Giv­au­dan ver­bes­sert die Pro­fi­ta­bi­li­tät

SCHWEIZ Schar­te aus ers­tem Se­mes­ter aus­ge­wetzt – Ak­ti­en teu­er

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - PATRICK FRIED­LI

Giv­au­dan N Giv­au­dan ist zu­rück. Mit ei­nem star­ken zwei­ten Se­mes­ter hat der welt­gröss­te Aro­men- und Riech­stoff­her­stel­ler die Schar­te aus dem ers­ten Se­mes­ter aus­ge­wetzt. Da­mals schock­te das Un­ter­neh­men die Märk­te mit ei­nem mas­si­ven Ein­bruch der Pro­fi­ta­bi­li­tät. Grund für den Mar­gen­schwund wa­ren die stark ge­stie­ge­nen Roh­stoff­kos­ten.

Nun über­rascht das Un­ter­neh­men mit ei­ner deut­li­chen Aus­wei­tung der Ge­winn­span­ne. Im zwei­ten Halb­jahr ver­bes­ser­te sich die Ebitda-mar­ge im Ver­gleich zum ers­ten Se­mes­ter um 230 Ba­sis­punk­te auf 21,4%. «Noch nie hat Giv­au­dan in der zwei­ten Jah­res­hälf­te ei­ne bes­se­re Mar­ge er­zielt», freu­te sich CEO Gil­les An­dri­er im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft».

Preis­er­hö­hun­gen wir­ken

Grund für die Er­ho­lung der Pro­fi­ta­bi­li­tät wa­ren Preis­er­hö­hun­gen. Wie ver­spro­chen konn­te Giv­au­dan per En­de 2011 die Hälf­te der Mehr­kos­ten von 200 Mio. Fr., die auf­grund der hö­he­ren Roh­stoff­prei­se an­fie­len, an die Kun­den wei­ter­ge­ben. Der Rest soll im lau­fen­den Jahr kom­pen­siert wer- den, be­stä­tig­te An­dri­er frü­he­re Aus­sa­gen. Die Preis­er­hö­hun­gen schei­nen oh­ne Rei­bungs­ver­lus­te über die Büh­ne ge­gan­gen zu sein. Ge­mäss An­dri­er sah Giv­au­dan bis­her kei­nen Ein­fluss auf die Vo­lu­men.

Ge­stützt hat die Mar­ge aber auch ein kon­se­quen­tes Kos­ten­ma­nage­ment. So ha­be sich Giv­au­dan et­wa bei Neu­an­stel­lun­gen zu­rück­ge­hal­ten und Aus­la­gen wie Rei­se­spe­sen ge­kürzt, er­klär­te der Kon­zern­chef. Ei­ni­ges ver­spricht sich der CEO künf­tig auch von der Sap-soft­ware, de­ren Im­ple­men­tie­rung im lau­fen­den Jahr ab­ge­schlos­sen wird: «SAP er­laubt uns ei­nen ganz­heit­li­chen Blick auf un­se­re Wert­schöp­fungs­ket­te und hilft uns da­mit, künf­tig un­se­re Res­sour­cen bes­ser zu nut­zen.»

Die Pro­fi­ta­bi­li­tät könn­te sich 2012 da­her wei­ter ver­bes­sern. Dies auch, weil An­dri­er von ei­ner Nor­ma­li­sie­rung der Roh­stoff­prei­se spricht: «Ei­nen An­stieg von 15% wie im ver­gan­ge­nen Jahr er­war­ten wir für 2012 nicht. Im schlimms­ten Fall rech­nen wir mit ei­ner Preis­in­fla­ti­on von 2 bis 3%.» Kein Bauch­weh ma­chen Giv­au­dan der­zeit die we­nig er­bau­li­chen Kon­junk­tur­aus­sich­ten. «Bis­her se­hen wir kei­ne An­zei­chen da­für, dass sich das Ge­schäft ab­kühlt», so An­dri­er. Und: «Der Start in das Jahr ist ge­lun­gen.» Zu­dem ha­be Giv­au­dan be­wie­sen, dass das Ge­schäfts­mo­dell kri­sen­re­sis­tent ist.

Di­vi­den­de wird an­ge­ho­ben

Die Ge­sell­schaft zeigt sich zu­ver­sicht­lich, auch künf­tig schnel­ler als der Markt zu wach­sen. Die mit­tel­fris­ti­ge Pro­gno­se, wo­nach Giv­au­dan in Lo­kal­wäh­run­gen 4,5 bis 5,5% bei ei­nem Markt­wachs­tum von 2 bis 3% wach­sen soll, wur­de be­stä­tigt. 2011 er­ziel­te Giv­au­dan in Lo­kal­wäh­run­gen ein Wachs­tum von 5,2%. Ge­trübt wird das Bild al­ler­dings durch die star­ke Fran­ken­auf­wer­tung, die im Re­sul­tat deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen hat (vgl. Ta­bel­le). Auch der – wie Giv­au­dan ver­si­cher­te nur tem­po­rä­re – Rück­gang des frei­en Cash­flows ist ein Wer­muts­trop­fen.

Ins­ge­samt hat Giv­au­dan ein über­zeu­gen­des ope­ra­ti­ves Er­geb­nis vor­ge­legt. Freu­en dür­fen sich die Ak­tio­nä­re auch über ei­ne er­neu­te Er­hö­hung der Di­vi­den­de (22 Fr. pro Ti­tel, steu­er­frei). Die bis­her ste­tig stei­gen­de Aus­schüt­tung spricht denn auch für die Va­lo­ren. Güns­tig sind sie aber nicht mehr be­wer­tet, das Kur­s­po­ten­zi­al er­scheint be­grenzt. Ein Kauf drängt sich des­halb nicht auf.

ABB ist ei­ner der welt­gröss­ten Her­stel­ler von In­dus­trie­ro­bo­tern, mit ei­ner be­deu­ten­den Pro­duk­ti­ons­ba­sis in Schang­hai.

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