Kon­troll­bank ver­dop­pelt

OB­LI­GA­TIO­NEN Die Auf­sto­ckung auf 500 Mio. Fr. war die ein­zi­ge Trans­ak­ti­on – Gmbf-ren­di­te bleibt im Mi­nus

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAN­FRED KRÖLLER

Als ein­zi­ge Pri­mär­markt­trans­ak­ti­on und be­glei­tet von UBS In­vest­ment Bank (IB) wur­de am Mon­tag der zwei­jäh­ri­ge Floa­ter Ös­ter­rei­chi­sche Kon­troll­bank 2012/2014 um 250 Mio. auf 500 Mio. Fr. auf­ge­stockt. Die Ver­ga­be ei­ner neu­en Va­lo­ren­num­mer er­üb­rigt sich, da die Aus­ga­be­kon­di­tio­nen ge­gen­über der ur­sprüng­li­chen Trans­ak­ti­on un­ver­än­dert blie­ben (vgl. Aus­ga­be vom 4. Fe­bru­ar, Sei­te 43).

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) der Eid­ge­nos­sen­schaft (Se­rie 3.7953), als de­ren Fe­der­füh­rer die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) fun­giert, wur­den am Di­ens­tag 1143 Mio. Fr. zu­ge­teilt, ein­ge­gan­gen wa­ren Ge­bo­te über 4193 Mio. Fr. Die Ren­di­te stell­te sich auf –0,051% nach –0,099 am 7. Fe­bru­ar. Da­mit bleibt die Ren­di­te im Mi­nus­be­reich, in dem sie sich seit Au­gust 2011 be­wegt und den sie am 24. Ja­nu­ar (0%) kurz­fris­tig ver­las­sen hat­te.

UBS son­diert die Emis­si­ons­be­din­gun­gen ei­ner An­lei­he mit Ei­gen­ka­pi­tal­cha­rak­ter, wie von Fi­nanz­chef Tom Na­ra­til auf der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz an­ge­kün­digt. Der Co­co-ähn­li­che Bond, der je­doch nicht in Ak­ti­en ge­wan­delt wer­den kann, da UBS ei­nen Ver­wäs­se­rungs­ef­fekt ver­mei­den will, soll zur De­ckung von Ver­lus­ten die­nen, wenn das Ei­gen­ka­pi­tal un­ter 5% sinkt. Die An­lei­he soll Agen­tur­be­rich­ten zu­fol­ge rund 1 Mrd. $ schwer sein und ei­nen Cou­pon von et­wa 7,5% ha­ben.

Nach Stan­dard and Poor’s (S&P) im Ja­nu­ar senk­te auch Moo­dy’s die Bo­ni­tä­ten ei­ner Rei­he von EULän­dern. Mit blau­em Au­ge da­von­ka­men Ös­ter­reich, Frank­reich und das Nicht-eu­ro­land Gross­bri­tan­ni­en, die ihr Aaa zwar be­hiel­ten, aber jetzt mit ne­ga­ti­vem Aus­blick. Fe­dern las­sen muss­ten Ita­li­en und Mal­ta (von A2 auf A3), Spa­ni­en (von A1 auf A3), Por­tu­gal (von Ba2 auf Ba3) so­wie die Slo­wa­kei und Slo­we­ni­en (von A1 auf A2). Die Bo­ni­täts­prü­fung Zy­perns (der­zeit Baa3) sei noch nicht ab­ge­schlos­sen, Grie­chen­land be­hal­te sein Ca, teil­te Moo­dy’s mit.

Auch das pro­vi­so­ri­sche Aaa des Eu­ro­päi­schen Ret­tungs­fonds EFSF wur­de be­stä­tigt. Moo­dy’s äus­ser­te sich op­ti­mis­tisch, dass die Eu­ro­zo­ne zu ih­ren Ver­pflich­tun­gen ste­hen und die Efsf-schul­den tra­gen wer­de. Die Eu­ro­zo­ne ver­fü­ge über ei­ne be­trächt­li­che Wirt­schafts- und Fi­nanz­kraft. Es sei nicht zu er­war­ten, dass das Aaa Deutsch­lands, der Nie­der­lan­de und Finn­lands ge­fähr­det sei.

S&P hat die Ra­tings von 34 ita­lie­ni­schen Ban­ken ge­senkt. Be­trof­fen sind un­ter an­de­ren In­te­sa San Pao­lo (von A auf BBB+), fer­ner Unicre­dit, Me­dio­ban­ca, Ban­ca Na­zio­na­le del La­voro (al­le von A auf BBB+ mit ne­ga­ti­vem Aus­blick), so­wie Unio­ne di Ban­che Ita­lia­ne (von A– auf Bbb+/ne­ga­tiv). Fer­ner hat S&P 15 spa­ni­sche Ban­ken ab­ge­stuft und das Ri­si­ko­pro­fil der Bran­che (BICRA) von 4 auf 5 ge­senkt. Zu den de­klas­sier­ten In­sti­tu­ten zäh­len Ban­co Bil­bao Viz­ca­ya Ar­gen­ta­ria (BBVA), die von AA– auf A und Ban­co Santan­der, die von AA– auf A+ fiel. Der Aus­blick ist jetzt je­weils ne­ga­tiv. Her­ab­ge­stuft hat auch Fitch: BBVA (von A+ auf A), Ban­kia (von A– auf BBB+) so­wie Caix­abank und Ca­ja de Ahor­ros y Pen­sio­nes de Bar­ce­lo­na (je­weils von A auf A–). Bei Santan­der (A) senk­te Fitch den Aus­blick von sta­bil auf ne­ga­tiv.

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