Gib­son’s Pa­ra­dox

WANDELANLEIHEN

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAR­CO MÜL­LER

Der Start ins neue Jahr ist aus­ge­zeich­net ge­lun­gen. So­wohl die Ak­ti­en- als auch die An­lei­hen­märk­te ha­ben ei­ne an­sehn­li­che Per­for­mance hin­ge­legt. Die­se Ent­wick­lung wirft aber auch Fra­gen auf. Durch den Gleich­schritt von Staats­an­lei­hen und Ak­ti­en wur­de Gib­son’s Pa­ra­dox ge­bro­chen: Em­pi­risch soll­ten sich ri­si­ko­freie Zin­sen im Gleich­schritt mit Ak­ti­en ent­wi­ckeln, d. h. wenn die Ak­ti­en stei­gen, stei­gen die Zin­sen bzw. sin­ken die Prei­se von Staats­ob­li­ga­tio­nen. Im Ja­nu­ar war das nicht der Fall.

Der Zins­rück­gang hat da­zu ge­führt, dass u. a. in den USA ne­ga­ti­ve Re­al­zin­sen herr­schen. Das heisst, die In­fla­ti­on ist hö­her als die Zin­sen lang­fris­ti­ger Staats­ob­li­ga­tio­nen. Es kann nicht er­war­tet wer­den, dass das Pa­ra­dox nicht mehr gel­ten soll. Ne­ga­ti­ve Re­al­zin­sen las­sen sich lang­fris­tig nicht recht­fer­ti­gen. In der län­ge­ren Frist ist al­so mit stei­gen­den Zin­sen zu rech­nen. Hin­zu kommt, dass die Ri­si­ko­prä­mie auf Ak­ti­en schon seit An­fang 2011 kon­ti­nu­ier­lich ge­stie­gen ist und im Ja­nu­ar 2012 durch stark stei­gen­de Ak­ti­en­prei­se nur leicht kor­ri­giert wur­de. Die USNo­ten­bank und die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank stre­ben je­doch da- nach, die Zin­sen tief zu hal­ten. Des­halb sind die An­le­ger na­he­zu ge­zwun­gen in Ak­ti­en zu in­ves­tie­ren – schon al­lein um ne­ga­ti­ve Re­al­zin­sen zu ver­mei­den. Das wie­der­um be­wirkt star­ken Druck auf Bonds, der, so­bald die Zen­tral­ban­ken mit ih­ren Käu­fen ein biss­chen nach­las­sen, die Ob­li­ga­tio­nen­prei­se pur­zeln lässt. Der Zeit­punkt, zu dem die An­lei­hen­prei­se wie­der sin­ken, ist aber sehr un­ge­wiss. Vor die­sem Hin­ter­grund bie­ten sich Wandelanleihen als per­fek­te In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­keit an.

Sehr in­ter­es­sant ist bei­spiels­wei­se die Wan­del­an­lei­he von Ares Ca­pi­tal (Isin: US04010LAA17), ein Us-un­ter­neh­men, das breit di­ver­si­fi­ziert in mit­tel­stän­di­sche ame­ri­ka­ni­sche Ge­sell­schaf­ten in­ves­tiert. Die Wan­del­an­lei­he han­delt auf 105% und hat ei­ne Ver­falls­ren­di­te von 4,5%. Mit ei­nem Del­ta von 33% par­ti­zi­piert man zu 33% am Ak­ti­en­ver­lauf. Da­durch wer­den stei­gen­de Zin­sen durch (nor­ma­ler­wei­se) gleich­zei­tig stei­gen­de Ak­ti­en­prei­se mehr als kom­pen­siert. Der Bond Floor be­fin­det sich auf 100%, was das Rück­schlags­ri­si­ko auf 5% be­schränkt.

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