An­ge­bots­lü­cke

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - CAL,

Die Un­ru­hen in Ägyp­ten ha­ben dem ka­na­di­schen Kon­zern Methanex (Nas­daq: MEOH, 30.24 $ am Frei­tag, 2,8 Mrd. $ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung) ei­nen ge­hö­ri­gen Schre­cken ein­ge­jagt. Der welt­gröss­te Her­stel­ler und Ver­mark­ter von Metha­nol be­sitzt in Da­miet­ta na­he Kai­ro ei­ne An­la­ge, die rund 18% der ei­ge­nen Jah­res­pro­duk­ti­on ab­deckt. Sie muss­te Mitte No­vem­ber we­gen Zu­sam­men­stös­sen zwi­schen Po­li­zei und De­mons­tran­ten rund drei Wo­chen ge­schlos­sen wer­den. Zwi­schen­zeit­lich hat sich die La­ge aber be­ru­higt, und Methanex konn­te für das vier­te Quar­tal 2011 bes­se­re Re­sul­ta­te vor­wei­sen als er­war­tet.

Metha­nol, das man aus Erd­gas ge­winnt, wird zur Her­stel­lung zahl­rei­cher Pro­duk­te ver­wen­det: Rund 40% wer­den in Form­al­de­hyd ver­wan­delt, das wie­der­um für Kunst­stof­fe, Far­ben und Tex­ti­li­en ge­braucht wird. Metha­nol wird auch in An­ti­ge­frier­mit­teln, der Flüs­sig­keit für Schei­ben­wi­scher und in der Au­to- so­wie der Holz­in­dus­trie ein­ge­setzt.

Nach­fra­ge hö­her als An­ge­bot

Methanex ver­fügt über ei­ne star­ke glo­ba­le Stel­lung mit ei­nem Markt­an­teil von rund 20% und sie­ben Pro­duk­ti­ons­stät­ten in Tri­ni­dad, Neu­see­land, Ka­na­da, Chi­le und Ägyp­ten. Die Aus­sich­ten für Metha­nol sind wei­ter­hin in­takt. Zwar wur­den in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren gros­se Ka­pa­zi­tä­ten auf­ge­baut. Trotz­dem über­steigt die Nach­fra­ge das An­ge­bot. Für die kom­men­den drei bis fünf Jah­re rech­net Ste­ve Han­sen, Fi­nanz­ana­lyst bei Ray­mond Ja­mes, mit ei­nem zu­sätz­li­chen Be­darf von 20 Mio. Ton­nen Metha­nol. Dem steht ein Pro­duk­ti­ons­wachs­tum von 3 bis 5 Mio. Ton­nen ge­gen­über.

Methanex hat die Mit­tel, wei­ter zu wach­sen. Mit 300 Mio. $ an Bar­geld und ei­ner un­aus­ge­schöpf­ten Kre­dit­li­nie von 200 Mio. $ ist die Kon­zern­bi­lanz ge­sund. Im ver­gan­ge­nen Jahr be­trug die Ge­samt­pro­duk­ti­on 4,6 Mio. Ton­nen, heu­er sol­len es 5,3 Mio. sein. Auch ist Methanex be­kannt für re­la­tiv tie­fe Pro­duk­ti­ons­kos­ten.

Neue An­wen­dun­gen

Der Kon­zern pro­fi­tiert von neu­en An­wen­dun­gen für Metha­nol, et­wa im Ener­gie­be­reich. In Chi­na wird Metha­nol mit Ben­zin ge­mischt, was die Nach­fra­ge sti­mu­liert. Methanex hat an­ge­kün­digt, dass man die An­la­ge in Neu­see­land aus­bau­en und dort ab Mitte 2012 wei­te­re 650 000 Ton­nen pro­du­zie­ren will. Ei­ne brach­lie­gen­de An­la­ge aus Chi­le soll in den Us-bun­des­staat Loui­sia­na über­führt und 2014 in Be­trieb ge­nom­men wer­den. Auch wird spe­ku­liert, dass Methanex dem Ener­gi­e­mul­ti BP die rest­li­chen 36,9% am Ge­mein­schafts­pro­jekt At­las in Tri­ni­dad ab­kau­fen könn­te.

