«Wir be­rei­chern den Six-kurs­zet­tel»

JÖRG WOL­LE Der CEO von DKSH zu den Mo­ti­ven der Pu­bli­kums­öff­nung und zur Aus­schüt­tungs­po­li­tik

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - IN­TER­VIEW: WOLF­GANG GAM­MA UND ERICH BÜRGLER

Herr Wol­le, DKSH galt seit Jah­ren als Bör­sen­kan­di­dat, und Ka­pi­tal­be­darf ha­ben Sie bis­her stets ver­neint. War­um kommt das Un­ter­neh­men jetzt an die Bör­se? DKSH ist seit Jah­ren ka­pi­tal­markt­fä­hig, nach dem Zu­sam­men­schluss 2002 ha­ben wir die Rech­nungs­le­gung, das Con­trol­ling und die Or­ga­ne so auf­ge­stellt, dass sie ei­nem Bör­sen­un­ter­neh­men ge­recht wer­den. Ka­pi­tal­be­darf be­steht auch heu­te nicht. Drei Grün­de be­wo­gen uns da­zu, die nächs­te Stu­fe zu er­klim­men: Die vier Grün­der­fa­mi­li­en in der Die­thelm Kel­ler Hol­ding – zwei­mal Kel­ler, de Schal­ler und Blancpain – be­rei­ten den Über­gang in die fünf­te Ge­ne­ra­ti­on vor, die Di­ver­si­fi­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten für ih­re In­vest­ments wünscht. Der zwei­te ist die Er­hö­hung un­se­res Be­kannt­heits­grads. Wir wol­len die mit dem Bör­sen­gang ver­bun­de­ne Pu­bli­zi­tät nut­zen, um Ge­schäfts­part­ner, und da­mit meine ich zu­sätz­li­che Kun­den wie Her­stel­ler, zu ge­win­nen. Zu­dem wis­sen wir, dass ein ko­tier­tes Un­ter­neh­men im Ar­beits­markt ei­ne an­de­re An­zie­hungs­kraft aus­übt. Die ein­zi­ge Hür­de für noch schnel­le­re Ex­pan­si­on ist die ge­rin­ge Ver­füg­bar­keit von Spe­zia­lis­ten.

«DKSH bie­tet An­le­gern

sagt Jörg Wol­le. Vor­ge­schrie­ben für ei­ne Ko­tie­rung im Haupt­seg­ment der SIX sind 25%. Da wol­len wir ei­ne Hand­breit dar­über lie­gen. Der Han­del muss ge­nü­gend li­qui­de sein. Wie wird der Aus­ga­be­preis fest­ge­legt, und wel­che Rol­le spielt da­bei der Kurs der be­reits OTC ge­han­del­ten Pa­pie­re? In den Otc-han­del sind wir als Un­ter­neh­men nicht in­vol­viert und ha­ben den Kurs auch nie kom­men­tiert. Zu ge­ge­be­nem Zeit­punkt wird der Pro­spekt ver­öf­fent­licht, in dem auch die ent­spre­chen­de Preis­span­ne für das dann fol­gen­de Book­buil­ding-ver­fah­ren fest­ge­legt ist. An wel­che An­le­ger rich­tet sich das An­ge­bot? In der Schweiz spre­chen wir Pri­vat­an­le­ger und in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren an. Wir se­hen uns als Schwei­zer Un­ter­neh­men mit fast 150-jäh­ri­ger Ge­schich­te und ge­hen da­von aus, dass dies das In­ter­es­se von Pri­va­ten weckt. Des­halb ha­ben wir auch die SIX, für de­ren Kurs­zet­tel DKSH ei­ne Be­rei­che­rung dar­stellt, als Bör­sen­platz ge­wählt und nicht Hong­kong oder Sin­ga­pur. Im Aus­land ge­lan­gen wir an In­sti­tu­tio­nel­le. Wor­in be­steht die At­trak­ti­vi­tät von DKSH? Ein An­le­ger er­hält da­mit den Zu­gang zu Asi­en, ei­ner Re­gi­on mit auf lan­ge Sicht ge­si­cher­ten Wachs­tums­ra­ten, von de­nen Eu­ro­pa und die USA nur träu­men kön­nen. Im Ge­gen­satz zu Di­rekt­an­la­gen in asia­ti­schen Märk­ten ist die­ser Zu­gang kom­bi­niert mit schwei­ze­ri­scher Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce. Mit DKSH par­ti­zi­pie­ren In­ves­to­ren nicht nur an der Ent­wick­lung In­di­ens, Chi­nas son­dern spe­zi­ell Süd­ost­asi­ens, wo wir flä­chen­de­ckend tä­tig sind. Zur Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce: Im Ver­wal­tungs­rat ha­ben die Ver­tre­ter der Gross­ak­tio­nä­re ei­ne do­mi­nie­ren­de Stel­lung. Pla­nen Sie ei­ne Er­wei­te­rung des VR, um den un­ab­hän­gi­gen An­le­gern ei­ne Stim­me zu ge­ben? Der Ver­wal­tungs­rat zählt be­reits heu­te zwei völ­lig un­ab­hän­gi­ge Mit­glie­der, die Grün­der­fa­mi­li­en sind mit zwei Sit­zen prä­sent, da­zu kom­men die Ver­tre­ter der stra­te­gi­schen Teil­ha­ber. Ei­ne Än­de­rung in der Zu­sam­men­set­zung von Ver­wal­tungs­rat und Kon­zern­lei­tung ist nicht ge­plant. Für mich ist klar, dass die In­ter­es­sen der Ak­tio­nä­re gleich­ge­rich­tet sind, egal, wie hoch ihr An­teil ist. Sie wol­len, dass sich DKSH ent­wi­ckelt und über die Zeit Mehr­wert ge­schaf­fen wird. Die­ser Lo­gik fol­gend be­han­deln wir al­le Ak­tio­nä­re gleich. Bis­her hat DKSH den Ge­winn mehr­heit­lich re­inves­tiert, än­dert sich die Aus­schüt­tungs­po­li­tik durch das Bör­sen­da­sein? Wir ha­ben bis­her zwi­schen 25 und 35% des Ge­winns aus­ge­schüt­tet, und das soll so blei­ben. In den letz­ten zehn Jah­ren ha­ben wir den Ge­winn ver­vier­facht, was hö­he­re Di­vi­den­den nach sich ge­zo­gen hat. Die Wachs­tums­ra­ten von DKSH be­ein­dru­cken, gleich­zei­tig wur­den in Kri­sen­zei­ten auch de­fen­si­ve Qua­li­tä­ten sicht­bar. Hält ein An­le­ger nun ei­nen Wachs­tum­s­ti­tel oder ein de­fen­si­ves Pa­pier in der Hand? Es ist bei­des. DKSH ist kei­ne Hy­pe-ge­trie­be­ne Wachs­tums­sto­ry, son­dern ist mit re­al wach­sen­den Be­dürf­nis­sen ver­knüpft, den­ken Sie an die schnell wach­sen­de Mit­tel­schicht in un­se­rem Heim­markt Asi­en. Da­zu kommt die brei­te geo­gra­fi­sche und sek­t­o­ri­el­le Ab­stüt­zung. In­dem wir Grund­be­dürf­nis­se be­die­nen, wach­sen wir auch un­ter an­spruchs­vol­len Be­din­gun­gen.

Zu­gang zur Boom­re­gi­on Asi­en ge­paart mit Schwei­zer Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce»,

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