Gold bleibt «moo­dy»

EDEL­ME­TAL­LE Die jüngs­te Run­de von Down­gra­des lässt den Gold­preis kalt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - BNP PA­RI­BAS,

Seit An­fang Fe­bru­ar be­wegt sich der Gold­preis in ei­ner en­gen Han­dels­span­ne zwi­schen 1710 und 1750 $ pro Un­ze. Beim Sil­ber ist es ganz ähn­lich – hier liegt die un­te­re Gren­ze bei 33 $, die obe­re ge­ra­de 1 $ hö­her. Und auch für Pla­tin und Pal­la­di­um gibt es ähn­lich schma­le Trend­ka­nä­le.

Die gu­te Nach­richt für die Bul­len: Al­le vier Edel­me­tal­le be­we­gen sich nur knapp un­ter den Jah­res­höchst­wer­ten und ha­ben seit En­de 2011 deut­lich zu­ge­legt. Die schlech­te Nach­richt: Tech­nisch se­hen die ge­gen­wär­ti­gen For­ma­tio­nen nicht über­zeu­gend aus – im Ge­gen­teil.

Eben­so zieht der Trig­ger, der den Preis­an­stieg im ers­ten Mo­nat be­schert hat­te, of­fen­bar nicht mehr. Oder je­den­falls nicht mehr so stark, wie die Ana­lys­ten von BNP Pa­ri­bas fest­stel­len. Ge­ra­de die Ab­stu­fung von Frank­reich durch S&P hat­te den Edel­me­tal­len kräf­tig ge­hol­fen. Im Kal­kül der Bul­len ist die Un­si­cher­heit um die Eu­ro­zo­ne deut­lich ge­stie­gen – die Haupt­last der Schul­den­kri­se wä­re noch wei­ter auf Deutsch­land ver­scho­ben wor­den. Das gilt nicht nur für di­rek­te Un­ter­stüt­zungs­zah­lun­gen, son­dern auch für die Ret­tungs­fonds so­wie das Zah­lungs­aus­gleich­sys- tem zwi­schen den No­ten­ban­ken der Eu­ro­zo­ne («Tar­get 2»).

Ei­ne ver­gleich­ba­re An­kün­di­gung des S&p-kon­kur­ren­ten Moo­dy’s sorg­te zu Wo­chen­mit­te im asia­ti­schen Han­del für et­was Kurs­fan­ta­sie. Die­se lief aber in der Rea­li­tät be­reits nach ei­ner Hand­voll Dol­lar aus. «In den ver­gan­ge­nen Wo­chen ha­ben sich schon vie­le In­ves­to­ren, die mit hö­he­ren Prei­sen rech­nen, ein­ge­deckt – jetzt fehlt et­was die Nach­fra­ge, denn die­se An­le­ger ha­ben meist ih­re Quo­ten schon aus­ge­schöpft», er­klä­ren Ana­lys­ten die ge­gen­wär­ti­ge Sta­gna­ti­on.

Eben­so re­agier­ten Edel­me­tal­le ge­ra­de En­de letz­te Wo­che völ­lig an­ders, als An­le­ger und Ana­lys­ten er­war­tet hat­ten: Gold fiel gleich­zei­tig mit In­dus­trie­me­tal­len und Roh­öl, ob­wohl ei­ne Ei­ni­gung über die Grie­chen­land­schul­den zum wie­der­hol­ten Mal auf­ge­scho­ben wur­de.

Eben­falls ver­rech­net ha­ben sich et­li­che Mi­nen. Hier er­war­ten Ana­lys­ten ei­ne schwa­che Er­geb­nis­sai­son mit vie­len un­schö­nen Über­ra­schun­gen auf­grund stark ge­stie­ge­ner För­der­kos­ten und be­deu­ten­der Ab­schrei­ber von An­la­gen wie (zu) teu­er ge­kauf­ten klei­nen Mi­nen.

Auch gros­se För­de­rer wie Bar­rick, Kin­ross und New­mont ha­ben mit Lum­wa­na, Chi­ra­no und Ho­pe Bay ih­re Pro­blem­mi­nen. Die gros­sen Gold­mi­nen wer­den der­zeit mit ei­nem Äqui­va­lent von 1270 $ pro Un­ze be­wer­tet, die Tier-2-mi­nen mit 1190 $ kaum bil­li­ger. Es gibt be­reits wie­der Ana­lys­ten­stim­men, die ab 2014 wie­der deut­lich tie­fe­re Prei­se in Rich­tung 1400 $ er­war­ten und ab 2015 noch mit 1200 $ rech­nen.

Re­tail­an­le­ger zeig­ten sich ei­ni­ger­mas­sen un­be­ein­druckt. Laut Chris­ti­an Gla­ser, De­ri­vat­ex­per­te bei BNP Pa­ri­bas in Frank­furt, kauf­ten An­le­ger bei Gold­pro­duk­ten ver­mehrt Dis­count-call-op­ti­ons­schei­ne und He­bel­pro­duk­te auf stei­gen­de No­tie­run­gen.

Bei Sil­ber sah man ei­ni­ge Ab­schlüs­se in klas­si­schen Op­ti­ons­schei­nen. We­ni­ger ge­fragt wa­ren Pla­tin und Pal­la­di­um – hier fehlt dem Markt ei­ne über­zeu­gen­de Sto­ry.

Auch die ETF blie­ben nur be­schei­den­de Käu­fer – sie stock­ten ih­re Be­stän­de ge­ra­de ein­mal um zwei Ton­nen auf. Und selbst die Hedge Funds ha­ben ih­re Lon­gPo­si­tio­nen ge­hal­ten, aber längst nicht so stark aus­ge­baut, wie man das er­war­tet hat­te. Die Long-po­si­tio­nen lie­gen noch gut 30% un­ter dem Höchst von Au­gust 2010.

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