Chi­nas mäch­tigs­ter Un­ter­neh­mer

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - EH,

Der wahr­schein­lich schon bald welt­weit mäch­tigs­te Un­ter­neh­mer hat der gröss­ten glo­ba­len Wirt­schafts­macht ei­nen Be­such ab­ge­stat­tet. Die fünf­tä­gi­ge USRei­se Xi Jin­pings, der im kom­men­den Herbst wohl Vor­sit­zen­der der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Chi­na (KPC) und im März 2013 Staats­prä­si­dent wer­den soll, lässt er­ah­nen, wie sich die Be­zie­hung der zwei gröss­ten Wirt­schafts­mäch­te in den kom­men­den Jah­ren ent­wi­ckeln wird. Da­bei gilt es zwi­schen Stil und In­halt zu un­ter­schei­den. Das ent­spann­te Auf­tre­ten des 58-jäh­ri­gen Xi in der Öf­fent­lich­keit kon­tras­tiert mit dem des steif da­her­kom­men­den Staats­prä­si­den­ten Hu Jin­tao. Von Gast­ge­ber Ba­rack Oba­ma auf die pre­kä­re Men­schen­rechts­la­ge in Chi­na an­ge­spro­chen, er­wi­der­te Xi sa­lopp, die­se sei nir­gend­wo per­fekt und wie auch an­ders­wo in der Welt ver­bes­se­rungs­fä­hig. Doch es gibt kei­ne An­halts­punk­te da­für, dass er am Macht­mo­no­pol der KPC rüt­teln oder das staats­ka­pi­ta­lis­ti­sche Mo­dell über Bord wer­fen will. Span­nun­gen mit den USA sind da­mit pro­gram­miert. Xi durch­lief sei­ne gan­ze be­ruf­li­che Lauf­bahn in Ar­mee, Par­tei und Staat, doch sam­mel­te er da­bei auch ei­ni­ge un­ter­neh­me­ri­sche Er­fah­run­gen. Nach ei­nem Che­mie­stu­di­um an der Pe­kin­ger Tsin­g­huaU­ni­ver­si­tät ar­bei­te­te er zu­erst für das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um. 1982 nahm er ei­ne Stel­le in der zi­vi­len Ver­wal­tung an, wo er in der Pro­vinz Hu­bei stell­ver­tre­ten­der Lei­ter ei­nes auf die Schwei­ne­mäs­te­rei spe­zia­li­sier­ten Land­krei­ses war. Xis Weg ver­lief bis­her al­les an­de­re als ge­ra­de. Zwar ist er ein «Prin­zen­spröss­ling». So wer­den in Chi­na Söh­ne und Töch­ter höchs­ter Par­tei­füh­rer ge­nannt. Sein Va­ter, Xi Zhon­g­xun, war als Un­ter­grund­kämp­fer ein Held der Re­vo­lu­ti­on. In den ers­ten Jah­ren der Volks­re­pu­blik nahm er ein ho­hes Par­tei­amt ein und ver­füg­te da­mit über vie­le Pri­vi­le­gi­en. Doch der Al­t­re­vo­lu­tio­när wur­de 1962 im Zu­ge par­tei­in­ter­ner Kämp­fe von Mao Tse­dong ab­ge­setzt und lan­ge Jah­re in­haf­tiert. Spä­ter wur­de der Sohn erst fünf­zehn­jäh­rig aufs Land ge­sandt, wo er wie Mil­lio­nen an­de­rer zu­vor pri­vi­le­gier­ter Chi­ne­sen har­te kör­per­li­che Ar­beit ver­rich­ten muss­te. Erst nach Ma­os Tod konn­te der jun­ge Xi nach Pe­king zu­rück­keh­ren. Die Zu­las­sung an die Uni­ver­si­tät ge­lang ihm we­gen der po­li­ti­schen Pro­ble­me des Va­ters erst nach dem drit­ten An­lauf. Bis er als Mit­glied der KPC auf­ge­nom­men wur­de, muss­te er zehn An­trä­ge stel­len. Xi ist nach ei­ner Schei­dung in zwei­ter Ehe mit der lan­des­weit be­kann­ten Sän­ge­rin Peng Liyuan ver­hei­ra­tet. Das Ehe­paar hat ei­ne Toch­ter, die an der Har­var­dU­ni­ver­si­tät stu­diert.

Xi Jin­ping hat ein ent­spann­tes Auf­tre­ten, bleibt in Sys­tem­fra­gen aber steif.

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