Tran­so­ce­an-ab­schrei­ber ver­un­si­chert

SCHWEIZ Wert­be­rich­ti­gung an­ge­kün­digt – Ver­zicht auf Di­vi­den­de – Hof­fen auf Ver­gleich

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE - HO

Zum Wo­chen­auf­takt vor Bör­sen­er­öff­nung hat die in Zug do­mi­zi­lier­te Tief­see­öl­bohr­ge­sell­schaft Tran­so­ce­an schlech­te Kun­de ver­brei­tet. Das ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­neh­men kün­dig­te an, im vier­ten Quar­tal 2011 ei­ne noch un­be­stimm­te Good­will-ab­schrei­bung vor­zu­neh­men. Die Ak­ti­en Tran­so­ce­an ka­men des­halb am Mon­tag un­ter viel Druck, mach­ten aber am Di­ens­tag ih­re Ver­lus­te bei­na­he wie­der wett.

Im Rah­men der jähr­li­chen Prü­fung auf Wert­hal­tig­keit (Im­pair­ment-test) wird auf das Bohr­ser­vice-auf­trags­ge­schäft «ein er­heb­li­cher Teil des Good­wills der Spar­te ab­ge­schrie­ben», gab Tran­so­ce­an be­kannt. Der Be­reich ist der mit Ab­stand gröss­te des Kon­zerns. Per En­de Sep­tem­ber be­lief sich der Good­will auf über 8 Mrd. $. Wie hoch die Wert­be­rich­ti­gung aus­fällt, soll bis En­de März be­kannt ge­ge­ben wer­den.

Gu­ter Start ins Jahr

Gleich­zei­tig kün­dig­te Tran­so­ce­an an, für das ver­gan­ge­ne Jahr kei­ne Di­vi­den­de aus­zu­schüt­ten. Trotz der Schwie­rig­kei­ten von Tran­so­ce­an we­gen der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko und der Kla­ge in Bra­si­li­en rech­ne­te man mit ei­ner Ren­di­te von 3 bis 4%. Die Ak­ti­en des Bohr­un­ter­neh­mens sind mit ei­ner Kurs­a­van­ce um fast 25% in die­sem Jahr ei­ner der Spit­zen­per­for­mer der Bör­se Zü­rich.

Das gu­te Ab­schnei­den grün­det ne­ben dem für Ener­gie­ak­ti­en zu­ver­sicht­lich ge­stimm­ten An­la­ge­kli­ma auf der Hoff­nung, dass es Tran­so­ce­an ge­lingt, ei­nen Ver­gleich mit der gleich­falls kla­gen­den BP und den ame­ri­ka­ni­schen Bun­des­staa­ten so­wie der Us-re­gie­rung zu fin­den (vgl. FUW Nr. 12 vom 11. Fe­bru­ar).

Ein Gut­teil der Kurs­er­ho­lung in den letz­ten Wo­chen ist ein Aus­gleich der zu star­ken Ver­lus­te der Ak­ti­en vor­her. Von Früh­ling 2011 bis zum Jah­res­en­de büss­ten Tran­so­ce­an mar­kant mehr Ter­rain ein als die Kon­kur­ren­ten. Das er­staunt we­nig. Als Be­trei­ber ei­ner Öl­platt­form für den USKon­zern Chev­ron vor der Küs­te Bra­si­li­ens

Tran­so­ce­an N ge­wär­tigt Tran­so­ce­an er­neut ei­ne ho­he Stra­fe. Die Vor­wür­fe we­gen Ver­säum­nis­sen und Fehl­ver­hal­ten lä­die­ren den an­ge­schla­ge­nen Ruf zu­sätz­lich.

War­ten auf Re­sul­ta­te

Für Ve­r­un­si­che­rung sorg­te zu­dem, dass nach dem Chief Fi­nan­ci­al Of­fi­cer (CFO) zum Jah­res­en­de we­ni­ge Ta­ge spä­ter auch der Chef­buch­hal­ter – erst ein paar Mo­na­te im Amt – zu­rück­trat. Jetzt kün­dig­te Tran­so­ce­an ei­nen Nach­fol­ger an, der am 1. März sein Amt an­tritt. Als CFO konn­te aber noch nie­mand Ge­eig­ne­ter ge­fun­den wer­den – kein er­mu­ti­gen­des Zei­chen, dass Tran­so­ce­an in ru­hi­ge­re Was­ser kommt. Die schwie­ri­ge La­ge un­ter­streicht, dass die Hö­he der Ab­schrei­bung noch nicht be­zif­fert wer­den konn­te.

Mit Blick auf ei­nen Ver­gleich für das Um­welt­de­sas­ter im Golf von Me­xi­ko ist der Di­vi­den­den­ver­zicht sinn­voll. Der Ver­gleich wird für Tran­so­ce­an vor­aus­sicht­lich nicht bil­lig wer­den. Mit ei­ner stär­ke­ren Bi­lanz lässt sich das bes­ser ver­schmer­zen. Wie gut sich die Grup­pe ope­ra­tio­nell schlägt, wird sich En­de Mo­nat wei­sen. Am nächs­ten Di­ens­tag ste­hen die Re­sul­ta­te für das Ge­samt­jahr an. Mit dem an­ge­kün­dig­ten, nicht be­zif­fer­ten Ab­schrei­ber ist – an den Er­war­tun­gen zum Jah­res­an­fang ge­mes­sen – mit ei­ner Ent­täu­schung zu rech­nen. Po­ten­zi­el­le In­ter­es­sen­ten an Tran­so­ce­an soll­ten ab­war­ten und sich erst nach ge­nau­er Ana­ly­se fest­le­gen.

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