Die Methanex-füh­rung warn­te jüngst vor ein­ma­li­gen Be­las­tun­gen im ers­ten Quar­tal 2012. So muss et­wa die At­las-an­la­ge rund vier­zig Ta­ge für Un­ter­halts­ar­bei­ten ge­schlos­sen wer­den. Trotz­dem ist der Ak­ti­en­kurs seit En­de De­zem­ber um fast 40% ge­stie­gen. Für das Ge­samt­jahr 2012 ge­hen die Ana­lys­ten im Schnitt von ei­nem Ge­winn von 3.06 $ pro Ti­tel aus. Das dar­aus be­rech­ne­te Kurs-ge­winn-ver­hält­nis von 9 ist noch im­mer mo­de­rat. Die Pa­pie­re sind an­ge­sichts der in­tak­ten Wachs­tums­aus­sich­ten des­halb ein gu­ter Kauf. An­le­ger pro­fi­tie­ren zu­dem von der ste­ti­gen Di­vi­den­den­er­hö­hung.

Kurz no­tiert Schweiz No­var­tis steigt in He­pa­ti­tis-c-ren­nen ein: Ro­che und die bei­den Us-phar­ma­kon­zer­ne Gi­lead Sci­en­ces und Bris­tol-my­ers Squibb ha­ben in den letz­ten Mo­na­ten schon spe­zia­li­sier­te Un­ter­neh­men über­nom­men, nun schlägt auch No­var­tis zu. Der Bas­ler Me­di­ka­men­ten­her­stel­ler zahlt der pri­vat ge­hal­te­nen Us-ge­sell­schaft Enan­ta Phar­maceu­ti­cals 34 Mio. $ für die Rech­te an ei­nem neu­ar­ti­gen Wirk­stoff ge­gen He­pa­ti­tis C. Je nach Er­folgs­ver­lauf wer­den wei­te­re 406 Mio. $ über­wie­sen. Pe­trop­lus hofft in Frank­reich: Die fran­zö­si­schen Be­hör­den und das Erd­öl-un­ter­neh­men Shell ver­han­deln über ei­nen be­fris­te­ten Be­trieb der Pe­trop­lusraf­fi­ne­rie in Pe­tit-cou­ron­ne. Der Be­trieb wur­de An­fang 2012 ein­ge­stellt. Ein ent­spre­chen­der Ver­trag soll ge­mäss AFP vor der Un­ter­zeich­nung ste­hen. Ge­mäss dem Ver­trag soll die Raf­fi­ne­rie wäh­rend sechs Mo­na­ten wei­ter­be­trie­ben wer­den. Shell soll da­bei das Roh­öl lie­fern und die Kos­ten für die Her­stel­lung der End­pro­duk­te über­neh­men. DKSH will noch im März an die SIX: Der Han­dels­kon­zern hat letz­te Wo­che den Bör­sen­gang an die SIX Swiss Ex­ch­an­ge be­kannt­ge­ge­ben, oh­ne al­ler­dings kon­kre­te Termine zu nen­nen. Ge­mäss Reu­ters sol­len nun die