Ge­dul­di­ge kau­fen Csg-ti­tel

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - AL­FONS COR­TES

Am 14. De­zem­ber 2011 ha­be ich ei­ne Ko­lum­ne mit dem Ti­tel «Star­ke Hän­de kau­fen Csg-ak­ti­en» ver­fasst. Die fol­gen­den Wo­chen sa­hen Csg-kurs­a­van­cen von 20,3% bis zum 3. Fe­bru­ar, wäh­rend der SMI 7,6% zu­leg­te. Am 9. Fe­bru­ar gab die Bank ent­täu­schen­de Zah­len be­kannt. Da­nach ha­be ich wie­der­holt die rhe­to­ri­sche Fra­ge ge­hört: Wer kauft schon Cs-ak­ti­en? Meine Ant­wort lau­tet im Ein­klang mit ei­nem Zwi­schen­ti­tel in der Ko­lum­ne vom 14. De­zem­ber: ge­dul­di­ge Con­tra­ri­ans. Wie so oft sind zwei we­sent­li­che Fak­to­ren des an­ti­zy­kli­schen Ver­hal­tens auch hier zu be­ob­ach­ten.

Der ers­te Fak­tor be­steht dar­in, dass sich in Con­tra­ri­an-si­tua­tio­nen tech­ni­sche und fun­da­men­ta­le Da­ten oft wi­der­spre­chen. Das führt zu hö­he­rer Ner­vo­si­tät, die ih­rer­seits ei­ne Über­schät­zung der neu­es­ten Nachrichten un­ter Aus­klam­me­rung an­de­rer In­for­ma­tio­nen aus­löst. Man muss auf­pas­sen, von sol­chen Re­ak­tio­nen nicht in ei­ne Bä­ren­fal­le ge­lockt zu wer­den. Oft schwan­ken die Kur­se, be­vor ein Auf­wärts­trend ent­steht.

Das führt zum zwei­ten Fak­tor: Zeit. Manch­mal führt Con­tra­ri­an-ver­hal­ten rasch zu Kurs­ge­win­nen. Das ist dann der Fall, wenn V-for­ma­tio­nen ent­ste­hen, so ge­nannt, weil ein Ab­wärts­trend sich be­schleu­nigt hat, be­vor ei­ne star­ke Re­ak­ti­on ge­gen den al­ten Trend mit ho­hem Um­satz ein­ge­setzt hat. In den Cs-ak­ti­en, wie bei den meis­ten Bank­va­lo­ren, sind W-for­ma­tio­nen ent­stan­den. Sie ver­ra­ten die Prä­senz der von Ver­lei­der­ver­käu­fen pro­fi­tie­ren­den Con­tra­ri­ans. Das heisst, dass sich ei­ne Grup­pe, der Kurse­ro­si­on und ne­ga­ti­ve Schlag­zei­len das Hal­ten ih­rer Ti­tel ver­lei­det ha­ben, von ih­rem En- ga­ge­ment trennt und die Pa­pie­re an An­le­ger über­ge­hen, die sich für die Ak­tie ei­ne an­de­re Zu­kunft vor­stel­len. Sol­che Si­gna­le sind in der Re­gel ro­bust, wes­we­gen sich dar­aus so­li­de, über län­ge­re Zeit dau­ern­de Auf­wärts­trends ent­wi­ckeln.

Nun geht es nie um Pro­gno­sen, son­dern um Na­vi­ga­ti­on. Das ist die Fest­set­zung von Pa­ra­me­tern, in­ner­halb de­ren die Kur­se ver­blei­ben müs­sen, da sonst die Con­tra­ri­an-po­si­ti­on ge­räumt wer­den muss. Dies muss ge­sche­hen, be­vor ge­kauft wird, und die Pa­ra­me­ter müs­sen per­ma­nent über­wacht und nach oben an­ge­passt wer­den. Sie müs­sen in­di­vi­du­ell de­fi­niert wer­den, weil sie sich aus der Han­dels­ge­schich­te er­ge­ben. Am Schluss sind sie in ei­ner Zahl aus­zu­drü­cken, vor der der Be­griff Stop Loss steht. Den wür­de ich auf 20.80 Fr. fest­set­zen. Die Meinung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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