Ral­ly er­staun­lich ro­bust

ÜBER­SICHT EZB eb­net Weg für Grie­chen­land – Us-kon­junk­tur­da­ten be­flü­geln

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT - PE­TER ROHNER

DDer Dax klet­ter­te am Frei­tag auf ein Jah­res­hoch von 6848,03, der Sto­xx Eu­ro­pe 50 leg­te 1,24% auf 2520,31 zu. Der SMI ge­wann 0,33%, vor al­lem Cre­dit Suis­se und Hol­cim mach­ten die Ver­lus­te der ers­ten Wo­chen­ta­ge gut. Im Wo­chen­ver­lauf stie­gen die wich­ti­gen eu­ro­päi­schen und Us-ak­ti­en­in­di­zes zwi­schen 0,9 und 2,33%.

Der Eu­ro, der bis Don­ners­tag täg­lich an Ter­rain ein­ge­büsst und die Mar­ke von 1.30 $ un­ter­schrit­ten hat­te, er­hol­te sich bis Re­dak­ti­ons- ie nun schon neun Wo­chen an­hal­ten­de Ak­ti­en­ral­ly er­weist sich auch im fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um als er­staun­lich ro­bust. Nach an­fäng­li­chen Schwä­che­an­zei­chen be­kam die Auf­wärts­be­we­gung zum Wo­che­n­en­de hin neu­en Schwung. Er­neut stand Grie­chen­land im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit, be­glei­tet von über­ra­schend gu­ten Us-kon­junk­tur­da­ten.

Für Er­leich­te­rung sorg­ten Be­rich­te, nach de­nen sich die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) an Grie­chen­lands Um­schul­dung be­tei­ligt. Sie sei be­reit, ih­ren Be­stand grie­chi­scher Staats­an­lei­hen in neue Ti­tel zu tau­schen. Die neu­en An­lei­hen hät­ten die glei­che Struk­tur, sei­en aber so kon­stru­iert, dass sie nicht von Schul­den­schnitt­re­ge­lun­gen be­trof­fen wä­ren.

Die in­di­rek­te Be­tei­li­gung der EZB an der Um­schul­dung gilt als wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für das Zu­stan­de­kom­men des zwei­ten Ret­tungs­pa­kets im Um­fang von 130 Mrd. €. Am kom­men­den Mon­tag könn­te der An­lei­hen­tausch für pri­va­te Gläu­bi­ger fol­gen. Sie sol­len auf (min­des­tens) 50% ih­rer For­de­run­gen ver­zich­ten. Eben­falls für Mon­tag ist die Aus­for­mu­lie­rung des Ge­samt­pa­kets der Eu­ro-fi­nanz­mi­nis­ter vor­ge­se­hen.

Eu­ro er­holt sich

Erst­an­trä­ge Ar­beits­lo­sen­gel­der schluss auf 1,3155 $. Die Ren­di­ten der ita­lie­ni­schen und der spa­ni­schen Staats­an­lei­hen bil­de­ten sich eben­falls deut­lich zu­rück – vor al­lem spa­ni­sche Bonds hat­ten zu­vor un­ter Ab­ga­be­druck ge­lit­ten.

Die Er­leich­te­rung mit Blick auf Grie­chen­land mach­te die Sicht frei für die bes­se­ren Fun­da­men­tal­da­ten. Vor al­lem in den USA wei­sen die In­di­ka­to­ren auf stär­ke­res Wachs­tum oh­ne In­fla­ti­on hin. Die Kon­su­men­ten­prei­se stie­gen im Ja­nu­ar we­ni­ger als er­war­tet um 0,2% zum Vor­mo­nat bzw. 2,9% zum Vor­jahr. Die In­fla­ti­on ver­lang­samt sich da­mit seit vier Mo­na­ten. Der Phil­ly Fed In­dex ist im Fe­bru­ar stär­ker als er­war­tet ge­stie­gen und weist auf ei­ne wei­te­re Er­ho­lung des In­dus­trie­sek­tors hin.

Schon am Don­ners­tag lös­te die Nach­richt, wo­nach die An­trä­ge auf Ar­beits­lo­sen­gel­der auf den tiefs­ten Stand seit April 2008 ge­fal­len sind, für Auf­wind. Der S&P 500 er­hol­te sich am Don­ners­tag mar­kant. Im Wo­chen­ver­lauf stieg er bis vier St­un­den vor Han­dels­schluss 1,22% und nä­her­te sich dem letz­ten Höchst von 2011.

In Eu­ro­pa be­stä­tig­ten die BIPWachs­tums­zah­len für das vier­te Quar­tal 2011, dass sich die Eu­ro­zo­ne zum ers­ten Mal seit 2009 wie­der in ei­ner Kon­trak­ti­on be­fin­det. Ge­mäss Eu­ro­s­tat ist das BIP re­al und sai­son­be­rei­nigt ge­gen­über dem Vor­quar­tal 0,3% ge­schrumpft. Von den gros­sen Eu­ro­län­dern ist ein­zig Frank­reichs Volks­wirt­schaft leicht ge­wach­sen. Ana­lys­ten und Öko­no­men ge­hen in­des von ei­ner mil­den Re­zes­si­on in Eu­ro­pa aus.

Riks­bank senkt Zins

Wäh­rend die EZB in der Vor­wo­che am Leit­zins von 1% fest­hielt, senk­te die schwe­di­sche Riks­bank den Schlüs­sel­zins 25 Ba­sis­punk­te auf 1,5%. Gleich­zei­tig re­vi­dier­te sie die Wachs­tums­pro­gno­se für 2012 von 1,3 auf 0,7%. Die an­hal­ten­den Stär­ke der Kro­ne dürf­te beim Zins­ent­scheid auch ei­ne Rol­le ge­spielt ha­ben. Für die Öko­no­men von Bar­clays hat der Zins­ent­scheid das En­de des lan­gen Auf­wer­tungs­trends ein­ge­läu­tet.

In Asi­en fiel der Nik­kei 225 mit ei­ner Wo­chen­per­for­mance von +4,9% auf. Ja­pa­ni­sche Ak­ti­en pro­fi­tie­ren von der mar­kan­ten Ab­wer­tung des Yens. Die ja­pa­ni­sche Va­lu­ta ver­lor ge­gen­über dem Dol­lar 2,3%, nach­dem die Bank of Ja­pan an­ge­kün­digt hat­te, die quan­ti­ta­ti­ve Lo­cke­rung fort­zu­set­zen und das As­set-auf­kauf­pro­gramm aus­zu­bau­en. Die Un­si­cher­heit in Be­zug auf das Ver­hal­ten des Irans sorg­te für An­span­nung am Roh­öl­markt. Brent stieg 1,5% auf 119.06 $, der WTI- Preis leg­te 4,6% auf 102.91 $ zu. Der Gold­preis ver­än­der­te sich kaum (+0,3%).

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