in­vol­vier­ten Ban­ken mit Vor­be­rei­tun­gen für den Bör­sen­gang be­gon­nen ha­ben. Am Don­ners­tag sei un­ter an­de­rem ei­ne Prä­sen­ta­ti­on vor in­sti­tu­tio­nel­len An­le­gern in Zü­rich ge­plant. An­fang März wer­de der Ko­tie­rungs­pro­spekt vor­lie­gen. In et­wa ei­nem Mo­nat sei der Bör­sen­gang ab­ge­schlos­sen (vgl. Sei­te 1). Swatch Group in­ves­tiert: Der Uh­ren­ex­port läuft auf Hoch­tou­ren und Swatch Group leis­tet sich ei­nen Prunk­bau für das Bie­ler Fir­men­are­al von Swatch und Ome­ga. Der ja­pa­ni­sche Ar­chi­tekt Shi­ge­ru Ban ent­warf das Ge­bäu­de. Es soll er­höht auf Säu­len ste­hen, wird in ei­ne ge­wölb­te Holz­kon­struk­ti­on ge­bet­tet so­wie ei­gen­stän­di­ge Mu­se­ums­be­rei­che ha­ben, die mit neus­ter in­ter­ak­ti­ver Tech­no­lo­gie aus­ge­rüs­tet sein wer­den. Ne­ben den Uh­ren wird auch das Swatchmo­bil im Zen­trum ste­hen. Ho­tel­le­rie un­ter Druck: Die Schwei­zer Ho­tel­le­rie blickt auf ein schwie­ri­ges Jahr zu­rück. Der star­ke Fran­ken, die in­ter­na­tio­nal trä­ge Kon­junk­tur so­wie das schlech­te Wet­ter drück­ten auf die Über­nach­tungs­zah­len. Die Zahl der Lo­gier­näch­te sank 2% auf 35,5 Mio. Noch im Vor­jahr wur­den 36,2 Mio. ge­zählt. Der Rück­gang ist auf die feh­len­den Gäs­te aus Eu­ro­pa zu­rück­zu­füh­ren (–7,3%). Die Über­nach­tun­gen in­län­di­scher Gäs­te blie­ben prak­tisch kon­stant auf 15,8 Mio. (–0,1%). Lieb­herr re­gelt Nach­fol­ge: Der im frei­bur­gi­schen Bul­le be­hei­ma­te­te Misch­kon­zern Lieb­herr (Bau­ma­schi­nen, Kühl- und Ge­frier­ge­rä­te) hat die Nach­fol­ge ge­re­gelt. Vr-prä­si­dent Wil­li Lieb­herr so­wie Vi­ze­prä­si­den­tin Isol­de Lieb­herr ha­ben An­tei­le der von ih­nen ge­hal­te­nen Ak­ti­en auf ih­re Kin­der über­schrie­ben. Die­se wer­den nach und nach auch ope­ra­ti­ve Ver­ant­wor­tung über­neh­men. So wird si­cher­ge­stellt, dass Lieb­herr auch künf­tig in Fa­mi­li­en­be­sitz bleibt. Das Un­ter­neh­men setz­te 2010 knapp 7,6 Mrd. € um.

