Sai­pem setzt auf Off­s­hore-spar­te

ITA­LI­EN

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE - GD

Der Mai­län­der Ölund Gas­dienst­leis­ter Sai­pem, ei­ne Toch­ter des Mi­ne­ral­öl­kon­zerns Eni, setzt sei­nen Wachs­tums­pro­zess fort und pro­fi­tiert da­bei von der welt­weit stei­gen­den Be­deu­tung des Off­s­hore-seg­ments. Im Jah­re 2011 er­ziel­te das Un­ter­neh­men mit ei­nem um 12,8% auf 12,6 Mrd. € ver­bes­ser­ten Um­satz ei­nen Re­kord­ge­winn von 921 Mio. € und da­mit 11,2% mehr als im Vor­jahr. Die Stamm­ak­tio­nä­re er­hal­ten ei­ne Di­vi­den­de von 0.70 €, nach zu­vor 0.63 €. Da­mit ist das En­de der Fah­nen­stan­ge al­ler­dings noch nicht er­reicht. Ge­mäss Sai­pem-chef Pier Fran­ces­co Ta­li ist durch den vo­r­erst ab­ge­schlos­se­nen Aus­bau der Schiffs­ka­pa­zi­tä­ten der Ge­sell­schaft und dem da­mit ver­bun­de­nen mit­tel­fris­ti­gen Ab­bau der Schul­den von der­zeit 3,2 auf ma­xi­mal 1 Mrd. € ge­nü­gend Spiel­raum vor­han­den, um die Ak­tio­nä­re voll am wei­te­ren Wachs­tum von Um­satz und Er­trag teil­ha­ben zu las­sen. So er­war­tet das Ma­nage­ment, mit ei­nem Um­satz von 13 Mrd. € im lau­fen­den Jahr min­des­tens 1 Mrd. € Ge­winn ma­chen zu kön­nen. Die In­ves­ti­tio­nen san­ken im ab­ge­lau­fe­nen Jahr durch den vor­läu­fi­gen Ab­schluss des Schiff­bau­pro­gramms ge­gen­über 2010 be­reits von 1,5 auf 1,2 Mrd. €. Sie dürf­ten sich 2012 noch wei­ter ver­min­dern, auf ei­nen Wert von rund 0,9 Mrd. €.

Deut­li­che An­stös­se für das Um­sat­zund Er­trags­wachs­tum er­war­tet die Ge­sell­schaft vor al­lem vom er­folg­rei­chen Off­s­hore-ge­schäft. So konn­te Sai­pem 2011 zwar mit ins­ge­samt 12,5 Mrd. € we­ni­ger Auf­trä­ge als im Vor­jahr (12,9 Mrd. €) ver­bu­chen. Un­be­irrt nach oben, von 4,6 auf 6,1 Mrd. €, be­weg­ten sich aber die Or­der­ein­gän­ge im Off­s­hore-ge­schäft.

Das heu­te zur welt­wei­ten Spit­zen­rie­ge ge­hö­ren­de Un­ter­neh­men war ur­sprüng­lich im Bau von Bohr- und För­der­an­la­gen so­wie der Ver­le­gung von Öl- und Gas­lei­tun­gen tä­tig, be­schloss aber vor zehn Jah­ren, zum Voll­an­bie­ter zu wer­den. Da­zu wur­de erst Bouy­gues Off­s­hore und an­schlies­send die En­gi­nee­ring­toch­ter von Eni, Snam­pro­get­ti (Mai­land), er­wor­ben. Da­mit schaff­te sich Sai­pem die Ba­sis, um mit der Kon­kur­renz gleich­zie­hen zu kön­nen. Par­al­lel zur Er­wei­te­rung des Ge­schäfts­mo­dells ver­wan­del­te sich Sai­pem zum welt­wei­ten Voll­an­bie­ter, der nicht nur Mut­ter­ge­sell­schaft Eni be­dien­te, son­dern zu­neh­mend auch für Drit­te – heu­te mehr­heit­lich – als Di­enst­leis­ter auf­trat.

Ein wei­te­rer ent­schei­den­der Schritt er­folg­te mit der Ent­wick­lung und dem Bau von Spe­zi­al­schif­fen und Tauch­boo­ten, die Boh­run­gen und Rohr­ver­le­gun­gen auch in tie­fen Ge­wäs­sern (1000 Me­tern und mehr) er­lau­ben. Mit die­sem Pro­gramm, das zwi­schen 2007 und 2011 ab­ge­wi­ckelt wur­de, ist Sai­pem ge­mäss CEO Pier Fran­ces­co Ta­li im Off­s­hore-dril­ling mitt­ler­wei­le füh­rend, «ei­ne Po­si­ti­on, die wir zu hal­ten ent­schlos­sen sind».

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