Us-be­am­te eb­nen Weg für Ro­che & Co.

Die ame­ri­ka­ni­sche Ge­sund­heits­be­hör­de FDA lässt seit kur­zem Me­di­ka­men­te wie­der schnel­ler zu

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - SEI­TE 5

Lan­ge gal­ten die Be­am­ten der USGe­sund­heits­be­hör­de als gröss­tes Hemm­nis in der Phar­ma- und Bio­tech-bran­che. Sie wür­den In­no­va­tio­nen ver­hin­dern, so ein Vor­wurf, die Ent­wick­lung von Me­di­ka­men­ten ver­teu­ern – oder Pa­ti­en­ten Wirk­stof­fe vor­ent­hal­ten. Jetzt än­dert sich das An­se­hen der Mit­ar­bei­ter der Food and Drug Ad­mi­nis­tra­ti­on (FDA). Zu­letzt ha­ben die Prü­fer so vie­le Me­di­ka­men­te zu­ge­las­sen wie seit Jah­ren nicht. Da­von pro­fi­tie­ren die Ak­ti­en von Ge­sell­schaf­ten der Ge­sund­heits­bran­che.

Die FDA wur­de vor über acht­zig Jah­ren ge­grün­det. Aus­ser für Me­di­ka­men­te ist sie auch für me­di­zi­ni­sche In­stru­men­te, Nah­rung und Kos­me­tik zu­stän­dig. Heu­te re­gu­lie­ren die 11 500 Mit­ar­bei­ter ein Markt­vo­lu­men von 2 Bio. $. Das ent­spricht ei­nem Vier­tel al­ler Us-kon­sum­gü­ter. Die Be­hör­de sei «aus­ge­spro­chen mäch­tig», sagt et­wa Chris Tan­ner, Fi­nanz­chef von Cos­mo Phar­maceu­ti­cals.

Die­se Macht wur­de nicht im­mer zu­guns­ten der Pa­ti­en­ten ge­nutzt. So sank 2007 in­fol­ge des Wahl­kampfs zwi­schen John Mccain und Ba­rack Oba­ma die Zahl der Zu­las­sun­gen durch die FDA auf ein Tief von acht­zehn Me­di­ka­men­ten. In­zwi­schen hat Oba­ma ei­ne neue Che­fin der Be­hör­de er­nannt, Mar­ga­ret Ham­burg, die sich in den lau­fen­den Vor­wah­len al­ler Be­ein­flus­sungs­ver­su­che er­wehrt.

Mehr noch: Die 56-jäh­ri­ge FDA-DI­rek­to­rin macht Tem­po. Im ab­ge­lau­fe­nen Be­richts­jahr der Be­hör­de, das zum Sep­tem­ber en­de­te, hat die FDA 35 Me­di­ka­men­te zu­ge­las­sen, ei­ner der höchs­ten Wer­te seit den Neun­zi­gern. Für die Hälf­te der Prä­pa­ra­te hat sie das Ver­fah­ren be­schleu­nigt, dann soll ei­ne Prü­fung höchs­tens sechs Mo­na­te dau­ern.

Ins­be­son­de­re bei sol­chen Prio­ri­ty Re­views hän­gen die Ame­ri­ka­ner mitt­ler­wei­le die Eu­ro­pä­er ab. Beim be­schleu­nig­ten Ver­fah­ren be­nö­tigt die FDA nach ei­ge­nen An­ga­ben im Schnitt in der Tat nur sechs Mo­na­te, die Eu­ro­pean Me­di­ci­nes Agen­cy (EMA) da­ge­gen drei­zehn.

Zur schnel­le­ren Prü­fung kommt ein ef­fi­zi­en­te­res Vor­ge­hen der Un­ter­neh­men. «Die In­dus­trie hat sich an die Be­din­gun­gen an­ge­passt und ver­steht es in­zwi­schen bes­ser, wel­che Do­ku­men­te und Da­ten die FDA be­nö­tigt», sagt Da­ni­el Kol­ler, Chef des Ma­nage­ment­teams bei BB Bio­tech.

Für In­ves­to­ren er­ge­ben sich lang­fris­tig in­ter­es­san­te Per­spek­ti­ven, be­son­ders bei Ge­sell­schaf­ten, de­ren Me­di­ka­men­te für ein Prio­ri­ty Re­view in Fra­ge kom­men. Da­zu zäh­len mög­li­che Block­bus­ter wie ein Mit­tel ge­gen ei­ne Stoff­wech­sel­er­kran­kung von Ro­che oder ei­nes ge­gen ei­ne Lun­gen­er­kran­kung, an dem No­var­tis ge­mein­sam mit dem klei­ne­ren Phar­ma­un­ter­neh­men Vec­tu­ra ar­bei­tet. Die Kurs­fan­ta­sie ist am aus­ge­präg­tes­ten, so­lan­ge ent­spre­chen­de Prä­pa­ra­te noch in Ent­wick­lung oder Zu­las­sung sind.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.