Nest­lé ma­chen Ap­pe­tit

SCHWEIZ CS Group und UBS ge­fragt – Von­to­bel ge­ben Ter­rain preis – Ap­plaus für Cla­ri­ant

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - OLI­VER PFA­DEN­HAU­ER

Trotz der an­hal­ten­den Un­si­cher­hei­ten über das Hilfs­pa­ket für Grie­chen­land blie­ben die An­le­ger in der zwei­ten Wo­chen­hälf­te in Kauf­lau­ne. Ver­mehr­te An­zei­chen ei­ner Kon­junk­tur­er­ho­lung in den USA und zum Teil über Er­war­ten gu­te Ab­schlüs­se ein­hei­mi­scher Un­ter­neh­men reg­ten den Han­del an. Der Swiss Mar­ket In­dex avan­cier­te im Wo­chen­ver­gleich 1,7% auf 6237,69.

Die wich­tigs­te Stüt­ze im Blu­eChips-ba­ro­me­ter bil­de­ten die Ak­ti­en des Bör­sen­schwer­ge­wichts Nest­lé (+4,1%). Der Nah­rungs­mit­tel­rie­se über­traf mit ei­nem or­ga­ni­schen Wachs­tum von 7,5% im ver­gan­ge­nen Jahr die Er­war­tun­gen (vgl. Sei­te 13).

Un­ter­schied­lich ent­wi­ckel­ten sich die Fi­nanz­ti­tel. Gut im Markt la­gen die im SMI ver­tre­te­nen Bank- und Ver­si­che­rungs­ak­ti­en.

Nest­lé N

ABB N CS Group (+3,8%) ka­men mehr vor­an als UBS (+2,8%). Zu­rich Fi­nan­ci­al avan­cier­ten 1,5%. Der As­se­ku­ranz­mul­ti ver­moch­te den Ge­winn 2011 nur dank ein­ma­li­gem Er­trag zu stei­gern (vgl. Sei­te 8), wes­halb die Ak­ti­en ge­gen Wo­che­n­en­de et­was un­ter Ab­ga­be­druck ge­rie­ten. Die Di­vi­den­de soll aber auf ho­hem Ni­veau ge­hal­ten wer­den, was ei­ne Ren­di­te von über 7% ver­spricht. Wo­mög­lich ha­ben ei­ni­ge An­le­ger in Swiss Re (+3,5%) um­ge­schich­tet. Der Rück­ver­si­che­rer wird am nächs­ten Don­ners­tag die Jah­res­zah­len vor­le­gen.

Zu den Ver­lie­rern un­ter den Fi­nanz­wer­ten zähl­ten Von­to­bel (–7,9%). Das Bank­in­sti­tut er­litt im ver­gan­ge­nen Jahr ei­nen Ge­winn­rück­gang von 23%. Der Neu­geld­zu­fluss er­reich­te je­doch ein Re­kord­ni­veau. Das In­sti­tut gab im Wei­te­ren be­kannt, nicht im Vi­sier der Us-steu­er­be­hör­den zu sein (vgl. Sei­te 6).

Lem N

Ent­täuscht re­agier­ten die An­le­ger auf die An­kün­di­gung der Swiss­com (Ak­ti­en –0,4%), dass die Di­vi­den­de für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr 2012 vor­aus­sicht­lich nicht er­höht wird. Am Mitt­woch rutsch­ten die Va­lo­ren bis zu 3,7% ab, grenz­ten den Kurs­ver­lust aber bis zum Ta­ges­schluss auf 1,9% ein. Das Un­ter­neh­men will für 2012 wie für 2011 ei­ne Di­vi­den­de von 22 Fr. aus­schüt­ten (vgl. Sei­te 19).

Die Ak­ti­en des Elek­tro­tech­nik­kon­zerns ABB (–2,1%) ge­rie­ten nach der Re­sul­tats­ver­öf­fent­li­chung am Don­ners­tag un­ter Druck: Schwä­che­re Be­triebs­mar­gen im vier­ten Quar­tal und ein zu­rück­hal­ten­der Aus­blick auf die ers­ten drei Mo­na­te des lau­fen­den Ge­schäfts­jahrs ver­un­si­cher­ten die An­le­ger. Län­ger­fris­tig zeigt die Kon­zern­füh­rung in­des Zu­ver­sicht, vor al­lem mit Blick auf die Ge­schäfts­ent­wick­lung in Ame­ri­ka und in Asi­en (vgl. Sei­te 14).

Der Spe­zi­al­che­mie­her­stel­ler Cla­ri­ant leg­te ei­nen über­zeu­gen­den Jah­res­ab­schluss vor. Die Ak­ti­en avan­cier­ten 8,1%, ob­wohl die Aus­sich­ten für 2012 recht ver­hal­ten dar­ge­stellt wur­den (vgl. Sei­te 15). Ge­sucht wa­ren auch Giv­au­dan (+0,9%). Der welt­gröss­te Aro­men- und Riech­stoff­her­stel­ler ver­moch­te die Ge­winn­mar­ge im zwei­ten Se­mes­ter 2011 deut­lich aus­zu­wei­ten, nach­dem sie im ers­ten Halb­jahr we­gen der ge­stie­ge­nen Roh­stoff­kos­ten ein­ge­bro­chen war (vgl. Sei­te 14).

Syn­thes (+0,5%) be­haup­te­ten sich, ob­wohl die Ge­schäfts­ent­wick­lung des Or­tho­pä­die­un­ter­neh­mens im vier­ten Quar­tal ent­täusch­te. Die Ak­ti­en kor­re­lie­ren zu­neh­mend mit den Ti­teln des Us-ge­sund­heits­kon­zerns John­son & John­son, der auf grü­nes Licht der Kar­tell­be­hör­den für die von ihm an­ge­streng­te 21,3-Mrd.$-Über­nah­me war­tet.

Die gröss­ten Wo­chen­ge­win­ner wa­ren Oras­com De­ve­lop­ment (+32,1%). Der Bau­fort­schritt im Lu­xus­res­sort An­der­matt Swiss Alps, vor al­lem aber die Stütz­käu­fe von Mehr­heits­ak­tio­när Sa­mih Sa­wiris, zei­gen Wir­kung. Die Ak­ti­en ha­ben sich zwar vom bis­he­ri­gen Tief ge­löst, no­tie­ren aber im­mer noch weit ent­fernt vom eins­ti­gen Emis­si­ons­preis von 152 Fr.

Gut vor­an ka­men auch Lem (+9,4%). Die Un­ter­neh­mens­re­sul­ta­te für das drit­te Ge­schäfts­quar­tal per En­de De­zem­ber über­tra­fen die Ana­lys­ten­er­war­tun­gen. Der Bro­ker Hel­vea führt die Ver­bes­se­rung auf ei­ne Sta­bi­li­sie­rung im So­lar­markt zu­rück. Lem pro­du­ziert Strom­wand­ler, die auch im Be­reich der Al­ter­na­tiv­ener­gi­en An­wen­dung fin­den.

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