Von­to­bel ent­täuscht

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TW

Der Markt re­agier­te un­gnä­dig auf den neu­es­ten Zah­len­kranz von Von­to­bel. Am Tag der Prä­sen­ta­ti­on am Don­ners­tag gab der Kurs 5% nach, am Frei­tag folg­te ein wei­te­rer Taucher. In die­ser Kor­rek­tur spie­gelt sich mehr als nur Ge­winn­mit­nah­men. An­le­ger hat­ten mit mehr ge­rech­net. Für CEO Ze­no Staub ist klar, dass die Markt­er­war­tun­gen im In­vest­ment Ban­king zu hoch wa­ren. Doch auch in den Ge­schäfts­be­rei­chen Pri­va­te Ban­king und As­set Ma­nage­ment ha­ben sich op­ti­mis­ti­sche Pro­gno­sen nicht be­wahr­hei­tet.

Von­to­bel ver­weist auf die «schwie­ri­gen Fi­nanz- und Ak­ti­en­märk­te und die da­mit ver­bun­de­ne Zu­rück­hal­tung» der Kun­den. Der Ge­samt­er­trag fiel 8%, ob­wohl der Zin­s­er­trag 13% stieg. Die­ses Plus wur­de je­doch durch den tie­fe­ren Han­dels- (–18%) so­wie Kom­mis­si­ons- und Di­enst­leis­tungs­er­folg (–5%) kor­ri­giert.

Ein­bruch im Pri­va­te Ban­king

Im Pri­va­te Ban­king brach der Ge­winn 32% auf 33 Mio. Fr. ein. Dar­in spie­gelt sich die Ent­wick­lung der Ver­mö­gen un­ter Ver­wal­tung. Sie re­du­zier­ten sich 4% auf 28,5 Mrd. Fr. Der Net­to­neu­geld­zu­fluss von 4,7 Mrd. Fr. wur­de durch ei­ne ne­ga­ti­ve Markt­ent­wick­lung von 8,4 Mrd. Fr. (Per­for­mance) über­kom­pen­siert.

In der Grup­pe wird das Net­to­neu­geld auf 8,2 Mrd. Fr. be­zif­fert, was ei­ner Re­kord­mar­ke ent­spricht. Der Gross­teil des Net­to­neu­gelds fliesst Von­to­bel je­doch von in­sti­tu­tio­nel­ler Sei­te und im As­set Ma­nage­ment zu, wo die Mar­gen tie­fer sind. Hier konn­te der Net­to­neu­geld­zu­fluss von 3,7 auf 6,3 Mrd. Fr. ge­stei­gert wer­den, und die ver­wal­te­ten Ver­mö­gen stie­gen 11% auf 47,2 Mrd. Fr. Die Brut­to­mar­ge fiel je­doch von 52 auf 46 Ba­sis­punk­te. Der Ge­winn re­du­zier­te sich 27% auf 36,7 Mio. Fr.

Im In­vest­ment Ban­king ver­rin­ger­te sich der Er­trag 14%, der Ge­winn gar 18% auf 95,1 Mio. Fr. Be­grün­det wird das mit den rück­läu­fi­gen Vo­lu­men an der Schwei­zer Ak­ti­en- und De­ri­vat­bör­se so­wie der eu­ro­päi­schen Schul­den­kri­se, die zu hö­he­ren Ri­si­ko­auf­schlä­gen ge­führt hat.

Tie­fe­re Di­vi­den­de

Ins­ge­samt re­du­zier­te sich der Ge­winn 23% auf 113,7 Mio. Fr. Pro Ak­tie muss­te ein Rück­gang von 2.26 auf 1.76 Fr. ver­zeich­net wer­den. Im Gleich­schritt mit die­ser Ent­wick­lung wird auch die Di­vi­den­de ge­kürzt, und zwar von 1.40 auf 1.10 Fr. Da­von ent­fal­len al­ler­dings 0.73 Fr. auf die ver­rech­nungs­steu­er­freie Rück­zah­lung von Agio und 0.37 Fr. auf die or­dent­li­che Di­vi­den­de.

An­le­ger, die Von­to­bel als Ren­di­te­per­len ge­kauft hat­ten, se­hen sich nun et­was ge­täuscht. Doch nicht nur sie. Die Re­sul­ta­te hin­ter­las­sen ei­nen scha­len Nach­ge­schmack und mö­gen nicht zu der An­fang Jahr re­gis­trier­ten Out­per­for­mance pas­sen. Ge­winn­mit­nah­men wür­den in die­sem Um­feld nicht über­ra­schen – auch wenn CEO Ze­no Staub von ei­nem gu­ten Jah­res­be­ginn spricht: Die jüngs­ten Kurs­stei­ge­run­gen wirk­ten sti­mu­lie­rend.

Der Schlüs­sel zur Straf­frei­heit dürf­te für die UBS ei­ne Selbst­an­zei­ge bei der Schwei­zer Wett­be­werbs­kom­mis­si­on sein.

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