Aus­län­der do­mi­nie­ren

OB­LI­GA­TIO­NEN Über 1,5 Mrd. Fr. plat­ziert – Fi­at de­bü­tiert – Moo­dy’s macht Schlag­zei­len und sonst we­nig

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAN­FRED KRÖLLER

Ne­ben Moo­dy’s sorg­ten aus­län­di­sche Emit­ten­ten für die Schlag­zei­len, nah­men sie doch über 1,5 Mrd. Fr. auf. Am Don­ners­tag plat­zier­te UBS In­vest­ment Bank (IB) das De­büt 5% Fi­at Fi­nan­ce 2012/2015 über 425 Mio. Fr. zu 480,2 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap-mitte. Fi­at liegt mit Ba3 (Moo­dy’s) und BB (S&P) im Hoch­zins­be­reich. Güns­ti­ge­re Kon­di­tio­nen als im Eu­ro­markt sei­en aus­schlag­ge­bend ge­we­sen.

Zum zwei­ten Mal war Russ­lands gröss­tes Kre­dit­in­sti­tut am Markt: UBS, CS und Troi­ka, die In- vest­ment­toch­ter der Emit­ten­tin, brach­ten 31⁄ Sber­bank 2012/ 2015 über 325 Mio. Fr. Die mit A3 (Moo­dy’s) ein­ge­stuf­te rus­si­sche Bank zahl­te 289,9 Bp Auf­schlag zur Swap-mitte. Deut­sche Bank plat­zier­te am Mitt­woch ING Bank 20012/2014 über 100 Mio. Fr. Der Floa­ter wird zum Drei­mo­nats­li­bor plus 110 Bp ver­zinst.

Cre­dit Suis­se (CS), Deut­sche Bank und UBS IB ka­men glei­chen­tags mit der Pfand­brief-dop­peltran­che (Co­ve­r­ed Bonds) 11⁄ Com­mon­wealth Bank of Aus­tra­lia 2012/2019 über 350 Mio. Fr. und dem Floa­ter Com­mon­wealth Bank of Aus­tra­lia 2012/2015 über 425 Mio. Fr. Der va­ria­ble Bond wird zum Drei­mo­nats­li­bor plus 60 Bp ver­zinst, die Fest­zins­an­lei­he wur­de zu ei­nem Spre­ad von 73 Bp ge­preist. In Ei­gen­re­gie kam Ba­sel­land­schaft­li­che Kan­to­nal­bank 2012/ 2018 über 250 Mio. Fr. Die von S&P mit der Best­no­te AAA be­wer­te­te BLKB zahl­te ei­nen Spre­a­dAuf­schlag von 5 Bp.

Für Auf­re­gung – in Wahr­heit ei­gent­lich nur ei­nen Sturm im Was­ser­glas – sorg­te ein­mal mehr die Ra­ting­bran­che. Dies­mal war Moo­dy’s an der Rei­he und kün­dig­te die Über­prü­fung von rund 120 Ban­ken – meist eu­ro­päi­schen – an. Die Markt­re­ak­tio­nen wa­ren be­grenzt, die Neu­be­wer­tun­gen meist schon ein­ge­preist. Von Nach­rich­ten­agen­tu­ren zi­tier­te Händ­ler war­fen Moo­dy’s pro­zy­kli­sches Han­deln vor. Flä­chen­de­ckend dann her­ab­zu­stu­fen, wenn sich die La­ge sta­bi­li­sie­re, ha­be ei­nen fa­den Bei­ge­schmack.

Die voll­zo­ge­nen oder an­ge­droh­ten Bo­ni­täts­min­de­run­gen rei­chen von ei­ner bis drei Stu­fen. Die Eu­ro­kri­se ha­be das Ge­schäfts­kli­ma ver­schlech­tert, ar­gu­men­tiert Moo­dy’s. Die Kre­dit­auf­nah­me wer­de schwie­ri­ger, ge­ra­de in hoch ver­schul­de­ten Staa­ten. Glo­bal tä­ti­ge Ban­ken hät­ten mehr Ri­si­ken und hö­he­re re­gu­la­to­ri­sche An­for­de­run­gen zu ge­wär­ti­gen. Be­trof­fen sind un­ter an­de­ren UBS und CS, Deut­sche Bank, Com­merz­bank, meh­re­re deut­sche Lan­des­ban­ken, Bar­clays, HSBC, Na­tio­nal West­mins­ter, Roy­al Bank of Scot­land, Cré­dit Ag­ri­co­le, BNP Pa­ri­bas, So­cié­té Gé­né­ra­le, No­mu­ra und Roy­al Bank of Ca­na­da so­wie Bank of Ame­ri­ca, Ci­ti­group, Gold­man Sachs, J. P. Mor­gan und Mor­gan St­an­ley.

Auch Ver­si­che­rer ge­rie­ten ins Vi­sier von Moo­dy’s, weil sie An­lei­hen von Kri­sen­staa­ten und Ban­ken hal­ten. Ge­ne­ra­li wur­de um zwei Stu­fen, auf A2, ge­senkt, Al­li­anz und Axa be­hiel­ten ihr Aa3, je­doch mit ne­ga­ti­vem Aus­blick. Nach der letz­ten Her­ab­stu­fung von Staa­ten der Eu­ro­zo­ne hat Moo­dy’s nun dort tä­ti­ge staats­na­he Un­ter­neh­men nach un­ten an­ge­passt, et­wa Eni, Pos­te Ita­lia­ne, Ener­gi­as de Por­tu­gal, SNCF, Uren­co und Oebb-in­fra­struk­tur.

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