Bril­len­pa­tron

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - DF

Wer ei­nen Ten­nis­match ver­folgt, braucht gu­te Au­gen. Da­ni­el Mo­ri, Vr-prä­si­dent, Initi­ant und Mit­ei­gen­tü­mer des gröss­ten Schwei­zer Be­trei­bers von Bril­len­fach­ge­schäf­ten Vi­sil­ab, spricht aus Er­fah­rung. Sei­ne Ten­nis­be­geis­te­rung hat ihn be­wo­gen, die Nä­he zum ne­ben den Bas­ler Swiss In­doors wich­tigs­ten Pro­fi­tur­nier in der Schweiz, dem Open von Gstaad, zu su­chen. Vi­sil­ab ist die­ses Jahr zu­sam­men mit Cré­dit Ag­ri­co­le zum drit­ten Mal Haupt­spon­sor.

Vi­sil­ab, die 2011 ei­nen Um­satz von 202 Mio. Fr. er­ziel­te, gibt sich ger­ne ei­nen ex­klu­si­ven An­strich. In der Zürcher Flagship-fi­lia­le an der Bahn­hof­stras­se steht Mo­ri im so­ge­nann­ten VIPRaum Red und Ant­wort. Gut be­tuch­te Kun­den kön­nen dort Lu­xus­bril­len an­pro­bie­ren, die bis zu 13 000 Fr. kos­ten. Mo­ri macht kei­nen Hehl dar­aus, dass die Mie­te für das Ge­schäft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ab­sur­de Aus­mas­se an­ge­nom­men hat. «Es gibt kei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen der Mie­te und dem öko­no­mi­schen Po­ten­zi­al die­ses Stand­orts», sagt er. Den­noch hält Mo­ri die Fi­lia­le für un­ver­zicht­bar. Vi­sil­ab müs­se an To­p­la­gen Prä­senz mar­kie­ren.

Mo­ri zu­fol­ge kon­trol­liert Vi­sil­ab 25% des Schwei­zer Bril­len­fach­han­dels und Fiel­mann 22%. Weil der deut­sche Wett­be­wer­ber Fiel­mann kon­zern­weit aber über sechs­mal so viel Um­satz er­wirt­schaf­tet, pro­fi­tiert er von güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen im Ein­kauf. Das schlägt auf die Be­triebs­ge­winn­mar­ge durch, die deut­lich hö­her ist als im Fall von Vi­sil­ab, wie Mo­ri un­um­wun­den be­stä­tigt.

Da­ni­el Mo­ri, des­sen Gross­va­ter vor ex­akt hun­dert Jah­ren die Gen­fer Apo­the­ken­ket­te Phar­macie Prin­ci­pa­le mit­grün­de­te, ent­deck­te als Mba-stu­dent in Los An­ge­les Mitte der Acht­zi­ger, wie ka­li­for­ni­sche Op­ti­ker in ei­ner St­un­de Bril­len für ih­re Kun­den be­reit­stell­ten. Er brach­te das Kon­zept mit nach Hau­se und eta­blier­te im Nu die ers­te gros­se Au­gen­op­ti­ker­ket­te in der Schweiz. In­zwi­schen ist das Um­feld spür­bar här­ter ge­wor­den. Die Ge­winn­span­nen sind un­ter Druck, weil die Schwei­zer Kun­den mit Blick auf das grenz­na­he Aus­land auf tie­fe­re Prei­se po­chen und die Kran­ken­kas­sen in der Gr­und­ver­si­che­rung kei­ne Bei­trä­ge mehr für Bril­len ent­rich­ten. Letz­tes Jahr schrumpf­te der Schwei­zer Ge­samt­markt nach Schät­zung von Mo­ri um 10%, der Vi­sil­a­bUm­satz fiel 4%. Für 2012 er­war­tet Vi­sil­ab nur 1% hö­he­re Ein­künf­te.

Des­we­gen zu re­si­gnie­ren, kommt für den 56-jäh­ri­gen Mo­ri, der zwei Söh­ne im Te­enager­al­ter hat, aber nicht in Fra­ge. Vi­sil­ab, die wie die Grou­pe Phar­macie Pri­ni­ci­pa­le im Be­sitz der bei­den Gen­fer Fa­mi­li­en Mo­ri und De To­le­do ist, «steht nicht zum Ver­kauf», be­tont der Pa­tron kämp­fe­risch.

Da­ni­el Mo­ri Der Gen­fer führt mit Vi­sil­ab die gröss­te Op­ti­ker­ket­te der Schweiz.

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