Fussball ist ein­fach wich­ti­ger

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AN

Auf­merk­sam­keit ist ein knap­pes Gut, kon­sta­tier­te No­bel­preis­trä­ger Da­ni­el Kah­ne­mann ein­mal. For­scher der EZB nah­men dies wört­lich und un­ter­such­ten den Um­satz an den Ak­ti­en­märk­ten wäh­rend der Fifa-wm 2010 (ECB Wor­king Pa­per Nr. 1424). Das Er­geb­nis ist ver­blüf­fend. Die Han­dels­ak­ti­vi­tät sinkt deut­lich, wenn die ei­ge­ne Fuss­ball­na­tio­nal­mann­schaft spielt: Das Vo­lu­men nimmt 55% ab, die Zahl der Tra­des 45%. Es wer­den auch 30% we­ni­ger Kur­se ge­stellt. Fällt ein Tor, bricht der Um­satz noch mehr ein. In der Halb­zeit­pau­se legt das Ge­schäft zwar et­was zu, bleibt aber trotz­dem un­ter der Fre­quenz nor­ma­ler Ta­ge. Die Zeit wird of­fen­sicht­lich ge­nutzt, um an­de­ren Be­dürf­nis­sen nach­zu­kom­men als Ak­ti­en zu han­deln.

Die Un­auf­merk­sam­keit wirkt sich auf die Kur­se aus. Da die No­tie­run­gen sel­te­ner auf­da­tiert wer­den, kop­peln sich na­tio­na­le Bör­sen vom glo­ba­len Trend ab. Zwar wird auch in den täg­li­chen Mit­tags­pau­sen we­nig ge­han­delt, aber es kommt nicht zu der Ab­kopp­lung, wie sie bei Fuss­ball­spie­len ge­mes­sen wur­de. Man­che ge­ne­rel­le Kurs­stei­ge­rung wird dann 115 Mi­nu­ten lang ver­passt und die Ak­tie un­ter­durch­schnitt­lich be­wer­tet. Ein Tipp für die EM: Ak­ti­en ei­nes Lan­des mög­lichst kau­fen, wenn sei­ne Mann­schaft auf dem Ra­sen steht.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.