Al­piq er­war­tet kurz­fris­tig kei­ne Bes­se­rung

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Der Schwei­zer Ener­gie­kon­zern Al­piq hat das Ge­schäfts­jahr 2011 wie er­war­tet mit ei­nem deut­li­chen Ver­lust von 1,3 Mrd. Fr. ab­ge­schlos­sen. Grund sind be­reits an­ge­kün­dig­te Wert­be­rich­ti­gun­gen, Son­der­ab­schrei­bun­gen und Rück­stel­lun­gen in Hö­he von 1,7 Mrd. Fr. Den gröss­ten An­teil dar­an hat ein Buch­ver­lust von 400 bis 500 Mio. Fr. aus dem Ver­kauf der 20%-Be­tei­li­gung am ita­lie­ni­schen Ver­sor­ger Edi­power. Die Trans­ak­ti­on wur­de im Um­feld der Ei­ni­gung von Al­piq-gross­ak­tio­när EDF mit ita­lie­ni­schen Kom­mu­nal­ver­sor­gern aus­ge­han­delt und am 15. Fe­bru­ar un­ter­schrie­ben.

Der Um­satz fiel für Al­piq 2011 mit 14,0 Mrd. Fr. knapp sta­bil aus. Das Un­ter­neh­men schnitt ope­ra­tiv auch un­ter Aus­klam­me­rung der Son­der­ef­fek­te schlech­ter als im Vor­jahr ab. Der Ebitda sank be­rei­nigt um 23% auf 1,1 Mrd., der Ebit um 43% auf 552 Mio. und der Ge­winn um 60% auf 258 Mio. Fr. Über­ka­pa­zi­tä­ten in der Strom­bran­che, ho­he Brenn­stoff­kos­ten, nied­ri­ge Gross­han­dels­prei­se und -mar­gen, die Eu­ro­schwä­che und nied­ri­ge Pe­gel­stän­de in Was­ser­kraft­wer­ken sorg­ten für schwie­ri­ge Ver­hält­nis­se am Markt. Ein Re­struk­tu­rie­rungs­pro­gramm soll die be­trieb­li­chen Kos­ten bis En­de 2012 um rund 100 Mio. Fr. sen­ken und die Net­to­ver­schul­dung bis En­de 2014 um 1,5 bis 2 Mrd. Fr. re­du­zie­ren – der­zeit liegt sie bei 4,7 Mrd. Fr., was ei­nem Ver­hält­nis von Net­to­schul­den zu Ebitda von 4,1 ent­spricht.

Da­mit hat der aus der Fu­si­on von Atel und EOS her­vor­ge­gan­ge­ne Kon­zern den Ver­schul­dungs­grad in Kürze dras­tisch er­höht – er lag En­de 2008 (pro for­ma) wie auch En­de 2009 noch bei 2.4. Al­piq-cfo Kurt Baum­gart­ner ver­weist auf lau­fen­de Pro­jek­te. «Wir ha­ben im ver­gan­ge­nen Jahr Gas­kraft­wer­ke in Spa­ni­en, Ita­li­en und Frank­reich in Be­trieb ge­nom­men. Die ge­sam­te Ak­qui­si­ti­ons- und Schluss­fi­nan­zie­rung ge­schah 2011», sag­te der Fi­nanz­chef. In­klu­si­ve Aus­ga­ben für Wind­kraft in Ita­li­en, Koh­le­kraft in Tsche­chi­en und das Pump­spei­cher­kraft­werk Nant de Dran­ce im Wal­lis kos­te­ten die Aus­bau­pro­jek­te mehr als 500 Mio. Fr. Wei­te­re De­ves­ti­tio­nen zeich­nen sich vo­r­erst nicht ab. Für die deut­sche AAT wird wei­ter­hin ein Käu­fer bis En­de 2012 ge­sucht. «Der Markt ist al­ler­dings sehr schwie­rig», heisst es.

Die Ak­tio­nä­re sol­len trotz schwie­ri­ger La­ge ei­ne Di­vi­den­de von 2 Fr. je Ti­tel er­hal­ten, weil Al­piq ope­ra­tiv Ge­winn ge­schrie­ben hat und weil der Kon­zern ge­mäss Ma­nage­ment zei­gen will, dass er die Free­floatAk­tio­nä­re (rund 10%) ernst nimmt. Für das Ge­schäfts­jahr 2012 sieht Al­piq ope­ra­tiv kei­ne Bes­se­rung. Wir rech­nen vo­r­erst mit ei­nem Ge­winn von 10 Fr. je Ak­tie. En­ga­ge­ments drän­gen sich wei­ter­hin nicht auf.

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