Die Par­ty geht wei­ter

ÜBER­SICHT No­ten­bank­li­qui­di­tät ver­schafft al­len An­la­ge­klas­sen Auf­trieb

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - MARK DITT­LI

Sell the news. In der Nacht auf Di­ens­tag ei­nig­ten sich die Fi­nanz­mi­nis­ter der Eu­ro­zo­ne so­wie die Ver­tre­ter der Troi­ka (IWF, EZB, EU) und des in­ter­na­tio­na­len Ban­ken­ver­bands IIF auf die nächs­te Tran­che des Ret­tungs­pa­kets für Grie­chen­land (vgl. Sei­te 21). Die asia­ti­schen und eu­ro­päi­schen Ak­ti­en­märk­te re­agier­ten zu­nächst mit Ab­ga­ben. Der Dax in Frank­furt ver­lor am Di­ens­tag 0,6%, der Eu­ro Sto­xx 50 In­dex büss­te im Ta­ges­ver­lauf 0,3% ein. Seit Frei­tag der Vor­wo­che ha­ben die bei­den In­di­zes um 0,9% re­spek­ti­ve 0,8% zu­ge­legt (vgl. Ta­bel­le un­ten).

Als Miss­trau­ens­vo­tum der Märk­te für den Grie­chen­lan­dde­al sind die Ab­ga­ben am Di­ens­tag kaum zu ver­ste­hen – auch wenn das Ver­hand­lungs­er­geb­nis kei­nes der Pro­ble­me der Eu­ro­zo­ne wirk­lich löst. Viel­mehr dien­te der Ver­dau­ungs­pro­zess der Fak­ten aus Brüs­sel und At­hen den Märk­ten als längst über­fäl­li­ge Atem­pau­se. Be­reits am Di­ens­tag­nach­mit­tag, mit der Er­öff­nung des Han­dels in New York, fand die Par­ty ih­re Fort­set­zung. Der Dow Jo­nes In­dus­tri­al er­reich­te im In­tra­day-han­del erst­mals seit Mai 2008 die Mar­ke von 13 000. Vier St­un­den vor Han­dels­schluss no­tier­ten die Us-bör­sen rund 0,3% im Plus.

War­ten auf LTRO 2

Am Bond­markt wur­de das Grie­chen­lan­dpa­ket mit Ge­las­sen­heit auf­ge­nom­men. Die Ren­di­te fünf­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen Ita­li­ens und Spa­ni­ens ermässigte sich am Di­ens­tag je um zehn Ba­sis­punk­te. Die Zehn­jah­res­zin­sen Ita­li­ens san­ken auf 5,42% (–17 Bp seit Frei­tag) und die Spa­ni­ens auf 5,1% (–16 Bp). In Por­tu­gal zeig­te die Be­we­gung al­ler­dings in die an­de­re Rich­tung: Die Ren­di­te fünf­jäh­ri­ger por­tu­gie­si­scher Staats­an­lei­hen klet­ter­te am Di­ens­tag 25 Bp auf

Öl­preis 14,6%. Der Eu­ro klet­ter­te zum Dol­lar seit Frei­tag 0,9% auf 1.327 $/€.

Am 28. und 29. Fe­bru­ar führt die EZB ih­re zwei­te Auk­ti­on des Ltro-pro­gramms (Lon­ger-term Re­fi­nan­cing Ope­ra­ti­on) durch. Es wird er­war­tet, dass Eu­ro­pas Ban­ken zwi­schen 500 und 1000 Mrd. € an Drei­jah­res­li­qui­di­tät be­zie­hen wer­den. Nach An­sicht von Bob Jan­juah, Chef­stra­te­ge von No­mu­ra in London, wird die Grös­se der Ltro-auk­ti­on über den Fort­be­stand der Ri­si­ko-ral­ly ent­schei­den: Neh­men die Ban­ken 1000 Mrd. € oder mehr auf, wer­de sich die Auf­wärts­be­we­gung fort­set­zen. Soll­ten es nur 250 bis 500 Mrd. € sein, dürf­ten das die Markt­teil­neh­mer als Ent­täu­schung auf­fas­sen. «Risk off» hies­se dann die De­vi­se, schreibt Jan­juah in ei­nem Stra­te­gie­pa­pier. Zu den gröss­ten Nutz- nies­sern der Li­qui­di­täts­ral­ly zäh­len Bank­ak­ti­en. Der Eu­ro Sto­xx Ban­ken-su­bin­dex klet­ter­te seit Frei­tag 0,7%. Ge­mäss Da­ten von Dy­na­part­ners han­delt der eu­ro­päi­sche Ban­ken­sek­tor ge­gen­wär­tig zum 0,5-fa­chen Buch­wert, was ei­nem Drit­tel sei­ner his­to­ri­schen Be­wer­tung ent­spricht. Die ame­ri­ka­ni­schen Ban­ken han­deln zum 0,8-Fa­chen ih­res Buch­werts.

Ein Ort, an dem die Ezb-li­qui­di­tät (auch) an­zu­kom­men scheint, ist der – schon seit län­ge­rer Zeit schlum­mern­de – deut­sche Im­mo­bi­li­en­markt: Ge­mäss Da­ten der Bun­des­bank stie­gen die Häu­ser­prei­se im ver­gan­ge­nen Jahr im Durch­schnitt um 5%.

Ap­plaus für PBOC

Ei­ne wich­ti­ge Be­ob­ach­tung mach­ten die Stra­te­gen von Mor­gan St­an­ley: Im Ja­nu­ar stie­gen die Prei­se für Ak­ti­en – ge­mes­sen am S&P-500 –, Tre­a­su­ries, Gold und Öl im Gleich­schritt. In den letz­ten fünf Jah­ren kam das nur in vier Mo­na­ten vor. In drei die­ser vier Fäl­le folg­te an den Ak­ti­en­märk­ten we­nig spä­ter ei­ne Kor­rek­tur im zwei­stel­li­gen Pro­zent­be­reich.

Der Ent­scheid der Peop­le’s Bank of Chi­na, die Re­ser­vean­for­de­run­gen der Ban­ken um 50 Ba­sis­punk­te zu sen­ken, wur­de an den asia­ti­schen Bör­sen gut auf­ge­nom­men. Der A-in­dex in Schang­hai ge­wann seit Frei­tag 1%, der Straits-timesIn­dex in Sin­ga­pur leg­te 0,8% zu. Spit­zen­rei­ter im Raum Asi­en/ Pa­zi­fik war Syd­ney mit ei­nem 2,2%-Sprung.

Der Preis für Roh­öl hat sich auf ho­hem Ni­veau sta­bi­li­siert, ob­wohl Iran sei­ne Dro­hung wahr ge­macht hat und die Lie­fe­run­gen an Frank­reich und Gross­bri­tan­ni­en ein­ge­stellt hat. Brent kos­te­te am Di­ens­tag 120.50 $ je Bar­rel, rund 2% mehr als vor ei­ner Wo­che, WTI no­tiert 105.17 $. Gold avan­cier­te im Ver­gleich zum Frei­tag 2,1% auf 1754.60 $ pro Un­ze.

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