Swiss­quo­te war­tet auf ak­ti­ve­re Kun­den

SCHWEIZ Re­sul­tat un­ter Er­war­tun­gen – Ak­ti­en trotz­dem kau­fen

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - AS

Swiss­quo­te sind Ak­ti­en, die mehr als der Ge­samt­markt schwan­ken. Wenn zu­dem die Er­war­tun­gen der In­ves­to­ren an das Jah­res­er­geb­nis nicht er­füllt wer­den, ist ein Kur­stau­cher pro­gram­miert. Am Frei­tag ver­lo­ren Swiss­quo­te im Han­del zeit­wei­se mehr als 10%. Der über­trie­ben an­mu­ten­de Rück­schlag bie­tet An­le­gern in­des­sen ei­ne Kauf­ge­le­gen­heit. Die Aus­sich­ten 2012 des gröss­ten On­li­ne­bro­kers der Schweiz sind nicht schlecht.

CEO Marc Bür­ki rech­net mit ei­nem Neu­geld­zu­fluss von 1 Mrd. Fr. Dar­in sind die 400 Mio. Fr., die Swiss­quo­te An­fang Jahr von Bank­kun­den der Swiss Li­fe ins De­pot be­kom­men hat, nicht ent­hal­ten. Kun­den­zahl und Er­trag sol­len 10% zu­neh­men – die Kos­ten nicht.

Die Pro­gno­se baut nicht auf ei­nen re­ge­ren Han­del der Kli­en­ten. Die An­zahl Tra­des je Kun­de ver­harr­te 2011 auf knapp 14, wäh­rend es in gu­ten Zei­ten 25 ge­we­sen wa­ren. Pro Tra­de nimmt Swiss­quo­te im Durch­schnitt 25 Fr. Ge­büh­ren ein. Der ope­ra­ti­ve He­bel ist be­trächt­lich: Ei­ne Stei­ge­rung der Tra­des von 14 auf 17 pro Kun­de wür­de den Er­trag von Swiss­quo­te um 14 Mio. Fr. (+11%) aus­wei­ten. Da mit den zu­sätz­li­chen Trans­ak­tio­nen kaum Mehr­kos­ten für Swiss­quo­te ver­bun­den wä­ren, wür­de der Ge­winn an­schwel­len.

Im Be­richts­jahr hat das Un­ter­neh­men den Er­trag im On­line-de­vi­sen­han­del nach der Über­nah­me von Ad­van­ced Cur­ren­cy Mar­kets (ACM) kräf­tig aus­ge­baut (+64,5% auf 47,7 Mio. Fr.) Neu wird Swiss­quo­te dem­nächst auch den Han­del mit Roh­stof­fen an­bie­ten. Sor­gen be­rei­ten der Ge­schäfts­lei­tung die re­gu­la­to­ri­schen Ve­rän­de­run­gen im Ge­schäft, die IT- und Com­p­li­an­ce-auf­wand in die Hö­he trei­ben. «In fünf Jah­ren wird der De­vi­sen­han­del für aus­län­di­sche Kun­den nicht mehr von der Schweiz aus be­trie­ben wer­den kön­nen», lau­tet die düs­te­re Pro­gno­se Bür­kis.

Da­her soll die­ses Jahr der Schritt nach Eu­ro­pa voll­zo­gen wer­den (vgl. FUW Nr. 3 vom 11. Ja­nu­ar). Ei­ne Mög­lich­keit ist der Auf­bau ei­ner Fi­lia­le samt Li­zenz im EURaum, ei­ne an­de­re die Über­nah­me ei­nes klei­ne­ren De­vi­sen­bro­kers. Gros­se An­bie­ter wie Com­di­rect (Com­merz­bank) und Bour­s­ora­ma (Cré­dit Ag­ri­co­le) kom­men nicht in Fra­ge. Die Plä­ne, ei­ne Schwei­zer Pri­vat­bank mit Kun­den­ver­mö­gen von 3 bis 5 Mrd. Fr. zu kau­fen, wur­den hin­ge­gen nach nä­he­rer Prü­fung fal­len ge­las- sen, weil Swiss­quo­te die Rechts- und Re­pu­ta­ti­ons­ri­si­ken als zu gross ein­stuf­te.

Die Ex­pan­si­on ins Aus­land fin­det mit so­li­der Bi­lanz im Rü­cken statt. Swiss­quo­te ver­fügt über 130 Mio. Fr. Über­schuss­ka­pi­tal. Selbst nach Ba­sel III sind es im­mer noch 100 Mio. Da­her kann es sich Swiss­quo­te auch oh­ne wei­te­res leis­ten, die Aus­schüt­tung an die Ak­tio­nä­re für 2011 deut­lich zu er­hö­hen. Aus den Re­ser­ven aus Ka­pi­tal­ein­la­gen wird ver­rech­nungs­steu­er­frei 1.04 Fr. je Ak­tie be­zahlt (der un­üb­li­che Be­trag rührt vom Ent­scheid her, die Re­ser­ven auf ei­nen Schlag auf­zu­brau­chen). Mit der Di­vi­den­den­ren­di­te ist Swiss­quo­te mit­hin «bei den Leu­ten» – und bleibt trotz­dem ei­ne Wachs­tums­ge­sell­schaft.

Swiss­quo­te N

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