«Nur noch zwei Mo­bil­funk­net­ze»

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - CC

Mit­tel­fris­tig wer­de der Schwei­zer Markt nur noch zwei Mo­bil­funk­net­ze ha­ben, meint der re­nom­mier­te Tele­com­ex­per­te John Strand aus Dä­ne­mark. «Ich ha­be kei­nen Zwei­fel, dass die Ei­gen­tü­mer von Sun­ri­se und Oran­ge doch noch zu ei­ner Form von Ko­ope­ra­ti­on kom­men – sei es durch ei­ne Fu­si­on oder durch Net­work Sharing», sagt er zu «Fi­nanz und Wirt­schaft». Net­work Sharing wird be­reits in an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern prak­ti­ziert, et­wa in Gross­bri­tan­ni­en, Po­len und Dä­ne­mark. Das Prin­zip: Mo­bil­funk­an­bie­ter tei­len sich die Netz­in­fra­struk­tur und den Netz­be­trieb.

Die Be­sit­zer von Sun­ri­se und Oran­ge, die bri­ti­schen Pri­va­te-equi­ty-ge­sell­schaf­ten CVC Ca­pi­tal Part­ners und Apax Part­ners, ha­ben ein In­ter­es­se dar­an, Grös­sen­vor­tei­le zu nut­zen und ge­zielt zu in­ves­tie­ren. Denn im ers­ten Halb­jahr 2012 wird es teu­er. Dann kom­men be­ste­hen­de und zu­sätz­lich frei wer­den­de Mo­bil­funk­fre­quen­zen aus der «di­gi­ta­len Di­vi­den­de» (ein Fre­quenz­spek­trum, das zu­vor für ana­lo­ges Fern­se­hen ver­wen­det wur­de) in der Schweiz un­ter den Ham­mer. Der Bund er­zielt Ein­nah­men von ins­ge­samt rund 600 Mio. Fr., wenn al­le Pa­ke­te zum Min­dest­preis ver­ge­ben wer­den.

Die Ver­stei­ge­rung der Fre­quen­zen ist auch mit Blick auf den Aus­bau der Ver­bin­dungs­ge­schwin­dig­kei­ten von Be­deu­tung. Swiss­com un­ter­nahm be­reits 2010 ei­nen Feld­ver­such mit der schnel­len Tech­no­lo­gie LTE (Long Term Evo­lu­ti­on), ers­te An­ten­nen­stand­or­te gin­gen 2011 in Be­trieb. Die Wett­be­wer­ber sind zu­rück­hal­ten­der, was LTE an­geht. So­wohl Sun­ri­se als auch Oran­ge sind an Pi­lot­pro­jek­ten und Tests und set­zen künf­tig stark auf ei­ne Ko­exis­tenz mit be­ste­hen­den Tech­no­lo­gi­en.

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