Kurz no­tiert Aus­land Wal-mart Sto­res un­ter Er­war­ten: Der ame­ri­ka­ni­sche De­tail­han­dels­rie­se hat im vier­ten Ge­schäfts­quar­tal (per En­de Ja­nu­ar) mit ei­nem zum Teil ak­qui­si­ti­ons­ge­trie­be­nen Um­satz­wachs­tum von 5,8% auf 122,3 Mrd. $ die durch­schnitt­li­che Ana­lys­ten­pro­gno­se von gut 124 Mrd. $ ver­fehlt. Der Ge­winn aus dem fort­ge­führ­ten Ge­schäft stieg 3,4% auf 5,19 Mrd. $ oder 1.51 $ pro Ak­tie. Vor Son­der­pos­ten be­trug der Ge­winn pro Ak­tie 1.44 $. Die Ti­tel fie­len am Di­ens­tag im frü­hen Han­del 4% auf 60 $. Kraft Foods teilt sich auf: Der Us-le­bens­mit­tel­rie­se hat am Di­ens­tag die Plä­ne sei­ner be­vor­ste­hen­den Auf­spal­tung kon­kre­ti­siert. Da­bei dürf­ten Kraft Foods ein­ma­li­ge Son­der­kos­ten von 1,6 bis 1,8 Mrd. $ er­wach­sen. Be­reits im Au­gust 2011 hat­te der Kon­zern von CEO Ire­ne Rosenfeld er­klärt, sich in zwei se­pa­ra­te bör­sen­ge­lis­te­te Un­ter­neh­men auf­tei­len zu wol­len. Das Nord­ame­ri­ka-ge­schäft wird den Na­men Kraft bei­be­hal­ten, das wachs­tums­träch­ti­ge glo­ba­le Snack­ge­schäft um­be­nannt. Fra­port-lot­sen­streik ver­län­gert: Die Ge­werk­schaft der Flug­si­che­rung hat die Lot­sen am Frank­fur­ter Flug­ha­fen auf­ge­ru­fen, ih­ren Streik bis Frei­tag­abend aus­zu­deh­nen. Sie will da­mit beim Flug­ha­fen­be­trei­ber Fra­port hö­he­re Löh­ne durch­set­zen. Am Di­ens­tag fie­len in Frank­furt 187 Flü­ge aus, 160 da­von be­tra­fen die Hei­mair­line Luft­han­sa. Seit Streik­be­ginn am Don­ners­tag dürf­ten Fra­port 4 Mio. € Um­satz ent­gan­gen sein, Luft­han­sa gar 40 Mio. €. Die Ti­tel Fra­port ga­ben am Di­ens­tag 1,5% auf 46.11 € nach, Luft­han­sa 1,7% auf 10.76 €. Me­xi­ka­ni­sche Of­fer­te für Pres­ti­ge Brands: Der me­xi­ka­ni­sche An­bie­ter von nicht re­zept­pflich­ti­gen Me­di­ka­men­ten und Kör­per­pfle­ge­pro­duk­ten Ge­nom­ma Lab In­ter­na­cio­nal bie­tet für sei­nen Us-wett­be­wer­ber Pres­ti­ge Brands 834 Mio. $ oder 16.60 $ je Ak­tie. Die Of­fer­te, die die Über­nah­me von Schul­den aus­schliesst, ent­spricht ei­ner Prä­mie von 23% zum Schluss­kurs vom Frei­tag. Pres­ti­ge hat­te En­de 2011 sieb­zehn Me­di­ka­men­te aus dem Porte­feuille von Gla­xos­mith­kli­ne er­wor­ben. Tul­low Oil un­spek­ta­ku­lär: Das Up­date zum Öl­fund von Tul­low Oil vor der Küs­te von Sier­ra Leo­ne fiel durch­wach­sen aus: Zwar hat die bri­ti­sche Ex­plo­ra­ti­ons­grup­pe Hin­wei­se auf ein Öl­vor­kom­men in der Ju­pi­ter1-Boh­rung ge­fun­den. Ob es aber kom­mer­zi­ell ver­wert­bar ist, muss in ei­ner wei­te­ren Eva­lua­ti­ons­pha­se ab­ge­klärt wer­den. Die Ti­tel Tul­low Oil fie­len am Di­ens­tag 3,6% auf 1543 p. Am Ju­pi­ter-1-pro­jekt sind auch Ana­dar­ko (85.08 $, –3,7%) und Rep­sol (20.87 €, –0,5%) be­tei­ligt. BASF ver­stärkt Bat­te­rie­ge­schäft: Für ei­nen nied­ri­gen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag hat BASF die Elek­tro­lyteak­ti­vi­tä­ten der Merck KGAA er­wor­ben. Sie um­fas­sen Tech­no­lo­gi­en und Pro­duk­te zur Ver­bes­se­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit von Bat­te­ri­en so­wie Ad­di­ti­ve zur Pro­duk­ti­on von Li­thi­um-io­nen-bat­te­ri­en (für Elek­tro­au­tos). 2011 hat BASF er­klärt, ei­nen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in For­schung, Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­ons­auf­bau von Bat­te­rie­ma­te­ria­li­en zu in­ves­tie­ren. Der Che­mie­rie­se legt am Frei­tag sei­ne Bi­lanz vor.

Taj Bur­row ge­hört zum A-team von Bil­labong und surft seit vier­zehn Jah­ren an der Spit­ze des Sports mit. Die T-shirts sei­ner ei­ge­nen Kol­lek­ti­on ver­kauf­ten sich zu­letzt aber wohl schlech­ter.

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