Wir­kung der Her­ab­stu­fun­gen ver­pufft

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

Her­ab­stu­fun­gen sind nicht mehr das Mass der Din­ge. Die mü­he­voll er­reich­te Mehr­heit des grie­chi­schen Par­la­ments zu den Spar­be­schlüs­sen so­wie ein über­ra­schend güns­ti­ger Kon­junk­tur­index des Zen­trums für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung ZEW hat­ten zu Wo­chen­be­ginn mehr Markt­ein­fluss als neu­er­li­che Se­ri­en­her­ab­stu­fun­gen der Ra­ting­agen­tu­ren (vgl. Ar­ti­kel oben).

Das Pro­blem Grie­chen­land ist mit dem Par­la­ments­vo­tum noch nicht er­le­digt. Die Ve­r­un­si­che­rung blei­be, es kön­ne durch­aus sein, dass die EU ge­wis­se «Ga­ran­tie­leis­tun­gen» ver­langt, um si­cher­zu­ge­hen, dass die grie­chi­sche Re­gie­rung die Spar­be­schlüs­se auch wirk­lich an­packt, be­vor wei­te­re Kre­di­te an At­hen über­wie­sen wer­den, kom­men­tiert Bar­clays Ca­pi­tal. Ita­li­en nahm der­weil am Di­ens­tag drei- und fünf­jäh­ri­ge Schatz­wech­sel über 6 Mrd. € zu 3,41 bzw. 4,26% auf, so güns­tig wie seit elf Mo­na­ten nicht mehr. Dar­auf­hin san­ken auch am Se­kun­där­markt die Ren­di­ten ita­lie­ni­scher Bonds. Am Vor­tag hat­te sich Rom mit 12 Mrd. € an Geld­markt­pa­pie­ren eben­falls bil­li­ger ein­ge­deckt.

So­gar Grie­chen­land be­kam 1,3 Mrd. € an Drei­mo­nats­pa­pie­ren zu 4,61% nach zu­vor 4,64%. Die Ti­tel wer­den nach der gros­sen Zer­reiss­pro­be am 20. März fäl­lig, an dem das Land 14,6 Mrd. € til­gen muss, die es noch nicht hat. Deutsch­land plat­zier­te 3,1 Mrd. € an sechs­mo­na­ti­gen Schatz­an­wei­sun­gen (Bu­bills) zu 0,076% Durch­schnitts­ren­di­te. Das ist nur we­nig mehr als die –0,012% auf der Ja­nu­ar­auk­ti­on. Auch Frank­reich, Spa­ni­en und Bel­gi­en mel­de­ten Auk­ti­ons­er­fol­ge. Die Ren­di­ten bri­ti­scher Guilts san­ken. Spa­ni­en setz­te am Di­ens­tag bei mehr als zwei­fa­cher Über­zeich­nung über 5 Mrd. € an Geld­markt­ti­teln ab – ei­nen Tag nach der Moo­dy’s-de­klas­sie­rung um zwei Stu­fen. Auch ha­be die Aus­sicht auf die nächs­te Ltro-li­qui­di­täts­sprit­ze der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank sti­mu­liert, sag­ten Händ­ler.

Der Chef der Chi­na In­vest­ment Cor­po­ra­ti­on (CIC), Lou Ji­wei, steht eu­ro­päi­schen Staats­an­lei­hen kri­tisch ge­gen­über. Sie sei­en als lang­fris­ti­ges In­vest­ment we­ni­ger ge­eig­net als In­fra­struk­tur- oder In­dus­trie­an­la­gen, sag­te Ji­wei in London. CIC ver­wal­tet rund 410 Mrd. $ und hat sich am Ver­sor­ger Tha­mes Wa­ter be­tei­ligt.

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