­fi­zier­te Mi­n­en­ge­sell­schaf­ten wie Ane­ka Tam­bang, die von ei­nem An­zie­hen der Roh­stoff­prei­se pro­fi­tie­ren wür­den», er­klärt Lagger. Ex­port­ori­en­tier­te Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men su­che man in In­do­ne­si­en da­ge­gen meist ver­geb­lich.

Aus­land­käu­fe stüt­zen Ak­ti­en

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