Kon­so­li­die­rung ist fäl­lig

ÜBER­SICHT Eu­ro­pas In­dus­trie-out­put schrumpft – Ak­ti­en-ral­ly stösst an Gren­zen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - MARK DITT­LI

Eu­ro­pa oh­ne En­de. Über das Wo­che­n­en­de ei­nig­ten sich die Ko­ali­ti­ons­par­tei­en Grie­chen­lands über das ver­schärf­te Spar­pro­gramm – was den Weg zur Aus­zah­lung der nächs­ten Fi­nanz­tran­che der Troi­ka (EU, EZB, IWF) eb­nen soll­te. Die Ver­hand­lun­gen mit dem in­ter­na­tio­na­len Ban­ken­ver­band IIF über den «frei­wil­li­gen» Schul­den­schnitt sol­len eben­falls noch die­se Wo­che zum Ab­schluss kom­men. Die Fi­nanz­märk­te star­te­ten am Mon­tag nach die­sen Nachrichten zu­nächst mit Ge­win­nen in die neue Wo­che. Dann ver­reg­ne­te Moo­dy’s die Par­ty: Die Agen­tur senk­te am Mon­tag­abend ihr Ra­ting für Ita­li­en, Spa­ni­en, Por­tu­gal, die Slo­wa­kei, Slo­we­ni­en und Mal­ta. Frank­reich und Ös­ter­reich be­hal­ten ihr AAA, neu mit Aus­blick ne­ga­tiv.

Am Di­ens­tag hiess die De­vi­se an den Märk­ten so­dann – wenn auch nicht hef­tig – «Risk off». Der Dax in Frank­furt kam in den ers­ten zwei Han­dels­ta­gen der Wo­che im­mer­hin auf ein Plus von 0,5%. Der SMI ge­wann eben­falls 0,5%. Gröss­te Ver­lie­rer im Schwei­zer In­dex wa­ren Ac­te­li­on (vgl. Sei­te 18). Die Moo­dy’s-ab­stu­fung – so­wie die Ra­ting­s­en­kung des spa­ni­schen Ban­ken­sek­tors von Fitch und S&P – al­lein ist für die Stim­mungs­ab­küh­lung nicht ver­ant­wort­lich zu ma­chen. Ver­mehrt zir­ku­liert in Markt- und Po­lit­krei­sen die Ein­sicht, dass sich Grie­chen­land nicht ge­sund­s­pa­ren kann und es so oder so zu ei­nem De­fault kommt. Wil­lem Bui­ter, Chef­öko­nom von Ci­ti­group, be­zeich­ne­te das Aus­te­ri­täts­pro­gramm in der «Fi­nan­ci­al Ti­mes» als «nicht rea­lis­tisch». Das BIP Grie­chen­lands ist im vier­ten Quar­tal um 7% ge­schrumpft. Öko­no­men ge­hen im Mit­tel da­von aus, dass das BIP der Eu­ro­zo­ne – die

Chi­na sagt Ja und Nein

Eu­ro Da­ten wer­den heu­te Mitt­woch pu­bli­ziert – um 0,4% kon­tra­hier­te. Der in­dus­tri­el­le Aus­stoss der Eu­ro­zo­ne schrumpf­te im De­zem­ber 1,1%, Deutsch­land fiel mit ei­nem Mi­nus von 2,7% auf. Der ZEW-IN­dex Deutsch­lands stieg im Fe­bru­ar al­ler­dings über­ra­schend kräf­tig auf 5,4 – das ent­spricht der ers­ten po­si­ti­ven Le­sung des Er­war­tungs­ba­ro­me­ters seit Mai 2011.

Chi­nas Pre­mier Wen Jia­bao sag­te am Di­ens­tag, sein Land sei be­reit, Eu­ro­pa zu hel­fen. Der Chef der Chi­na In­vest­ment Cor­po­ra­ti­on, Lou Ji­wei, liess sich von Reu­ters der­weil je­doch zi­tie­ren, die CIC wer­de der Bit­te von An­ge­la Mer­kel, mehr eu­ro­päi­sche Bonds zu kau­fen, nicht nach­kom­men.

Der Eu­ro be­en­de­te am Di­ens­tag sei­ne Avan­ce und büss­te zum Dol­lar 0,4% ein. Die Ren­di­te zehn- jäh­ri­ger ita­lie­ni­scher Staats­an­lei­hen sank seit Frei­tag­abend um sechs Ba­sis­punk­te auf 5,56%.

In den USA han­del­te der S&P 500 am Di­ens­tag drei St­un­den vor Han­dels­schluss mit Ver­lus­ten von 0,3%. Zu den we­ni­gen Wer­ten, die im grü­nen Be­reich han­del­ten, zähl­ten App­le – sie er­reich­ten am Mon­tag erst­mals 500 $. Ent­täu­schen­de Ein­zel­han­dels­zah­len be­las­te­ten: Im Ja­nu­ar stie­gen die Re­tail-ver­käu­fe in den USA nur 0,4% – Öko­no­men hat­ten mit 0,8% ge­rech­net. Die Zah­len für De­zem­ber und No­vem­ber wur­den zu­dem leicht nach un­ten kor­ri­giert.

Di­ver­se Markt­be­ob­ach­ter er­war­ten nach der un­un­ter­bro­che­nen Ral­ly der ver­gan­ge­nen acht Wo­chen ei­ne Kon­so­li­die­rung. Die Vo­la­ti­li­tät (vgl. Chart) ist wie­der sehr nied­rig, di­ver­se Mo­men­tu­mIn­di­ka­to­ren – et­wa der RSI – zei­gen ei­nen über­kauf­ten Markt an.

BOJ pumpt wei­ter

In Asi­en über­rasch­te die Bank of Ja­pan am Di­ens­tag mit der An­kün­di­gung ei­ner wei­te­ren quan­ti­ta­ti­ven Lo­cke­rung und der Aus­wei­tung ih­res As­set-kauf­pro­gramms um 10 Bio. Yen (128 Mrd. $). Zu­dem setz­te die BOJ ein In­fla­ti­ons­ziel von 1%. Im De­zem­ber lag die Teue­rungs­ra­te (CPI) Ja­pans auf –0,2%. Der Nik­kei-225 leg­te zu Wo­chen­be­ginn 1,2% zu. In Chi­na büss­te der Shang­hai Com­po­si­te 0,3% ein, der Hang Seng stand bis Di­ens­tag­abend mit 0,6% im Plus.

An den Roh­stoff­märk­ten ten­dier­ten die meis­ten Kur­se seit­wärts. Der Öl­preis stieg, der Kon­flikt mit Iran und die Sor­ge um be­schränk­te Öl­ex­por­te aus der Golf­re­gi­on wirk­ten stär­ker als die Kon­junk­tur­sor­gen Eu­ro­pas. Brent stieg 0,5% auf 118.05 $, WTI leg­te 2,9% auf 101.24 $ zu. Der an den Ge­trei­de- und Öl­saa­ten­märk­ten er­war­te­te Mo­nats­be­richt der USAgrar­be­hör­de USDA ent­sprach den Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten.

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