Pre­si­den­te

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - MR

Wet­ten, dass . . . Die meis­ten Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer ken­nen zwar den Na­men so­wohl des ehe­ma­li­gen wie des künf­ti­gen Bun­des­prä­si­den­ten zu Berlin, doch die Tref­fer­quo­te zum Pen­dant in Bern dürf­te nied­ri­ger lie­gen.

Er­staun­lich, denn nicht nur liegt Berlin weit­ab, der deut­sche Bun­des­prä­si­dent ist oben­drein nur De­kor: Er ver­kör­pert die Macht, die er nicht hat. Schwei­zer Amts­kol­le­gen da­ge­gen sind zwar nicht Staats­ober­haupt, doch Teil der Re­gie­rung, für ein Jahr Sit­zungs­lei­ter. Wenn Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck auf Staats­be­such kommt, wird ihm der/die Bun­des­prä­si­dent/in als ers­te/r die Hand rei­chen. Dann fol­gen die sechs an­de­ren: Die Re­gie­rung tritt «in cor­po­re» an, das Prä­si­di­um ist bloss «pri­mus in­ter pares», das Staats­ri­tu­al spielt sich vor dem Ge­bäu­de ab, das mit «Cu­ria Con­fo­ede­ra­tio­nis Hel­ve­ti­cae» be­schrif­tet ist. So viel La­t­ini­tät für ei­nen Pas­tor aus Pom­mern (soll­te er auf­kreu­zen)!

A pro­pos La­ti­nos: Ita­li­en hat bis­wei­len ku­rio­se Re­gie­rungs­chefs, doch in der Re­gel kei­ne Mü­hen mit Staats­chefs. In Deutsch­land ist es in jün­ge­rer Zeit eher um­ge­kehrt. Im Pa­laz­zo del Qui­ri­na­le re­si­die­ren stil­si­che­re, wür­de­vol­le äl­te­re Her­ren, ge­gen­wär­tig Gior­gio Na­po­li­ta­no, vor ihm Car­lo Aze­glio Ciam­pi, Os­car Lu­i­gi Scal­fa­ro, Fran­ces­co Cos­si­ga, San­dro Per­ti­ni (den be­sang To­to Cu­tu­g­no in sei­nem Hit «L’ita­lia­no»: «Un par­ti­gia­no co­me Pre­si­den­te» – Per­ti­ni war Wi­der­stands­kämp­fer im Zwei­ten Welt­krieg). Da­ge­gen Wul­ff, Köh­ler . . . ein zeit­ge­mäs­ser, ef­fi­zi­en­ter De­al wä­re: An­ge­la Mer­kel re­giert Ita­li­en nicht bloss in­di­rekt, da­für kriegt il Si­gnor Pre­si­den­te ei­nen Di­enst­sitz an der Spree.

Un­se­re Prä­si­den­tin ist Eve­li­ne Wid­merSchlumpf. 2013 folgt Ue­li Mau­rer.

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